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als Adv.«späterhin»); dazu asächs. sid, anord. sid nur als Adv.«spät», ags. S als Adv. u. Präp., eig. der adverbial gebrauchte Akk. Sg. Ntr. des Komp. des Adj. got. seibus«späts, Hanaseips Adv.«weitery. Der Komp. von seit lautet mhd. sider, im 15. Jh. seider, md. auch seder, ahd. u. asächs. sãdor, mnd. se(d)der, Ssod- der, anord. sidarr(Sup. sidast) u. ist Zeitadverb in der Bed.«später, hernach, schon im Spät- ahd.«seitdemꝰ, im Mhd. u. Mnd. auch Präp. mit Dat. u. Konj. noch obd. sider, seider. Vgl. sint. Wahrscheinlich urverw. mit séötius«weniger, weniger gut, sérus«späts, air. Sir clang, ewigy, aind. sjãm abends, spätv. Vgl. Walde. ZUS. seitdem, adv. u. konj.: von der Zeit oder Be- gebenheit an, mhd. sit dem und sit diu(Instru- mentalis), ags. Sενᷣaαm u. siddan, sy-ddan seit- dem, weil, da». seither, adv.: die Zeit über bis jetzt, mhd. sit her, söthar, sidher, im Kanzlei- stil seithero 1664 bei Duez.
Seite, f.(Pl.-n): die Körperfläche zwischen dem Rücken u. der Brust sowie dem Bauche, bes. die Fläche des Leibes über der Hüfte; über- tragen auf Dinge, die Seitenfläche neben der vordern u. hintern od. neben der obernu. untern Fläche, dann die beiden gegenüberliegenden Flächen od. Richtungen, die nebenaus gehende Richtung in Beziehung auf ihre Ausgangsstelle, endlich Richtung überhaupt, Beziehung. Mhd. (stark und schwach) site, ahd. s't t)a f.; dazu asächs. Sida, ndl. ziν*(de), afrs. side, ags. side, engl. side, anord. Sĩda f., schwed. Sida, dän. side. Verw. mit dem Adj. anord. sidy«lang herab- hangend, langy, ags. Sid cweit, breit», ahd. Adv. sito«breit), mnd. wꝰ³t unde sit und als Adj. sit, side«niedrig». Viell. urverw. mit lit. Sétuua f. «tiefe Stelle in einem Fluß. 4BL. seitlings, adv.: zur Seite hin, 1585 bei Ringwaldt laut. Wahrh. 199, mhd. sitelingen.-Seits, adv., in aller-, beider-, deinerseits usw., mit angetretnem adv. s aus mhd.-Sit in beidersit, andersit, jen- sit usw., bereits im 14. Jh. disseits, ebenso wie seitens, präp. mit Gen., im 19. Jh. für ältres von Seiten. ZUS. Seitengewehr, n.: Degen, Säbel, 1616 b. Wallhausen Kriegsmanualg, älter Seitenwehr f. 1573 bei Fischart Flöhhaz 267 Br. u. 1562 im Reisbuch d. heil. Lands 1,356. seit- wärts, adv.: nach der Seite hin, 1641 b. Schot- tel 381 seitawerts.
Sekänte, f.(Pl.-/): einen Kreis in 2 Punk- ten schneidende Linie. Noch 1747 im Math. Lex. Secans, eig. Part. Präs. von lat. secãre«schnei- den», zu ergänzen linea cLinie».
sekkieren, auch seckieren, v. durch Bit-
ten, Fragen, Späße usw. beschwerlich fallen, necken, reizen. Ost.-bayr. Aus ital. seccare ctrocknen», dann cjem. gleichsam ausdörren, langweilen, belästigen», von lat. siccäãre«trok- ken, siccus«trocken).
Seköndeleutnant, m.: zweiter Leutnant. Zgs. mit frz. second«zweiter, von lat. secundus (s. Sekunde). Jetzt ersetzt durch Leutnant.
Sekrét, n.(-els, Pl.-e): Geheimsiegel; heimliches Gemach; Saftabsonderung(19. Jh.). In der 1. Bed. mhd. secrét(e) n., im 15. Jh. in der 2. Bed. bei Diefenbach gl. 1282, wie clev. 1477 secreet n., aus glbd. mlat. secrétum n., im klass. Latein schon«Abgeschiedenheit, einsamer Orto, das subst. Ntr. von sécrétus, Part. Perf. Pass. von lat. sécernére cab-, aussondern» ist(aus se- cohne, besonders, cernére«scheiden, sondern). Davon sekrét, adj.:«geheims. Sekretär, m.(-Lels, Pl.-e): Geheimschreiber; Schreiber; Schreibschrank(1813 b. Campe). In der 1. Bed. spätmhd. im 15. Jh. secrétäri m., bei Opitz 2, 30 Secretar, Pl. Secretarien 1500 in Reichsord. 35 b, mnd. 1514 secreter m., aus mlat. secretarius m. cgeheimer Rat, Geheimschreiber», eig.«der das Geheimsiegel(s. Sekret) führt», so b. Rot 1571, im 18. Jh. Sekretair(Schiller Kabale 1,2) nach frz. secrétaire m. Sekretariãt, n.(Lels, Pl.-e), im 17. Jh. aus spätmlat. secretaridtzas m.
Sekt, m.(-els, Pl.-e): süßer Likörwein; (seit etwa 1830 von Berlin ausgehend, vgl. Büch- mann Gefl. Worte) Schaumwein, Champagner. In der 1. Bed. 1647 b. Olearius Reisebeschr. 5, 2 Seck m., 1699 b. Hoffmannswaldau Hochzeitged. 10 Canarisec, mit angetretnem t 1663 b. Schot- tel Sect u. 1673 b. Weise Erzn. 191 Seckt m., wie ndl. 1598 sec(jetzt sek f.), engl. sack, dän. sek, schwed. seck m. aus frz.(vin) sec, span. vino seco, ital. vino secco m.«Trockenbeerwein, schwerer gelber, aus fast trocknen Trauben gepreßterSüß- weim, von span. seco, ital. secco ctrocken, dürry.
Sekte, f.(Pl.,n): sichabtrennende Glaubens-, Meinungspartei. Mhd. secte f., aus lat. secta f. cunterscheidende Denk- und Handlungsweise, Partei, philosophische Lehre u. Schule, religiöse Partei», eig. das subst. F. von lat. sectus, Part. Perf. Pass. von secäre«schneiden, zerschnei- deny. Im 16. Jh. hat S. vorwiegend die Bed. «Irrlehre, Ketzerei(2. Petr. 2, 1), daher noch obd. der Pl. Sekten«Sonderbarkeiten, Grillen. Dazu Sektierer, m.: Stifter od. Angehöriger einer Sekte, 1616 bei Hulsius, nach mlat. secta- rius m..wietrachtsstifter, Ketzers; sektiere- risch, adj., in der kursächs. Schulordnung von 1580 sectirisch, dafür mhd. sectisch.


