Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
865-866
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865 sigrist

Similisteine 866

signalement m., u. zwar wie es scheint zuerst im Polizeiwesen. Signatür, f.(Pl.-en): Bezeich- nung. Im 17. Jh.(1619 bei Arnd wahr. Christ. 4, 42) aus lat. signãtära f.«Bezeichnung, aufge- drücktes Siegelbild, von lat. signäãre«bezeich- nen*. Signet, n.(-els, Pl.-e): Petschaft, Handsiegel, 1495 in der Kölner Gemma W 2 b signet n., aus mlat. Signetum n. ckleines Siegel- nach frz. signet m., von lat. Signum n.«LZeichen, Siegelbildy. signieren, v.: bezeichnen, mit einem Kennzeichen versehen, md. 1418 signéren cbezeichnen, anzeigen», aus lat. signdre cbe- zeichnen». signifikänt, adj.: bezeichnend. Umgebild. ausälterm signifiant(1813 b. Campe), von glbd. frz. signifiant.

Sigrist, m.(-Lels, Pl.-e): Küster, Meßner. Schweiz. Mhd. sigrist e), ahd.-and. sigiristo m., aus mlat. sacrista m.«Küsters, von lat. sacrum n. Gottesdienst», eig.«das Heiliges.

Sigurd, s. Siegfried. Sil, s. Sill.

Silbe, f.(Pl.-n): der kleinste Wortteil der artikulierten Sprache. Mhd. sil(la)be f., ahd. sillaba f., älternhd. Sylben(Maaler 1561), Sel)- be f., aus glhd. gr. dat. sylaba, gr. cuMaßi f. das Zusammenfassen, die zusammengefaßten Buch- staben, die Silbe, von gr. co-Xoußdveiv«zusam- mennehmen?(cbv mit, zugleich, zusammenꝰ, Aaußdvetv«nehmen, fassen»). 4BL. silbisch, adj., Ausdruck der neuern Sprachwissenschaft für Laute, die Träger des Silbenakzentes sind, 2. B. die Vokale, aber auch 7, I, m, n u. 5, z. B. in pst. ZUS. Silbenrätsel, n., bei Campe 1801 u. vonihm für Scharade. Silbenstecher, m.: Wortklauber, Pedant. Bei Bürger 351 b(B).

Silber, n.(-s, Pl. wie Sg.): das weiß glän- zende Edelmetall argentum. Mhd. silber, früh- md. silver, selver, ahd. sil(a)bar n.; dazu asächs. silubar, mnd. silver, sulver, sulver, mndl. silver, nndl. zilver, afrs. sel(o)ver, ags. seolfor, siolufr, engl. silver, anord. sifr, schwed. silfber, dän. sõlv, got. silubr n. Hängt zusammen mit glbd. abg. s'rebron., russ. Serebro m., apreuß. sirablan, siraplis, lit. sidãbras m.; nach Hehn von der pontischen Stadt AXOBI(aus-Xokößn), aus der nach Ilias 2, 857 das S. stammen soll. Unsicher. Vgl. noch Schrader Reallex., Feist EWB. der got. Sprache. Einen andern Stamm zeigen lat. argentum n., gr. p νpc m. u. dp ꝓiov n., arm. arcath, aw. arazata, aind. rajatãm n.«Silbery. 4B2L. Silberling, m.: biblische Silbermünze (2,15 M.), bei Luther, schon ahd. silabarling m. silbern, adj., mhd. silherin, md. silverin, ahd. silbar'n; dazu asächs. silubrin, mnd. sulveren, silverin, nndl. zilveren, afrs. selvirn, ags. seolfren,

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

got. silubreins. silbern, v., poet., sonst in ver- silbern, mhd.-ahd. silberen. ZUS. Silberader, f., mhd. silberãder f. Silbergeld, n., mhd. silbergelt n. Silberglätte, f.: kristallinisches Bleioxyd, 1485 sylherglit bei Diefenb. nov. gl. 237 b, mnd. sulverglede, s. Glätte. Silbergro- schen, m., 1540 b. Alberus dict. BB. silber- hell, adj.: weiß glänzend wie Silber, 1678 bei Krämer; hellklingend, 1810 b. Campe. Silber- pappel, f., 1795 bei Nemnich. Silberton, m.: silberheller Klang, bei Klopstock 1, 77. silber- weiß, adj., mhd. Silberzwiz.

Sild, m.(Lels, Pl.-e): Hering, meist in der 28s. Appetitssild. Aus glbd. dän. sild. Dazu schwed. sill, anord. sꝰld f. Von isl. Stli«das für jede Heringsart gebraucht wird.

Sile, s. Sille.

Silhouétte(spr. siluétte), f.(Pl.-/): Schat- tenriß. Mit der Sache um 1757 aufgekommen. Damals bezeichnete man in Frankreich nach dem Generalkontroleuru. nachherigen Minister Etienne de Silhouette( 1757), der alles mit größter Sparsamkeit u. Knappheit einzurichten wußte, zu große Sparsamkeit u. Knappheit bei einem Gegenstande dadurch, daß man sagte, derselbe sei à la Silhouette.

Sill, n.(*s, Pl.-e): das leichtre Zuggeschirr, d. h. Zugriemen-, Zugseilwerk der Pferde, bes. bei Werkzeugen zum Ackerbau. Westmd. als Ntr., 1691 bei Stieler Sille f., Nebenform von Siele(s. d.), ebenso wie Sille, f.(Pl.-n): in ein Dreieck geschlungne Riemen, die dem Lock- vogel um den Leib gelegt werden, um ihn an denselben mit einer Schnur auf den Vogelherd zu befestigen, 1741 bei Frisch. Sillscheit, n., das vom Wagner gearbeitete, am Fuhrwerk, Pflug usw. frei herabhängende Scheit, woran die Zugriemen od. Zugseile des Zugtieres be- festigt sind, md. Sillscheit, 1479 thür. sielscheit.

Silo, m.(-S, Pl.-s): Getreidebehälter. In neurer Zeit. Aus span. silo m. Getreidekellero.

Silscheit, s. Sillscheit.

Silvéster, öst. auch Sylvéster, m.(-s): der letzte Tag des Jahres. Eig. Name des Tages, nach Papst Silvester I.(314 355) benannt.

Similisteine, Pl. unechte Edelsteine. Von ital. Simili pl.«die ähnlichen», von glbd. lat. si- milis. Similor, n.(-s): Mischmetall aus ½ Kupfer u. Zink, Scheingold, Mannheimer Gold. Im 18. Jh. aus glbd. frz. similor m., von lat. Similis«ähnlich» u. frz. or m.«Gold, aus Mißverstand durch Anlehnung an lat. semi- chalby auch Semilor n.(eig. Halbgold), zuerst von der Fabrik Machers in Mannh. verarbeitet.

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