Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
873-874
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873 Sir

Sitz 874

sabhã befindlich», abg. sebrä m.«Freibauer». Viell. zum Stamme se-, Suwe, s. sich. 4B L. Sipp- schaft, f.: das Verwandtsein; die Gesamtheit der verw. Personen(1. Chron. 5, 33), auch im verächtlichen Sinne(Wieland 4, 285). In der 1. Bed. mhd. sippeschaft f., auch«verwandt- schaftliches Verhältnis, Verwandtschaftsgrads.

Sir, englischer Adelstitel vor Namen; allge- meine Anrede ohne Namen. S. Sire.

Sirdar, s. Serdar.

Sire(spr. str), Anrede an einen König od. Kaiser: Majestät. Schon mhd. sir(e)«Herry. Wie engl. sir, anord.:ra«Herro aus frz. sire m., afrz. Sendre, von lat. senior«der ältren, im Mlat. «der Herry, im Rom.«als ehrende Anredes, ital. sere(messere), prov. senher, span. seflor«Herr', während frz. sieur(monsieur), seigneur, ital. signore auf den Akk. Sg. seniörem zurückgehen.

Siréne, f.(Pl.-n): durch Gesang bezaubern- des Meerweib; durch ihre Stimme bezaubernde Verführerin; trügerische Schmeichlerin, Ko- kette(Wieland 28, 210);(seem.) Nebelhorn mit heulendem Ton. In den beiden 1. Bedd. mhd. siron(e), syrén e) f., von frz. sirene, mlat. sirena, mhd. auch s'rén, syrén f., entsprechend dem gr.- lat. siren f.(auch«Verlockerin, Verführerin»), gr. ceipv f., Pl. ceipivec«Meerjungfrauen»(bei Homer 2, bei Späteren 3 4), die durch ihren Gesang die Seefahrer unwiderstehlich an sich lockten u. töteten.

Sirup, m.(Jels, Pl.-e): brauner, dicker Zuckersaft; eingekochter Fruchtsaft. Mhd. Syrop, syrup, sirup m., woneben siropel, syropel n. m.(auch Würzwein, wie Sinopel, s. d.). Aus mlat. siripus, siropas, syrõpus, frz. Sirop, ital. sciroppo, siroppo m., von arab. Sarãb« Trank (zu arab. Sariba«trinkens). Vgl. Sorbet.

sistieren, v. hemmen;(ein Verfahren) ein- stellen; verhaften. Um 1848 Modewort. Vgl. ZfdW. 5, 110. 1727 bei Sperander sich stellen, erscheinen, gehorsamen, stehen bleibeny. Das lat. sistere chinstellen, hinbringeno.

Sitte, f.(Pl.-en): herkömmliche oder ge- wohnte Weise des Tuns, herkömmliche od. ge- wohnte Form zu handeln, zu leben; anständige, schickliche Form in der Handlungs-, der Le- bensweise. Mhd. site m.(meist stark), selten f., md. auch side f.(das F. erst im 17. Jh. durch- gedrungen, aber noch tirol. Sitt m.), ahd. Ssitu, sito m.; dazu asächs. Sida, sido m., mnd.-mndl. sede m., nndl. zede f., afrs. Side, sede m., ags. Sida, Seodu m., anord. sich m., schwed. sed m., dän. sãd, got. Sidus m.«Gewohnheit». Verw. mit gr. Eoc n.«Gewohnheit, Sitten, heocn.«Sitte, Ge-

brauch, Herkommer), eiwoa«ich bin gewohnts, aind. svadhã f.«Gewohnheit, Sitte, Behagen', lat. Södãlis m.«Gefährte, ohne Dental-Ablei- tung lat. suęsco cich gewöhne mich»(Perf. saενν). 4B. sittig, adj., mhd. sitec, sitic canständig, ruhig, bescheiden»,(von Tieren)«zutraulich?, ahd. sitig«gewohnt, anspruchslos, anständig», mnd. sedich. sittlich, adj., mhd. sitelich«dem Brauche gemäß(noch in ländlich, sittlich u. im 18. Jh.), ruhig, mildes, ahd. sitã-, sitilih«der Sitte gemäßy, in der Bed. ckultiviert» 1566 bei Aventin Chron. Vorr. a 6 b,«moralisch⸗ 1494 bei Brant Narr. 49, 23, mnd. sedelich, sidlich, mnd. sedeliken. Sittlichkeit, f.: moralische Be- schaffenheit(im 15. Jh. sitlicheit), Wohlanstän- digkeit(1597 bei Ayrer Proc. 1, 10), moralische Vortrefflichkeit(im 18. Jh. bei Kant, Schiller). sittsam, adj.: gesittet, maßvoll, bei H. Sachs sidtsam, sitzam, 1451 in den öst. Weist. 5, 741, 15 sitsam, aber ahd. situsam«geschickt, passend; Sittsamkeit, f., 1619 b. Weckherlin 1, 169 F., in der Bed.«Geschicklichkeit» 1546 bei Hedio Platina 24. ZUS. Sittenlehre, f., 1644 bei Harsdörffer Gesprächsp. 1, Ee 1b. sittenlos, adj., b. Goethe Tasso 2,5, ahd. sitelôs«der guten Sitte bary.

Sittich, m.(Tels, Pl.-e): der Papagei. Mhd. sitich m., schon im 12. Jh. neben psitich, mnd. seclilc, sedel m., aus gr. lat. psittacus, mlat. Sitta- cus, gr. irraoc, cirraxoc m.«Papagein, woher auch im Mhd. das glbd. siticus, sittekus, sitchust, im 16. Jh. Sittikust, Sickust m. Im 16. u. 17. Jh. wird Sittich von Papagei unterschieden, 1687 b. Hohberg Landleb. 2, 848 b in der Bed.«kleiner grüner Lerchenpapagei.

Situatiön, f.: Lage, 1703 bei Wächtler, aus glbd. frz. situation f., von lat. situs m. Lagen. situiert, adj.: in einer(günstigen od. ungün- stigen) Lage befindlich, 1792 bei Goethe 33, 77 nach glbd. frz. Part. Sitaé.

Sitz, m.(-es, Pl.-e): Fleck oder Ort des Sit- zens, Wohnens; feste Wohnung; zum Sitzen ein- gerichteter Teil eines Geräts. Mhd.-ahd.(S. Jh.) siz m. Von sitzen, v.(Prät. saß, Konj. säße, Perf. ich habe, ich bin gesessen): aufrechten Körpers auf dem Hintern ruhen; im Gefängnis sein(1691 bei Stieler). Mhd. sitzen, ahd. sizzan (Prãt. saz, Pl. Sãzun, Konj. szi, Part. gasezzan, Imp. Si22ν); dazu asächs. sittian, mnd. sitten, nndl. zitten, frs. sitta, ags. sittan, engl. sit, anord. sitja, schwed. sitta, dän. sidde, got. sitan. Ur- verw. mit lat. sédére«sitzen», sidére«sich setzen, gr.&ecoi sich setzens, Ieiv u. idpueiv setzen, air. saidim æich setze», lit. Sedéti csitzen?, Sésti