Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
833-834
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833 Segel

Sehne 834

ruhe, f., 1691 b. Stieler. Seelenverkäufer, m.: Sklavenhändler, Matrosenwerber(ndl. eiel- verkopper), 1706 bei Hazard Lebensg. 6; kleiner Kahn. Urspr. preuß. Bei Freytag Soll u. Haben 1,138. Seelenwärmer, m.: gestrickte Weste od. Schal für Brust u. Rücken. Erst in der 2. H. des 19. Jh. Seelsorger, m.: Geistlicher, Priester, 1517 bei Keisersberg Brösamlin 1, 59 b, spätmhd. im 15. Jh. sélsarger m., anders bei Diefenbach nov. gl. 363 2 gelsorger«Testaments- vollstrecker»(15. Jh.).

Segel, n.(*I, Pl. wie Sg.): Wind fangendes Tuch zum Forttreiben eines Wasserfahrzeuges. Mhd. segel m., auch sigel, ahd. segal, segil m., noch im 17. Jh. b. Duez, Krämer, P. Fleming 81 M., erst seitdem durch niederd. Einfluß Ntr. (Stieler 1691); denn asächs. segel n., mnd.-mndl. segel, seil n., nndl. æcil n., ags. S(7⁰) eg! m. n., engl. sail, anord. segl n., schwed. segel, dän. seil. Viell. urverw. mit mir. séol, kymr. hogl«Segelb od. zu lat.-gall. Sagum n.«viereckiges Stück groben Wolltuches als Umwurfs«, lett. sega cleine Decke», segene, segele«Decke, großes Tuch» (vgl. and. segela f.«ſleinener] Vorhang), od. zu gr. örkov n. Takelwerk⸗. Vgl. ZfdA. 36, 50, Uppalastudier til Bugge 86ff., dagegen aus dem Deutschen entl. lit. Zeglas, poln. Zagiel m., afrz. sigle«Segely. RA. die S. streichen: sich für überwunden erklären(Ramler Fabellese 3, 81), nachgeben(Günther 425), eig. als Zeichen der Ergebung die Segel herunterlassen»(1757 in Eggers Kriegslex.), auch«das mittelste Segel am großen Mast halbfallen lassen als Zeichen der Ehrerbietung»(1664 b. Duez). 4 L. segeln, v., mhd.-md. sigelen, 1537 b. Dasypodius seglen; dazu mnd. se(g)gelen u. seilen, mndl. seilen, nndl. zeilen, ags. seglan, siglan, seglian, engl. sail, anord. sigla, schwed. segla, dän. seile. Segler, m., spätmhd. segeler. ZUS. segelfertig, adj., 1658 bei Mandelslo 1,2. Segeltuch, n.: grobe Leinwand, bei Kramer 1702 u. Ludwig 1716, mhd. segeltuoch n.«Segel».

Segen, m.(-, Pl. wie Sg.): das worüber gemachte Zeichen des Kreuzes; Rede, Gebet mit dem Zeichen des Kreuzes; feierliche An- wünschungkünftigen Gutes; Zauberformel(mit dem Kreuzeszeichen). In diesen Bedd. mhd. segen m., md. auch sein m. u. vereinzelt segene, seinef., ahd. segan, segin m. nur in den drei ersten Bedd.; dazu nnd. segen, mndl. seghen, nudl. zeghen Segeno, ags. seg(e)n n. m.«Zeichen, Feld- zeichens, anord. signan f.«Weihung mit dem Kreuzeszeichen». Viell. nicht aus lat. signzm n. eichen, Feldzeichen, Banner», im Mlat. bes.

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

das Kreuzeszeichen(signum crucis), sondern eine Bildung von segnen, v., mhd. segen(en), kontrahiert sénen, ahd. seganõn, seginõn; dazu asãchs. segnõn, ags. segnian, sénian, anord. signa (mit dem Kreuzeszeichen weihen, auch mit einem Thors Hammer andeutenden Zeichen), aus lat. signare«mit einem Zeichen versehens, im kirchlichen Latein«mit dem Zeichen des Kreuzes, sei dies mit Fingern u. Hand od. durch Anheften» usw., vgl. noch die urspr. Bed. in sich reuzen u. segnen. 4BL. Segnung. f., mhd. segenunge, seinunge, sénunge f.

Segge, f.(Pl.-n): das Riedgras, carex. 1784 bei Jacobsson, aus glbd. nd. segg, sech f.; dazu mndl. segghe, nndl. segge f., ags. Secg m. n., engl. sedge«Riedgras». Im Obd. entspricht obpfälz. Saich«Schilf, Sumpfgrass, bayr. Säãcher f. «Ahrenspitze, Grasbalm». Vgl. noch Korr. Blatt. d. V. f. ndd. Sprachf. 15, 91.

Sehe, f.(Pl.-n): der Augenstern; das Seh- vermögen. In beiden Bedd. mhd. sehe f.(auch «Ansicht, Anblick»), ahd.-and. sehaf. nur in der ersten and. seho m.«Pupille». Von sehen, v. (Präs. sehe, siehst, sieht, Präat. sah, Konj. Sähe, Part. gesehen, Imp. sieh): mit dem Augenlicht wahrnehmen; aussehen(häufig im 16. Jh., z. B. 1537 b. Dasypodius). In der 1. Bed. mhd. schen (Präs. Sihe, sihst, siht, Prät. sach, Pl. Sähen, auch sãgen, Konj. sche, Part. gesehen, Imp. sich), md. zusammengez. sén(Prät. Pl. Sdn, Part. gesén), ahd. sehan(Präs. sihu, sihis, sihit, Prät. sah, Pl. sãhun, Part. gasehan, Imp. sih); dazu asächs. sehan, mndl. sien, nndl. zien, afrs. sia, ags. sõon, engl. see, anord.§ έ, schwed.⸗dän. se, got. sailvan (Prät. salo). Germ.*sehzwan steht im Ablaut zu schauen(s. d.). Dazu noch ir. ar-secha(KZ. 40, 249). Alb. Soh sehe» ist aus dem Germ. entl. (KEZ. 39, 312). Uber frühre Erklärungen vgl. Btr. 29, 336. 4BL. Seher, m., bei Luther 3, 228 J., mhd. in sternseherm. ZUS. Sehkraft, f., 1693 b. Kramer Sehenskrafyt, 1702 Sehekraff.

Sehne, f.(Pl.-n): Spannschnur, seil, ader. Mhd. sen(e)ve, sene, ahd. sen(a)zwa f., bei Brack 1495 b 82 sendawe u. 1489 c 52 gennd f., 1663 bei Schottel Sehne; dazu and. senewa, sineewa f., ndl. zenulo f., afrs. sini, sine f., ags. si o)nuf., engl. sineiv, anord. sin f.(auch männliches Glied bei Tieren), schwed. sena, dän. sene. Wegen ags. sinu ist urgerm. ĩ in dem Worteanzusetzen(Btr. 23, 292), daher zuawest. hinu-m. Band, Fesselo, gr. ivec«Sehneny. In der Bed.«Bogensehne» die Nebenform Senne f., im 15. Jh. senne, ahd. einmal senna f. 4L. sehnicht, sehnig, adj., im 15. Jh. b. Diefenb. gl. 379 senicht, synnig.

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