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sehnen, v. refl.: anhaltend, tiefgefühlt u. schmerzend wonach verlangen. Mhd. senen (intr.)«Seelenschmerz empfinden, schmerzlich verlangeny, b. Luther Röm. 8,222 sich s. sorgen, bekümmert sein», ahd. sene«marceo, langueo» (Ahd. gl. 3, 417,27). Dazu mnd. senentliken cauf sehnsüchtige Weise, vollSehnsuchtu. Schmerzy, ostfrs. Senen, sänen«sehnen?. Dazu viell. norw. sina«eintrocknen, hinschwinden» u. aind. Ksi- nãti«vernichtet, läßt vergehem, gr. ꝙßivétv«ab- nehmen, dahinschwinden». Vgl. Btr. 28, 254ff. Das sonst verglichne spätlat. Soniu⁷ n.«ver- zehrender Gram», woher frz. soin m. Sorgey, ist germ. Urspr. Vgl. Walde. Subst. Sehnen, n., mhd. senen n. 4L. sehnlich, adj., mhd. sen(e)lich«schmachtend, von Seelenschmerz ergriffen», in gleicher Bed. mhd. senec(lich). ZUS. Sehnsucht, f., mhd. sensuht f.; da- von sehnsüchtig, adj., 1780 bei Adelung (aus Dusch).
sehr, adv.: in hohem Grade. Mhd. sér(e), ahd.-asächs. séFro«mit Schmerz, schmerzlich, dann(im Mhd.)«gewaltig, heftig, in hohem Grade», bei Luther seer, noch md.-nd. wie bei H. Heine 1, 229 E. sehre; dazu im Mhd. der Komp. sérre u. Superl. sérest. Vom Adj. mhd.-ahd. sér«schmerzvoll, Schmerz verursachend, im Mhd. auch«verletzt, wund»(nochschwäb.-bayr. sér«wund, schmerzhaft»), asächs.-afrs. sér, mndl. seer, nndl. zeer, ags. sr, engl. sore, anord. sãrr«peinvoll, wund»; zum Subst. mhd.-ahd. sér n. m.«Schmerzo, asächs. sér n., ags. Säν n., engl. sore«Schmerz, Wundheit», anord. sãr n., schwed. sr, dän. saar«Wunde», got. sair n. Schmerz». Gleichen Stammes wie air. scνtν Leid, Mühe, Krankheit), lat. saevus«wütend, lett. Siezbs, Siuνs«scharf, beißend, grausamy. Vgl. Walde. Vgl. verschren. Entl. finn. sairas
Seiber, s. Seifer.[ckrank».
Seichbeutel, m.: nichtiges schwatzender Mensch. Vgl. glbd. els. Seichpeter und bayr. Beutel für«Manny. S. auch Windbeutel.
Seiche, f.: Harn. Mitteld. u. in denanstoßen- den Gegenden des Obd. u. Nd., mhd.-mnd. seiche f., mndl. seike f.; dafür obd. Seich(bayr.), m., mhd. seich, ahd. seihm. Zuseichen, v.: harnen, mhd.(u. entl. mnd.) seichen, ahd. seichan, mndl. seilcen, Faktitivbildung von ahd. sthan cleise tröpfelnd fließenꝰ(s. seihen, sickern). Urverw. mit abg. 5⁶ m.«Harnꝰ, säcati«harnen?.
seicht, adj.: der Tiefe ermangelnd, flach. Mhd. siht(e), im 14. Jh. seiht, zunächst von Wasser, noch bei Lessing 6, 21 seichte, zu ahd. sihan cleicht tröpfelnd fließen»(siehe seihen,
sickern). 4BL. Seichtheit, f., bei Adelung 1780, u. Seichtigkeit, f., 1734 bei Steinbach.
Seide, f.(Pl.-/): das Gespinst der Seiden- raupe(bombyXx mori); Zeugstoff von diesem Ge- spinste. Mhd. side, ahd.(um 1000) sda f., mnd. sĩde, mndl. sijde, sije f., durch Vermittlung des Romanischen(prov.-span. seda, ital. seta f.) aus mlat. Séta f., zuerst seta serica, eig.«serisches Haarꝰ, d. h. von den Serern, einem fabelhaften durch die Bereitung seidenartiger Stoffe im Altertum berühmten Volke Ostasiens(daher lat. Séricus, gr. cnpixòc, ir. Stric«seiden») kom- mendes Haar, lat. séa f. ⸗starkes Tierhaar, Roß- haar, Borste?. Dafür ags. seol()e m., engl. Silx, anord. sili n., schwed.-dän. silke«Seidey, mit glbd. abg. Selkci m.«wahrscheinlich auf ein orien- talisches Wort zurückgehend», vgl. mongol. sirkelc«Seides, mandsch. sirghé, woraus der Volksname Serer fälschlich gebildet wurde. RA. Keine Seide spinnen bei etw.: keinen Vorteil haben. 1538 b. Franck Chron. 136 bfeine Arbeit machenn. 4L. seiden, adj.: aus S. bestehend od. gemacht, mhd. sidin, dann siden, ahd. sidan. ZS. 1. mit seiden: Seidenfaden, m., mhd. sidenvadem,-faden. Seidenschwanz, m.: der krähenartige Vogel ampelis, weil das Gefieder, bes. der Schwanz seidenartig weich u. fein ist, 1552 bei Eber-Peucer E 7 b, vgl. Suolahti 146, anders mhd. sidenstoanz m.«in seidnen Kleidern einherstolzierende Person»(s. Schaanz). 2. mit Seide: Seidenwurm, m.: Seidenraupe, mhd. södenwurm m.
Seidel, n.(-S, Pl. wie Sg.): ½ bayrische (Flüssigkeits-) Maß. 1618 b. Schönsleder Seitel, im 15. Jh. s?del, seidel, mhd. sichon, 1359 seidelein n., mit diminutiver Bildung aus lat. Sitalas m., situla f.«Gefäß, Wassereimerꝰ, mlat. 889 auch cein bestimmtes Weinmaß.
Seidelbast, m.(-Le]ls, Pl.-e): der Keller- hals, daphne mezereum, 1546 b. Bock 2, 8², um- gebildet aus spätmhd. 2ĩdelbast m., 1482 2 del- Past, 1400 auch zizel-, zutzelbast(Heilmittel- buch, Gießener Hdschr. Nr. 992 Bl. 132 b u. 134²), worin zĩdel viell. auf die Bienen geht(s. zeideln), insofern diese die im Frühling vor den Blättern erscheinenden Blüten aufsuchen.
1Seife, f.(Pl.-n): von Quellwasser, dauern- der Nässe durchzognes sumpfartiges Gelände; Erzwäsche. In beiden Bedd. mhd. Sꝓe m. f.; urspr.«abfließendes Bächlein u. von ihm durch- zogne Bergschlucht⸗, so noch hess.-nass. Sei †ε) m., schles. Seifen m.; dazu mnd. S?p(e) m. n. Bacho, sipe, sippef. feuchtes Land, Niederung (noch westfal. sipen n. m.), mndl. si*jpe«Abzug-


