847 Semikolon
Senge 848
an Goethe 1, 161 S. n., von lat. sıεstris«sechs- monatlich, halbjährigy, zu lat. seg«sechsy und mensis m. Monaty.
Semikölon, n.(-s, Pl.-s, öst. nur-la): das Interpunktionszeichen;. Ende des 15. Jh. von A. Manutius eingeführt. Zgs. aus lat. semi- chalby u. Kolon(s. d.). Schon 1663 bei Schottel Strichpunctlein, jetzt Strichpunkt.
Seminär, n.(-els, Pl.-e): Pflanzschule, vorbereitende Bildungsanstalt. 1678 b. Krämer Seminarium n., aus lat. sSéminarium n.«Baum-, Pflanzschulen, von lat. Sémen n.«Samer. Semi- narist, m.(-en, Pl.-en): Zögling eines Semi- nars, im 18. Jh. aus nlat. u. ital. seminarista, frz. sémindriste m.
semftisch, adj., eine durch Schlözer(1781) geprägte Bezeichnung des großen Sprachstam- mes, zu dem assyrisch-babylonisch, aramäisch, hebräisch, phönizisch, arabisch u. äthiopisch ge- hören. Abgel. von Sem, dem Sohne Noahs und dem Stammvater dieser Völker(nach 1. Mos. 10, 11).— Semitist, m.: Sprachforscher auf dem Gebiet des Semitischen.
Semmel, f.(Pl.-n): Weißbrötchen. Mhd. semel(e), Simel(e) f., ahd. semala, simila, simula f. cfeines Weizenmehl, feines Weizenbrötchens, aus lat. simila f.«das feinste Weizenmehl⸗(wo- her auch ital. semola f.«Kleie von feinem Wei- zenmehl), frz. Sémoule f.«Nudelgries»), vgl. gr. céudökic f.«das feinste Weizenmehls. US. Semmelmehl, n., mhd. sinel-, semelmel, ahd. semalmelo n.
Semovéntien, Pl.: lebendes Inventar(der Landwirtschaft); Zubehör. Aus lat. se moventia
wegen», also«sich Bewegendesv.
semperfrei, adj.: zur Haltung eines Sends (8. d.), sowie zur Teilnahme an ihm berechtigt, reichsunmittelbar, zu Ratsstellen in den Städten wahlfähig. Mhd. semper-, sempärvrd, zu mhd. semper, sempére, älter sentpére«durch Geburt zur Teilnahme an dem Send berechtigty daher im Mhd. auch die senkpéren vrlen, später gelehrt auf lat. semper«immer) bezogen.
Senät, m.(-Lels, Pl.-e): Stadt-, Staats-, Uni- versitätsrat; Senatssitzung auf der Universität. Mhd. senãt m. Staatsrat», das lat. sendãtus m. aus den Geschlechtern d. Vollbürger gewählter Staatsrat von(meist) bejahrten Männern», dann «Senatssitzung», von lat. seneæ calt, bejahrt». Senätor, m.(*, Pl.-en): Senatsmitglied, mhd. senãtõr(Pl.-e,-en), aus lat. senãtor m. Mit- glied des römischen Senates».
Send, m.(-Tels, Pl.-e): beratende geistliche
Versammlung, geistliches Rügegericht; Ge- richtsversammlung. Mhd. sent, älter senet m., auch allgemeiner«Versammlungꝰ, ahd. senôd, senõt m. cberatende, richtende Versammlungy; dazu mnd. Sent(e) n. m., afrs. sinacth, sineth, sind, ags. Se(o)nop, Si(o)nop m. Aus gr. lat. s„νdus f. Kirchenversammlung?, gr. cbvodoc f. Lusam- menkunft, Versammlungꝰ. Vgl. semper frei.
senden, v.(Prät. sandte, auch sendete, Konj. sendete, Part. gesandt, gesendet): schicken(in gewählter Sprache). Mhd. senden(Prät. sante, sande, Part. gesant, gesendet), ahd. sentan(Prät. santa, Part. gisant, gisentit); dazu asächs. sen- dian, ndl. zenden, ags. sendan, engl. send, afrs.- anord.-schwed. senda, dän. sende, got. sandjan (Prät. sandida). Eig. Kausativ«gehen machen zu einem germ.“sinpan«gehen, reiseny, wozu got. sinps m.«Gang, Reise, Weg»(s. Gesinde). 4BL. Sender, m., mhd. sender. Sendling, m., bei Voß Antisymb. 2, 238. Sendung, f., mhd. sendunge, sundunge(auch«gesandtes Ge- schenk»), ahd. santunga f. ZUS. Sendbote, m., mhd. sendebote, im 15. Jh. auch santbote m. Sendschreiben, n., 1603 bei Albertinus gul- dene Sendtschreiben.
Senesbaum,-blatt, s. Sennes-.
Seneschall, m.(-els, Pl.-e): Oberhofbe- amter über das königliche Hauswesen, Ober- hofmeister; Landeshauptmann. 1694 bei Neh- ring Seneschal m.«Oberamtmann, Gerichtsprä- sident, königlicher Hausmarschalb, mhd. sene-, sineschalt, scheneschalt m. Oberhofmeistery. Aufgenommen aus frz. sénéchal, prov. senescals,
ital. siniscalco, sescalco m. Oberhofmeisterꝰ?, N. Pl. des Part. Präs. mouvens zu moböre«be-
von deutsch-mlat. seniscalcus m. über zwölf Knechte als Aufseher des Hauses gesetzter Die- nery(Lex alamann. 79, 3 fl.), eine Zss. aus ahd. scalh, scale m.«Knecht, Dieners(s. Schalkc, Mar- schall) u. einem Stamme, der sich in got. sinista der ültestey, sineigs«alty(entsprechend lit. sénds, air. sen calt», lat. seneæ caltꝰ, gr. E&vn f. «der letzte Tag des abgelaufnen Monats», arm. hin, aind. säãnas, aw. hana- alt») zeigt, also urspr.«der älteste Diener».
Senf, m.(Jels, Pl.-e): die Schotenpflanze sinapis; die aus den Körnern von sinapis nigra bereitete breiartige Tunke. Mhd. sen(e)f m., ahd. senaf, seniph m.; dazu ags. Senep m., got. sinap-. Aus glbd. gr.-lat. sindpi n., gr. civãũrun. 2ZUS. Senfkorn, n., mhd. senfkorn, dafür ahd. senefes korn, got. kaurnò sinapis f.
Senge, f.: Hiebe. Nordd. u. md. Von sen- gen, v.:(tr.) mit rauschendem Feuer an der Oberfläche anbrennen;(übertr. von der Sonne)


