Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
827-828
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827 schwipp

schwören 828

beliebt ist; auch der älternhd. Pl. schzoungen (bei Luther u. Schottel 1663) findet sich noch bei Schubart 2, 53 u. Herder, aber bereits im Garg. 122 schawangen; für den älternhd. Konj.

schawünge tritt im 18. Jahrh.(1741 bei Frisch)

schaünge ein. 43L. Schwingung, f., 1691 b. Stieler. ZUS. Schwingstock, m.: Gestell zum Flachsschwingen(Musäus Volksm. 4,28), 1780 bei Adelung.

schwipp, interj. zur Bezeichnung eines kurzen hellen Schlages, 1558 schwib schacab(s.

schaapp), 1735 bei Stoppe Parnaß 146 schwips

schwaps; auch als Adj. flink, gewandt», 1776 b. Bode Tristr. 3, 173 schawipp, nd. svipp, und als Subst. Schwips, bayr. auch Schwipps m. ckleiner Rauschy, eig.«Schwanken. Schwippe, f.(Pl.-n): das klatschende Ende der Peitsche. Mhd.(md.) seoippe f.«Peitschen- schnury, älternhd. 1663 b. Schottel Schaoeppe f. «Peitsche», aufgenommen aus dem Nd., mnd. Stepe, Subope, Stοppe f., und. stoepe, Siepe f. «Peitschey, obersächs. Schawiepe f. aschlanke Gertes; dazu nndl. 20⁶ep f., ags. sewipu f., anord.

suipa f.«Peitschey, auch«Peitschenschlag»,

schwed. suepa, dün. suõbe«Peitsche?. Verw. mit schzweifen(s. d.), ahd. swifen«eine rasche kreisartige Wendung machew. 4 L. schwip- pen, v.: mit der Peitsche zwicken(1810 bei Campe), schwank schnellen(1787 bei Goethe 31, 228); dazu ags. swippan u. swipian cgeißeln, schlagen», anord. svipa«sich schnell bewegen, peitschen.

Schwippschwager, m.: Bruder der Schwä- gerin od. des Schwagers u. ähnliches. Nordd.

schwirbeln, v.: sich im Kreise wirr durch- einander drehen, wirbeln(Eichendorff4, 8), md.- bayr. schweiz., wie Schwirbel m.«Wirbel», ahd. Swirhil m.«Holz zum Glattstreichen» zu ahd. szwerban, mhd. suerhen«sich wirbelnd od. verwirrt bewegen, abwischen», asächs. stwerban cabwischenv, afrs. swwerva«wandern, schweifen, ags. seorfan«wischen, reiben», got. sewairhan «wischen». Viell. zu abg. svräbeti«jucken?, gr. cupqerc m.«Kehricht,

Schwirren, m.(Gen. u. Pl. wie Sg.): Pfahl. Schweiz. 1561 b. Maaler Schawiren, mhd. swir(n), m. Pfahl, Uferpfahl», ahd. in swirön aden Kauf bestätigen»; dazu ags. saweor, Suwer, Swofr m. f.«Säule, Pfeiler», anord. Sviri m.«Schiffs- pfahl zum Befestigen von Tauen», urverw. mit aind. svärug m. Opferpfostenꝰ, lat. surus m. «Zweig, Sproß, Pfahl». Weiteres KZ. 40, 561.

schwirren, v.: fein zitternd, hart tönen. 1663 b. A. Gryphius Trauersp. 413(vom Klirren

der Ketten) u. bei Schottel(vom Rauschen des zusammenschlagenden Schilfrohrs), 1684 bei Scriver Seelenschatz 755(vom Stimmlaut der umherfliegenden Schwalben, dafür 1657 bei Comenius Sprachenthür 160 schwieren): dazu nd. Suieren cherumfliegen, schwärmenꝰ, swirt- jen«zwitschern, schmausen», mnd. 1538 Part. geschworren cherumgeschwärmts, aus dem Deutschen entl. schwed. svirra, dän. svirre, ital. sguirrare, squirrare«schwirren. Ent- weder lautnachahmend oder zur gleichen Wz. wie Scharm, vgl. lat. susurrus m.«Zischen, Flüstern» und surren. Schwitz,m.(*es): Schweiß. Spätmhd. sewit)e m. Jetztin der Umgangssprachesehr verbreitet, urspr. obd. Von schwitzen, v.: Flüssigkeit aus der Haut dünsten. Mhd. secitzen, ahd. stwοe- zen, verw. mit Schzweiß(s. d.); dazu und. sawetten neben suνοten(s. 1sChobeißen). Urverw. mit gr. idietv(aus Fidieiv), lat. sũdäre, lett. swidu, swist, aind. svicjati«schwitzeny». Als Küchenwort bed. sch. crösten, dümpfen», 1810 b. Campe, ent- sprechend dem alem. schzweitzen, s. 28chzeiſßen. Schwof, m.: niedriges Tanzvergnügen, stud. 1825 aus der md. Form Schcof für Schweif, 8.d. schwögen, v.: seufzen, klagen, weitläufig reden. Aus dem Ndd., wo es sehr gebräuchlich ist. Dazu ndl. zuoegen«keuchen, asächs. ags. Ssuwogan crauschen, tönen, got. gas'ögjan, sawoο- gatjan«seufzen, Sagnjan«frohlocken». Ohne anlaut. s könnte dazu lat. vägire«wimmern, quäkenꝰ, gr. ich f.«Schall, Ton» gehören. schwören, v.(Prät. schwur, schwor, Konj. schüre, Part. geschaworen, Imp. schaoörle]): mit einem Eid bekräftigen, feierlich beteuern oder geloben. Mhd. swern, noch älternhd. bis ins 18. Jh. schaweren, aber 1537 bei Dasypodius schwoôren, frühmhd. suwer(i)gen, ahd. swerian, swerjen, suerran; dazu asächs. suerian, mnd. suweren, ndl. aνeren, afrs. swera, sawara, swora, ags. Saverian, engl. sevνear, anord. sverja, schwed. svärja, dän. sverge, got. swaran«schwören. Eine schwache Nebenform hat die Bed.«spre- chen, antworteny, ags. sewerian, anord. suara, dazu anord. svör n. pl.«Antwort». Man vergl. lat. sermo m. Unterredung, Gespräch?, osk. sverrunel Dat. dem Sprechers, abg. svara f. Streit», svariti«schmühen, bekämpfen», aind. svãrati«tönt, erschallt, läßt erschalleny. Vgl. Walde. Das Prät. lautet mhd. sazkor und ver- einzelt saõr, md. suwur, ahd. stwuor, asächs.- mnd. nnd. Saοr, auch hochd. im 18. Jh. öfter schzwor(bes. bei Wieland), daneben vereinzelt schwörte(Schiller 3, 173), ags. stwr, anord. s(v)ör