Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
829-830
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829 schwude

sechs 830

u. schwach svardi, got. suwõr; das Part. Pass. mhd. geszworn, geszwwarn, ahd. gisuoran, ags. sworen, anord. svarinn.

schwude, intr.: Zuruf an Zugtiere, links! (Lessing 1, 403), b. Luther 6, 157 b Scheoode, 1598 bei Ringwaldt laut. Wahrh. 213 schzwude. Im Ostdeutschen. Dazuälternhd. schauden v.(1613 bei Rinckhart eisleb. Ritter V. 1720), schawoden (1562 bei Mathesius Sar. 123 b)«links gehenp.

schwül, adj.: dunstig heiß, drückend heiß; ängstlich, beklommen. In 1. Bed. 1645 bei Ze- sen Rosemund 3 u. 1691 bei Stieler schaoul, aus dem Md., nach käühl(s. d.) umgebildet zu schawul(1716 b. Ludwig), mit den Nebenformen schaoulle(Rädlein 1711), schwüllig(Weckherlin 2, 377, 35 F.), schawullig(Krämer 1678), ge- schawüllig(Duez 1664), geschwul(Henisch 1616), Ende des 16. Jh. bei Schweinichen 1, 129 ge- schwule cüngstlich», dafür obd. bei H. Sachs 21, 81, 1 gschwilig, 1618 bei Schönsleder schawil- lig, spätmhd. sawilch, im 15. Jh. schwilich, noch bayr. gschwilh, 1538 bei Voith Ursprung des Menschen 5, 2 V. 2105 schawel. Gleichen Stam- mes wie schawelen(s. d.), ahd. Seoilizon. Im Ndd. entspricht seoο, Ssewul, sewöl, nndl. 22οοel. 4BL. mit latinisierender Endung Schwulität, f. (Pl.-en): heiß machende, bängliche Verlegen- heit, ängstliche Herzbeklommenheit, aus der Studentensprache(1781 bei Kindleben) volks- tümlich geworden(Bürger Kais. u. Abt V. 47). Lat. flekt. kommt sogar Schzwulibus in der RA. in Sch. sein vor(1831 stud.).

Schwulst, m. f.(Pl. Schzwulste): Anschwel- lung eines Körperteils, geschwollne Körper- stelle; Aufgedunsenheit, überladne Fülle des Ausdrucks. In der 1. Bed. mhd. sulst f., jetzt durch Geschawulst(s. d.) fast verdrängt; in der 2. Bed. 1757 bei Hagedorn poet. W. 1, 177. Von schawellen(s. d.). 4L. schwülstig, adj.: ge- schwollen(1616 b. Hulsius); aufgeblasen, prah- lerisch(1630 bei Lehmann Florileg. 24 schzwul- stig); volltönend aber leer(bei Luther 3, 56 b J. schaülstige Wortée).

Schwung, m.(-es, Pl. Schwünge): starke Schwingungusw.; Handlungskommis(in neurer Zeit, stud. 1831). Spätmhd. im 14. Jh. seunc m. (Gen.-ges). Von schwingen(s. d.). RA. jem. auf den Sch. bringen. 4BL. schwunghaft, adj., 1810 b. Campe. ZUS. Schwungkraft, f.: Zentrifugalkraft(Kant S, 269 H.); Kraft des Auf- schwungs(Bürger 1582 B.).

schwupp, interj.: in schnellster Bewegung, im Augenblick, eig. lautmalend zur Bezeich-

nung eines dumpf klatschenden Schlages, 1779

bei Schummel Spitzbart 167, nd. Sewups, ferner saw³p m.«sausender schneller Hieb», seuppen c«schnell u. sausend die Luft durchfahren». Im Ablaut zu schewapp, schawipp(s. d.). Schwur, m.(-els, Pl. Schzwüre): Eid, be- kräftigende feierliche Beteurung. Mhd. saνor, ahd. eidszwuοr m. neben suart f., eidsuarti f. u. swaritha, swerida f. Zu schaoören(s. d.). Seirõcco, öst. für Schirökko(s. d.). Sebästian, Mannsname, mhd. in der lat. Form Sebastidnus, von gr. ceßocrc«verehrt, ehrwürdig, heiligy. Dazu die Koseformen Ba- stel(1648 im Harnisch aus Fleckenland Titel), Baste(im Kartenspiel der Grünober). Sebenbaum, m.: der Baum juniperus sa- bina. Im 15. Jh. sabinbaum, 1437 Sebenbaum, mhd. sevenboum m. neben seven f., frühmhd. savine, ahd. sevinboum m. u. sevina f., aus glbd. mlat. savina, sabina, lat. herba Sabina, eig.«sa- binisches Kraut», woher auch ags. safinef., engl. savin, ital. savina, span. sabina f. ⸗Sebenbaum. Umgebildet in Sadebaum, s. d., Sagebaum(im 15. Jh. sageln baum, mhd. segenboum), Siebenbaum (noch wetterau. usw.), im 15. Jh. syebenbaum, ndrhein. 1420 zievenbom(Diefenb. gl. 505°). Sech, n.(els, Pl.-e), bayr. auch f.(Pl.-en): das niederhangende Pflugmesser. Mhd. sech, ahd. se()hn.(auch Karst), auch sehe, mnd. plõch- seke. Gleichen Stammes wie Säge(s. d.), Sense (s. d.), urverw. mitlat. secãre«schneidem, secula f.«Sichel»(s. d.). sechs, Zahlwort, alleinstehend auch noch Nom. u. Akk. sechse, Dat. sechsen, der Gen. sechser in sechserlei, mhd. sehslei(s.-lei). Mhd. se(h)s, ahd. sehs(flekt. im Nom. u. Akk. sehsi, sehse, Ntr. sehsiu, fränk. Sehsu, Dat. sehsim); dazu asächs. se(h)s, mnd. ses(se), sos(se), mndl. ses, nndl. zes, ags.-engl. Six, afrs. u. anord.- schwed.-dän. sex, got. saihs. Urverw. mit glbd. lat. sex, gr. EE, Fés, air., kymr. chevech, lit. Sesi, abg. Sest?, alb. gasto, arm. veg, awest. æsvas, aind. gãs, 3äãt. Als Subst. Sechs, f., 1691 bei Stieler; als Spielerwort Sechs, Seß n.: die Sechs auf dem Würfel, 1578 bei Frischlin Nom. Kap. 177 Sä⸗, Senß, mhd. u. am Niederrhein im 12. Jh. ses n., aus dem Romanisch.(afrz. seiæ). Meiner Sechs, s. Sir. 4B L. Sechser, m.: Münzstück von sechs Kreuzern(1481 bei Schmeller) od. Pfenni- gen; Mitglied eines Kollegiums von Sechsen (der Pl. spätmhd. im 15. Jh.). Sechste, Ordinal- zahl, mhd. seh(s)te, ahd. seh(s)to; dazu asächs. se(h)sto, mnd. seste, soste, ndl. zesde, afrs. sexta, ags. sixta, engl. siæth, anord. sétti, seæti, schwed.-dun. jette, got. saihsta. Dazu apreuf.