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Singrün 868
Simmer, n.(*, Pl. wie Sg.): altes Getreide- maß in Ober- u. Mitteldeutschld., verschiednen Maßes, obd. auch f. u. m., im 15. u. 16. Jh. Sum- mer, Sumer, mhd. sumber n. m., ahd. sumbir, sumbrin. zuerst«Korb, dichtaus Stroh geflocht- ner Korb», dann Getreidemaßy, noch bayr. öst. sunper n.«Korb».
Simon, Mannsname, aus gr- lat. Simon, gr. Tipwv, von hebr. Simön(auf Gott) Hörender, (Gott) Gehorchendery, zu hebr. Sdma chören, gehorchen». 48L. Simonſe, f.: Erwerbung od. Erteilung eines geistlichen Amtes für Geld, mhd. Simonle f., aus mlat. Simonia f. Verkauf oder Kauf geistlicher Gaben für Geld», nach Apostelgesch. 8, 18— 20, wo ein Zaubrer Simon von Petrus u. Johannes für Geld die Macht zu erlangen glaubt, daß jeder, dem er seine Hände auflege, den heiligen Geist empfange.
simpel, adj.: einfach; schlicht, kunstlos; anspruchslos; dann einfältig, schwachsinnig. In diesen Bedd. mnd.-mndl. simpel, hochd. simpel erst im 15. Jh., md. im 14. Jh. simpelheit f.«Ein- fachheity, in obd. Ma. nur Simpel m.«schwach- sinniger Menschy. Aus lat. simplus ceinfach?. 4BL. simpeln, v., stud., meist nur in fach- simpeln«Fachgespräche führen» u. versimpeln «stumpfsinnig werdeny.
Sims, m.(es, Pl.-e): vorstehender Rand als Einfassung an Bauwerk, insbes. an einer Säaule. Mhd. sim(e)z m., ahd. simizstein«Säulen- knauf». Von lat. situs platt gedrückt»(bei Vitruv) zu lat. sima f. die Rinnleiste, ein Glied des Säulenkranzesy.
simulieren, v.: zum Schein nachahmen, sich verstellend vorgeben, erheucheln, erdich- ten; nachdenken, nachsinnen, in Gedanken ver- tieft sein. In 1. Bed. 1566 b. Luther Tischreden 4842; in 2. Bed. in der Volkssprache u. bei Mu- säus Volksm. 2, 132. Aus lat. simalãre cähnlich machen, sich stellen als ob», von lat. Simllis cähnlich». Simulatiön, f.: Vorstellung, Heu- chelei, 1616 bei Albertinus Luc. L. 33, 32, aus glbd. lat. simuldtio f.
simultäãn, adj.:(beiden Konfessionen) ge- meinsam; zugleich eintretend. Nach kirchlat. simultaneus«gleichzeitig» von lat. Sim«zu- sammeny. Früher hieß Simultaneum so v. w. jetzt«Parität»(1728 bei Sperander). ZUS. Simultänschule, f.
Sinau, s. Sinnau.
Sineküre, f.(Pl.-n): Pfründe mit Einkünf- ten ohne Arbeit. 1813 b. Campe nach glbd. engl. sinecure, frz. sinécure f. aus lat. sine cura cohne
Sinflut, s. Sündflut.[Sorgey.
Sinfonie,(öst. nur) Symphoniſe, f.(Pl. n): Zusammen-, Einklang; vielstimmiges Ton- stück(1728 bei Sperander). Mhd. symphonze f. aus gr. lat. smphönia, gr. cuuguwid f. zusam- men-, Einklang, Konzerts(zgs. aus cov«mit zu- sammeny u. einer Abl. von quwvr«Stimme»). 4BL. sinfönisch, symphönisch, adj.
singen, v.(Prät. sang, Konj. sänge, Part. ge- sungen): mit der Stimme Töne hervorbringen. Mhd. singen(auch dyrisch dichtenn), ahd. singan (auch«krähen»), urspr. cfeierlich verkünden, gehoben sprechen»; dazu asächs.-ags. singan, ndl. 2ingen, engl. sing, afrs. Sionga, anord. syngja, schwed.„junga, dän. synge, got. siggewan(auch cfeierlich vorlesen, lesen»). Viell. urverw. mit gr. 6⁸ f.«Stimme, Orakelspruch» Vgl. ZfdA. 37, 262. Das Prät. lautet mhd. sanc, Pl. sungen, ahd. sang, Pl. sungen, daher älternhd. bis ins 18. Jh. der Pl. sungen(noch wie die Alten sungen usw.) u. danach auch der Sg. sung neben sang; der Konj. ahd. sungi, mhd.- älternhd. sünge, 1734 pei Steinbach sänge. 4 L. singbar, adj., 1702 bei Kramer. Singer, m., mhd. singœre, singer m. dyrischer Dichter, Singmeister, Kantor(Dom- herr)y, Name einer Gattunggroßer Kanonen, die Kugeln von 50 Pfund schossen(noch b. Arndt Ged. 1860, 361). ZU0S. Singdrossel, f.: die durch ihren schönen Gesang sich auszeichnende Drossel turdus musicus, 1780 beiAdelung Singe- drossel, 1552 bei Eber-Peucer voc. F 8b Sang- drüschel. Singentanz, m.: Tanz, zu dem ge- sungen wird(2. Mos. 32, 18), spätmhd. im 15. Jh. singentanz m., zgs. mit mhd. singen n., dem als Subst. gesetzten Inf. Singsang, m., 1788 b. Haas teutsch. u. frz. Wb. 2, 1099. Singschwan, m:: die Schwanenart, deren trompetenartige Stim- me aus der Ferne wie weither hörbares Glocken- geläute klingt, cygnus musicus, 1810 b. Campe. Singspiel, n.: Melodram, 1678 bei Gödeke Grundr. ² 3, 333, dafür zu Ende des 16. Jh. bei J. Ayrer ein singets Spiel(statt singents, Part. Präs.); anders bei Luther Eisl. 2, 41 Singespiel n. Musikinstrument». Singvogel, m., 1664 bei Duez.
Singrün, n.(-Lels, Pl.-e): die Pflanze vinca minor, Immergrün. Mhd. im 14. Jh. singrüen f., ahd. singruone u. a.(Zfd W. 2, 229); dazu clev. 1477 singroen n., mnd. singrone, ags. singréne f. «Singrün», anord. sigrœnn Adj.«ewig grünv». Wohl Übersetzung des lat. semperviva. Zgs. aus grün u. der Partikel sin-, anord. s?- stark, groß, dauernd», noch vorliegend in got. Sinteins ctäg- lichꝰ, sinteinõò adv.«xallezeit, immery, mhd. sinhol ganz hohl, rund, ahd. sinaawel ewälzbar rund-


