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Sektiön, f.(Pl.-en): Aufschneidung eines Leichnams(1791 bei Roth), Abteilung, Gruppe (1727 bei Sperander), aus lat. sectio f. das Zer- schneiden, von lat. secäãre(s. sezieren).
Sekünda, f.(Pl.-den): die zweite Klasse der höhern Schulen. Von lat. secunda(s. u.). 4.L. Sekundäner, m.— Sekundänt, m.(-en, Pl. -en): Gehilfe im Zweikampf, 1678 bei Krämer (dafür 1664 b. Duez Secund m., b. Moscherosch Phil. 1,48 Second m.), aus lat. secundans, Part. Präs. von secundäre«begünstigen», zu lat. se- cundus cfolgend, zweit, nächst, begleitend, gün- stigy. sekundür, adj.: in zweiter Linie in Be- tracht kommend. Uber glbd. frz. secondaire von lat. secundarius, einer Abl. von secundus. Noch 1834 bei Petri secondaire. ZD0S. Sekun- därbahn, f.: Nebenbahn.— Sekünde, f. (Pl. n): ⅛0 einer Minute(im 17. Jh. aus lat. secunda[pars] der zweite, d. h. Unterteil der Minute⸗, weshalb auch ital. minato secondo m. Sekundes, dagegen bloß minuto m.«Minutes); der zweite Ton vom Grundton. sekundieren, v.: Beistand leisten(1617 im teut. Michel 41); die zweite Stimme spielen(Goethe 8, 193). Aus lat. secundr-e(s. Sekcundant).
-sel, abgeschwächt aus-sal(s. d.).
Seladon, m.(, Pl.-s): schmachtender Lieb- haber. Eig. eine Figur in dem Roman 4strée von d'Urfé(1610— 27). Im 18. Jh.
selb, pron.(in: der selbe, derselbe, s. d.): der u. kein andrer, ausschließlich der usw. Mhd. selp(stark selber, selbiu, selbez, schwach Selbe), md. auch self, vereinzelt salb, ahd. selb(stark selbér, selbiu, selbaz, schwach Selbo, selba); dazu asãchs. Self und selbo, mnd. sulf, auch Ssil†, soly, ndl. zelf, afrs. self, selva, ags. syl†, engl. self, anord. Sſalfr, schwed. S αꝭν, dän. selv, got. silba. Herkunft dunkel. Kaum verw. mit air. Selb, kymr. helwo«Besitzy, da dies zu air. selaim«ich nehme» gehört. Vgl. noch Brugmann Demon- strativpron. 95. Dazu die zum Adverb erstarrte Form des Nom. Sg. M. selber, schon mhd. ime selber, von in selber, bi sich selber, von sich selber(vgl. selbs!). 4BL. selbig, Pronominal- adjektiv, mhd.(Ende des 13. Jh.) ein und der selbige geist,(14. Jh.) daz selbig wagzer, erst im 17. Jh. ohne Artikel stark selbiger, selbige, sel- biges, alem. seller. ZUS. selbänder, Ordinal- zahlwort: die in Rede stehende Person u. eine andre zusammen, selbdritt: die betreffende Person eingezählt als die dritte(mit zwei an- dern) usw., mhd. selbander,-dritte,-dritter, auch selbe vierde und vierde selbe, flekt. selbandern u. selbe dritten, mit einem Gen. Pl. verbunden
selbander richer künege«mit mächtiger Königen selbanderꝰ, selbe fümfte sinre genõöze«selbfünft mit seinen Gefährtens; danach sogar(1419) selb- ainer,(1428) selballein. Vereinzelt mit der Kar- dinalzahl verbunden selbzwwei(Klamer Schmidt Werke 2, 473, 8), selbfünfe(Goethe 25, 1, 48, auf- fällig bei Lessing Em. Gal. 3, 1 selbstfaunfziger. Selbende, n., s. Salband.
selbst, Pronominaladverb, zu einem Subst. oder Pron. gesetzt, 1. um ausdrücklich auf das von diesem Bezeichnete zu beschränken, 2. um eine Steigerung in der Rede auszudrücken,«so- gar»(im 16. Jh. bei Kirchhoff Wend. 1, 170). In der 1. Bed. bei Luther im Neuen Test. 1522 ff. selb, später geändert in selbs u. mitunter(1541 im Hohenlied 3, 5) Selbst, 1429 im Liber ord. rer. 29 d gelbs, md. im 14. Jh. selbis u. um 1300 selbes, bereits im 13. Jh. md. dã selbest. Durch An- treten eines!t hervorgegangen aus dem erstarr- ten Gen. Sg. M. von selb(s. d.) mhd. selbes, zu- nächst in Verbindungen wie sin selbes tohter «die Tochter seiner selbsty, ahd. in sin selbes sculdrom auf seinen eignen Schultern?, dann aber mhd. auch näch iurwer selbes hulde(Parz. 343, 14). Eine gleichsam flekt. Weiterbildung ist selbsten adv.(Schiller Wall. Lager V. 861), im 16. Jh. in den öst. Weist. 6, 53, 35, jetzt alt- fränkisch. Subst. Selbst, n.: das Ich, das eigne Wesen, 1702 b. Kramer. 43. Selbstheit, f.: das Selbst, md. im 14. Jh. selb(es)heit f. selb- stisch, adj.: egoistisch, selbstsüchtig, von Campe noch bemängelt, dafür selbstig bei Wie- land 15, 226 u. 8, 125; davon Selbstigkeit f., bei Gocethe Tasso 3,4. Selbstling, m.: Egoist, bei J. Paul unsichtb. Loge 2, 60. ZUS. 1. zu selb: selbständig, adj.: für, von od. aus sich allein bestehend, unabhängig, 1541 b. S. Franck Sprich- wörter 1, 131 b; um 1522 b. Ickelsamer Gramm. 3 selbsstendig, 1482 im Voc. theut. dd 32 das Adv. selbstendiglich, dafür md. im 14. Jh. selbsténde Adj.«von u. für sich bestehends», Selbständig- keit, f., im 15. Jh.(Diefenb. gl. 430 a), 1430 selp- stendekeyt(LfdPh. 9, 138).— 2. zu selbst: selbst- gefällig, adj., bei Wieland(Campe); Selbst- gefälligkeit, f., 1780 bei Adelung. Selbst- gefühl, n.: Gefühl des eignen Wertes, 1780 bei Adelung. Selbstgesprüch, n., 1766 bei Wie- land Agathon 1,6. Selbstherrscher, m.: un- umschränkter Herrscher, 1780 b. Adelung, da- für Selbsthalter bei Weichmann 1738 u. Frisch 1741 als Obersetzung des russischen Kaisertitels samoderzec. Selbstlauter, m.: Vokal, 1678 b. Krämer neben Selbstimmer, dafür Selbstlaut m. 1780 bei Adelung, Selbstlautender m. 1691 bei


