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uschts, lat. sextus, gr. Exroc, air. sessed, kymr. chueched, lit. Sestas, abg. sestä, awest. Tstva, aind. asthäs. Davon sechstehalb, 5 ½, mhd. sehstehalp, and.(flekt.) se(h)stahalf. Sechstel, n., gekürzt aus Sechsteil, mhd. sehsteil n. sech- zehn, Zahlw., mhd. sehzehen, md. sechzén, ahd. sehs-, sehzén; dazu and. se(h)stein, afrs. seætine, sexténe, ags. sictvne, anord. seætãn. Davon das Ordnungszahlwort sechzehnte, mhd. seh(s)-
„ zehende, spätahd. sehszönde; dazu mnd. ses-
teende, anord. seætãndi. sechzig, Zahlw., mhd. sehæic, sehzec, sehszic, ahd. seh(s)æug, sehzog, sezzoch; dazu sehstic(Hildebrandslied 50), mnd. sestig, ndl. zestig, afrs. seætich, ags. s-xtlig, engl. siætg, anord. sextigir, schwed. seætio, got. saihs tigjus(belegt Dat. saihs tigum). Davon sech- zigste, Ordinalzahl, mhd. sehzigeste, ahd. seæ-, sehzugõsto, sehzigösto, anord. sectugr.
Sechter, m.(-s, Pl. wie Sg.): ½ Meste od. 116 Malter. Mhd. sehter u. sester m.«Trocken- u. Flüssigkeitsmaß, Gefäßy, im 12. Jh. am Nieder- rhein sehtœre, ahd. sehtari(8. Jh.) u. sextäri, spätahd. sestere, älternhd. 1537 bei Dasypodius u. noch bei Hebel Sester, auch mnd. sester m. Entl. aus lat. Segtarius m. des röm. congius (eines Flüssigkeitsmaßes von etwa 1 ½ Maß); ¼ des röm. modius(Scheffels).
Seckel, m.(*s, Pl. wie Sg.): Name eines Ge- wichtes u. einer Münze der alten Juden. Bei Lu- ther. Aus hebr. segel, woher auch gr. cixxoc m.,
seckieren, s. sekkieren.[lat. siclus m.
Sedelhof, m.: Edelsitz gewesner Bauern- hof; steuer- u. fronfreier Hof. Mhd. sedelhof m.«Herrenhof, ssitz», 1507 setelhoff(Weist. 1, 790), md. 1367 sadelhof u. 1597 Sattelhoff bei Haltaus 1579 ff., mnd. 1371 sedelhove. Zgs. mit mhd. sedel m. n., ahd. seddal m.«Sitz, Sessel, Ruheplatzy, im Mhd. auch Landsitzo, mnd. sedel, ags. Setl, sedl, sedl m. n.«Sitz». Vgl. siedeln.
Sedéz, n.(-es, Pl.-e): Format, wenn der Bogen in 16 Blätter gefalzt wird, Sechzehntel- größe. 1728 bei Sperander Sedetz-Buch, aus lat. in sẽdecimo, von sédecimus der Sechzehnte.
See, m.(*, Pl.-n): Landsee. See, f.(Pl. ⸗n): Meer. In beiden Bedd. mhd. 56 m.(Gen. -es), ahd. 660 m.; dazu in der Bed.«Meer', asächs. S50, séuονm., mnd. 56 f., mndl. see f., nndl. zee f., afrs. sõ m., in beiden Bedd. ags. 8 m. f., engl. sea, anord. Sſãr, sjör, scr m., schwed. sjo m., dän. sô, aber got. saiνεᷣ m.«Landsee, Sumpf. Aus dem Niederd. drang das F. im 12. Jh. ins Mitteld.(Rother 810) u. vereinzelt ins Mhd. mit der Bed.«Meer», im ältern Nhd. zwar oft auch in der Bed. Landsee gebraucht, ebenso wie das
M. vom Meer, aber allmählich hat sich der heu- tige Gebrauchsunterschied festgesetzt(1664 bei Duez, Krämer 1678, Frisch 1741). Die Schrei- bung See schon im Voc. ex quo von 1469, in Städtechron. 2, 238, 1 sehe m.(1450) u. 1507 bei Wilwolt von Schaumburg 85 F. Herkunft dunkel. Kaum zu lat. sdeuus«wildy, gr. iokoc (aifXoc)-beweglich». Das ahd. gisig, gesixcm. n. Sumpf, Pfuhl» gehört zu ahd. sigan«sich sen- ken, sinken» u. kaum zu Sec. Vgl. noch Walde, Zupitza 68, Bezz. Btr. 27, 145. ZUS. Seebär, m.: Robbenart; brummiger Mensch. Seegras, n., 1616 b. Wallhausen Kriegsmanual 121(zum Polstern). Seehahn, m.: der Seefisch Knurr- hahn(s. d.), 1561 b. Maaler Seehan, mnd. séhan. Seehund, m., 1508 in der Straßburger Gemma k 4° sehundt u. 1495 in der Kölner J 4 sechont. seekrank, adj., 1702 bei Kramer. Seelöwe, m.: großer Seehund im Stillen Ozean, 1741 bei Frisch. Seemann, m., 1641 bei Schottel 269, ahd. Séman cals Eigennamen; dazu ndl. 1598 seeman, ags. scôman, anord. sjömapr m. See- räuber, m., spätmhd. im 15. Jh. see-, sehereuher. Seerose, f.: die Wasserpflanzenymphaea, 1780 bei Adelung, dafür mhd. sébluome f. See- schlange, f.: fabelhaftes Seeungeheuer. Um die Mitte des 18. Jh. zuerst erwähnt. Seit 1840 Stichwort für eine fabelhafte Zeitungsnotiz. Vgl. Ladendorf. Seezunge, f.: der Plattfisch pleuronectes solea.
Seele, f.(Pl.-n): die in einem Wesen wir- kende Grundkraft, daß es lebt; vom Leibe ge- trenntes unkörperliches Wesen(mhd.);(über- tragen) das Innerste eines Dinges, z. B. der innere hohle Raum eines Geschützes(1617 bei Wall- hausen Archiley Kriegskunst 71), das lockere Mark des Federkiels(mhd. b. Reinmar v. Zweter 188, 8), die silberfarbne Blase längs dem Rücken des Herings(im 16. Jh. in Zimm. Chron. ²4, 305, 20), die Schwimmblase der Fische(1796 bei Nemnich). In der urspr. Bed. bei Luther Seele, mhd. séle, ahd. séla, älter sõula f.; dazu asächs. séola, siola, mnd. séle, seile, mndl. siele, nndl. ziel, afrs. Séle, siele, ags. sοοε)?, engl. Soul, (entl.) anord. sãl(a), schwed. Själ, dün. Själ, got. sauwala f. Dunklen Ursprungs, man hat ent- weder an Zusammenhang mit lat. sqevis«wildy, gr. aiékoc«beweglich, schnell» gedacht, od. lit. silâ, abg. sila«Kraft, Gewalt», apreuß. seilin Akk. Sg. Ernst, Eifer, Anstrengung», Sseilins Akk. Pl. Sinney, seiliskcu«Andachts verglichen. 2ZUS. Seelenmesse, f.: Messe für einen Ver- storbnen, mhd. sé(e)messe f., erst im 18. Jh. Seelenmesse(Musâus Volksm. 1, 80 H.). Seelen-


