863 siegel
Signal 864
siegen, v., mhd. sigen, ahd. in ubersiginõn; da- von Sieger, m., 1537 bei Dasypodius, köln. im 13. Jh. segere m.(Hagen 5865). sieghaft, adj., mhd. sigehaft, md. segehaft, ahd. sigihaft. ZUS. sieglos, adj., mhd. sigelös, md. segelös, ahd. sigalôs. siegreich, adj., mhd. sigeriche. Sieg- stein, m.: die Steine lapis victorinus u. astroites, 1561 bei Maaler Sigstein(im allgemeinen mhd. sigstein m.«siegbringender Stein»), weilsie nach dem Volksglauben ihrem Träger Sieg verliehen, ebenso wie Siegwurz, f.: die Pflanzen allium victorialis u. gladiolus communis, die erste (Allermannsharnisch) 1505 bei Braunschweig de arte destillandi 120 sigwurz, die zweite(roter Schwertel) 1561 b. Cordus Siegewarz od. Neun- kraft. Vgl. Siegfried, Siegmund.
Siegel, n.: abgedrücktes Zeichen od. Bild zu urkundlicher Versichrung u. Bestätigung, zum Verschlufß eines Briefesusw.; das Petschaft. In 1. Bed. mhd. sigel n., im 15. Jh. stegel(auch bei Luther), mnd. se(g)gel n., mndl. seghel, nndl. zegel m., afrs. sigil, engl. seal, dän. segl, schwed. sigill n., got. Sigi f.«Siegel», während ags. sig i)l«Edelsteinschmuck, Spange, Broschey, ags. sigle n. u. anord. sigli n.«Halsband« u. ahd. sigilla f.«einen halbmondförmigen metallnen Schmuck» bed. In ahd. insigili n., siehe In- siegel, das älter ist als Siegel, liegt wohl Ver- mischung von lat. insigne n.(Kenn)zeichen? u. lat. sigillum n.«Bildchen?, dann«Abdruck des Siegelringsy, Dim. von lat. signum n.«Zeichen, Ab-, Kennzeichen», dann eBild im Petschaft⸗ vor. S. ist viell. erst aus siegeln gebildet. sie- geln, v., mhd. sigelen, im 15. Jh. stegelen, ahd. sigiljan nur in Zss.; dazu and. siglian, mnd. se- gelen, ndl. zegelen, afrs. sig(e)lia, got. sigljan. Viell. aus lat. sigilläre«kenntlich machen?. ZUS. Siegelerde, f.: heilkräftige, chedem auf Lemnos u. Malta gegrabne Erde, die in Kugeln geformt, mit dem Landessiegel versiegelt ver- sandt wurde, 1678 bei Krämer, dafür mhd. diu versigelt erde(mlat. terra sigillata f.). Siegel- lack, m., 1691 bei Stieler neben Siegelzoachs, mhd. sigelzwahs n. Siegelring, m., 1541 bei Frisius 7973.
1siegen, s. versiegen. 2siegen, Sieger, siehe Sieg.
Siegfried, Mannsname, mhd. Sigevrit, Sig- frit, Sivrit(daher nhd. Seifried, Seifert), ahd. Sigifrid, zgs. aus Sieg u. Friede, dafür anord. Sigurdr(aus Sigwardr), bei uns Siegwart. Siegmund, Sigismund, mhd. Sig(e)munt, ahd. Sigimund, burgundisch mit lat. Endung
Sigismundus(vgl. got. sigis n.«Sieg»), anord.
Sigmundr, agerm. bei Tacitus Segimundas, zgs. aus Sieg u. Mund(s. Mund f.).
Siegstein, Siegwurz, s. Sieg.
Sieke, s. Sie.
Siel, n. m.(, Pl.-e): in den Marschgegenden Niederdtschlds. eine Schleuse unten an einem Deich, eine unter einem Deich od. Weg durch- gehende Röhre od. Kanal mit einer Falltür od. zwei starken Flügeltüren, die sich zum Durch- lassen des Binnenwassers von selbst öffnen u. bei Flut im Meer od. Flusse von selbst schließen, um diese nicht einzulassen; in Hamburg ein unterirdischer Kanal zum Abführen des Spül- wassers u. Unrats aus den Häusern(bei Richey 1755 S/1). In der 1. Bed. mnd.-afrs., sowie ost- u. nordfrs. Sã m., mndl. S ⁄, nndl. 2417 f., viell. gleichen Stammes wie norw. sil«Seihen, schwed. sil«Sieby, sila«seihen», mengl. silen, Ableit. von seihen(s. d.).
Siele, f.(Pl.-n): breite gefütterte dem Pfer- de über Schulterblätter u. Brust gelegte Leder- stücke zum Ziehen; im Bergbau ein lederner Riemen zum Führen des Karrens(1778im Chem- nitzer Bergmänn. Wb.). In der 1. Bed. mhd. sil² m., auch f. n.(noch bayr. Sil m. n. f.), thür. im 15. Jh. s(i)el, ahd. silo m.(vereinzelt sielo) LZug- riemen beim Zugvieh»; dazu mnd. sele f., nnd. säle, nndl. zeel n., anord. sili, seli m., Schwed.- dän. sele. Gleichen Stammes wie Seil(s. d.). RA. In den Sielen sterhen«in der Arbeit bis zuletzt aushalteny. Vgl. Sill, Sille.
sielen, s. sühlen.
Siésta, f.(Pl.-s u.-sten): Mittagsruhe, Mit- tagsschläfchen. Im 18. Jh.(Wieland Sylv. v. Ros. 1, 65) aus glbd. span. siestaf., von lat. seæta (hora)«die sechste(Stunde)?, nämlich nach Sonnenaufgang, die heiße Mittagsstunde».
siezen, v.: mit Sie anreden, 1691 bei Stieler, S. Si.
Sigel, n.(, Pl. wie Sg.), bayr. nurso, Sigle, f.(Pl.-n): Abkürzungszeichen. Eins mit Siegel, aber viell. neu entl.
Sigismund, s. Siegmund.
Signàl, n.(-*s, Pl.-e): gegebnes Zeichen. Im 17. Jh.(Nehring 1694) zunächst als militärisches Wort aus glbd. frz. signal m., von lat. signam Zeichen, signäãlis Adj.«bestimmt ein Zeichen zu gebeny. Davon signalisieren, v.: durch ein gegebnes Zeichen andeuten, 1694 b. Nehring in der Bed.«seine Tapferkeit in einem Treffen gewaltiglich zeigen, sich durch eine herrliche Tat berühmtmachen’, dafür frz. signaler. Sig- nalemént(spr.-mé), n.: Angabe der Merk- zeichen einer Person, im 18. Jh. aus glbd. frz.


