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graben». Von md. u. andrhein. s'fen«tröpfeln, sickern⸗, mnd. mndl. sipen, nndl. zäjpen, afrs. bisipa, ags. sipan«abtrõpfeln, triefen). 4 L. Seifner, m.: Erzwäscher, 1557 bei Agricola Bergw. 498 Seiffner.
* Seife, f.(Pl.-n): das aus Fett, bes. Talg u. Laugensalz bereiteteschäumende Waschmittel. Mhd. seife, ahd. seifa, seipha f.; dazu mnd. sepe, mndl. seepe, ags. Sdãpe f., engl. soap, entl. dän. säbe. Die Römer entl. Sache u. Wort(lat. Sãpo m.) durch Vermittlung der Gallier von den Ger- manen(Plinius hist. nat. 28, 12, 51), daher ital. sapone, frz. savon m.; auch glbd. finn. saipio, saipuo u. lapp. saipo hat germ. Urspr. Wohl von md. u. andrhein. Sifen, ags. sspan«tröpfeln, abtropfeny(s. 1Seife), also urspr.«tropfende zühe Masse», wie denn ahd. seipha u. ags. Sdp Harz» bedeutet. Viell. urverw. mit lat. Sébum n. Talgs, s. Walde. Vgl. Seifer. Anders ZfdPh. 38, 519. 48L. seifen, v.: mit Seife waschen (1515 im Eulenspiegel 58); Erz aus Geröll aus- waschen(1557 b. Agricola Bergw. 498). seifig, adj., 1691 bei Stieler seificht, spätmhd. sei/ſig cVvon Saft naßy. ZUS. Seifenkraut, n.: die Pflanze saponaria, 1546 b. Bock 1, 339 b, Seipffen- kraut 1561 bei Maaler. Seifensieder, m., spätmhd. im 15. Jh. RA. mir geht ein S. auf cerlange Klarheity. 1810 stud.
Seifer, Seiber, m.(⁸s, ohne Pl.): aus- fließender Speichel, Schaum aus dem Munde. In der 1. Bed. spätmhd. 1445 saifer, ahd. sei- var(seifar) m. Schaum?; dazu mnd. sever m. «Schleim aus Mund od. Nases, afrs. sever, saver n. cGeifery. Zu md. u. andrhein. sπa tröpfeln- (G. 1Seife). 4 BL. seifern, v.: geifern, mhd. seifern.
Seiger, m.(-s, Pl. wie Sg.): Uhr. Noch in Obersachsen u. Schlesien. Im 15. Jh. md. seiger m., urspr. die große Turmuhr mit der wageähn- lichen Unruhe, einem horizontal schwingenden Wagebalken, der zur Regulierung des Ganges an beiden Enden mit verschiebbaren Gewichten beschwert war, denn mhd. seigœre, seiger m. cWage», von mhd. sigen, ahd.-asächs. sigan c«sinken, abtropfen, ags. Sigan, anord. siga«sin- ken, sichsenken(vgl. seihen, sickern). seiger, adj.: senkrecht. Bergmännisch, 1562 b. Mathe- sius Sar. 52 aseyger, urspr. csich geradesenkend, eins mit mhd. u. älternhd. seiger«langsam tröp- felnd, kahmig, verdorben, schab, einer Ablei- tung von ahd. sigan(s. Seiger). seigern, v.: mit der Münzwage prüfend sondern(mhd. sei- gern, von mhd. seigœære m.«Wage», s. Seiger); Metalle ausschmelzen u. abtröpfeln lassen, u.
dadurch sondern(bei Luther 6, 460 b); einen Schacht mit der Bleiwage untersuchen und messen(1691 b. Stieler); intr. u. refl. ctröpfelnd sinken, sickern»(1780 bei Möser osnabr. Gesch. 1, 94, ahd. irseigren versiegen, von Ol, gleich- sam sinkend schwinden).
Seihe, f.(Pl.-n): Durchschlag, Sieb, mhd. sthe, ahd. sha f., im 15. Jh. sige, ahd. siha f., älternhd. bei Maaler 1561 Seygen f.; dazu ahd. siha f., mnd. si(g)e, ags. seohhe f. Von seihen, v.: Flüssigkeit zur Läuterung durch einen englöchrigen Körper laufen lassen. Schwach (Schottel 1663), wie ahd. Sihön, md. im 15. Jh. seigen(auch bei Luther Matth. 23, 24), mnd. si(g)gen, dafür stark mhd. sihen(Prät. soch, Part. gesigen), auch sten, im 14. Jh. seihen, im 15. Jh. sigen, ahd. sihan(Prät. séh, Part. sihan, sigan, siwwan); dazu ndl. zijgen«durchseihen», ags. séon(Prät. sãh, Part. sigen, sitoen, seowwen) cseiheny, auch zabtropfen, tröpfeln», anord. sia«seiheny». Verw. mit seichen(s. d.) u. mhd. sigen, ahd.-asächs. Sigan csinken, tröpfelnd rinnen, ags. S79an«sinken, sich senken, seihen, tropfend fließen», anord. siga«sinken, sich senken?, norw. sige. Verglichen wird aind. sinsãti, sédati cer gießt aus», gr. icudc f.«Feuch- tigkeit, Nässey, abg. sicati sseicheny». 4 BL. Seiher, m.: Durchschlag, 1530 bei Peypus.
Seil, n.(els, Pl.-e): dickres längres ge- drehtes Band. Mhd.-ahd. seil n., bei Luther in md. Form der Pl. Seele Hos. 11, 4 u. Saele Hiob 30, 11; dazu asächs.-mnd. sel, ndl. zcel n., ags. Sãl m., anord. seil f., got. nur in insailjan can Seilen hinablassen». Gleichen Stammes wie Siele, Sill, Saite(s. d.), urverw. mit lit. àtsaile f.«Art Verbindungsstange am Wagenꝰ, abg. silo, poln. sεdz, abg. siluükä m. eSeil, Striclo, germ. Grundf. also viell. seidlã- zu aind. sindti, sjäti cer bindety. 4 BL. seilen, v., mhd. seilen«Seile drehen, miteinem Seile binden, fesseln, henken; dazu and. andsélian elosbinden», afrs. Séla, ags. sclan«mit einem Seile binden?, got. insailjan (s. Seil!). Seiler, m., mhd. im 14. Jh. seiler. 2ZUS. Seiltänzer, m., 1654 bei Logau 2, 7, 89, dafur spätmhd. seilganger,-genger m.
Seim, m.(-els, Pl.-e): fließender Honig; dicklicher Saft(1716 bei Ludwig). In 1. Bed. mhd. seim, sein, ahd. seim m.; dazu and.-mnd.- mndl. sεm m., nndl. zeemn.«Honigseimy, anord. seim m. eHonigscheibe, Wabe». Viell. zu gr. aluuXoc, aiubNoc süß, einschmeichelnds(KZ. 30, 463). Anders ZfdA. 42,67. 4 L. seimen, v.: den Honig läutern, 1578 bei Clajus Gramm. 107, 10, mnd. sémen. seimig, adj.: dickflüssig,
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