Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
793-794
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793 schroten

Schrumpel 794

altem Och. und Korn«von alter erprobter Red- lichkeit u. Trefflichkeit⸗, 1741 bei Frisch, nach dem alten Schrot«nach altem Brauch» 1556 bei Frisius 840 ¹, urspr. spätmhd. schröt und Korn cGewicht u. Güte der Münzes, bildl. von Wort u. Gedanken 1562 bei Mathesius Sar. 96 b. Von 1schroten, v.: grob in Stücke schneiden; zer- malmen(1691 beiStieler, schon mnd. schraden); mit den Kiefern od. Zähnen zermalmen, zer- nagen(bei Stieler 1691, mnd. 1425 schraden bei Diefenb. gl. 1532, clev. 1477 schraiden). Urspr. stark in der 1. Bed. mhd. schrõten(Prät. schriet, aber auch schon schrötſetle, Part. geschrõten, daneben geschröt), auch«mit dem Schwerte hauen, verwunden, das Haar abschneiden, Stoffe zu Kleidern zuschneiden, Geld prägen)», refl. csich stemmen, sträubenꝰ, md. schröden, schra- ten, ndrhein. im 14. Jh. schräden, ahd. scrötan (Prãt. screot, Part. giscrtan)«abschneiden, kahl scheren»; dazu mnd. schroden, schraden(Prät. schret, schrode, Part. geschroden, geschrodet), schwach afrs. streda u. ags. scréadian, engl. shred czerschneiden, abhauen». Gleichen Stam- mes wie ags. scräd n.«Kleidung», engl. shroud Bedeckung», anord. skräd n.«Ausrüstung, Takelwerk». Urverw. mit lat. scrautumn. cpelli- ceum, in quo sagittae recondunturꝰ, scrõtum n. Hodensack», scräta f.«Gerümpel», serütdri cuntersuchen». Vgl. Walde. ZUS. a) mit schro- ten: Schrotbeil, n.: Beil zum Voneinander- hauen der Bäume in der Quere, im 15. Jh. schrott-

peihel bei Tucher Baumeisterb. 43, 1 ff. Schrot-

eisen, n.: Meißel, mit dem durch den Schlag eines Hammers Metall abgeschlagen wird, mhd. schrtisen, ahd. scrtisan n., dafür 1741 b. Frisch u. chirurgisch 1612 Schrotmeißel. mühle, f., 1663 bei Schottel 531. Schrot- säge, f., 1537 bei Dasypodius Schrotsege, 1540 bei Alberus dict. g 4 b Schrott segen, groß Seg. b) mit Schrot: Schrotbrot, n., s. Schrot. Schrotkorn, n., 1741 b. Frisch. Schrotwage, f.: Bleiwage zum Horizontalmessen, 1558 bei Rivius Büxenmeisterey 3, 1, 29² Schradtavag, mnd. 1466 schrotzbaghe neben schrotzwacht f.

2schroten, v.(Lasten, Fässer) mittels Seilen auf zwei unten u. oben durch eine Sprosse ver- bundnen starken Leiterbäumen(Schrotleiter) wälzend oderschiebend fortbewegen. Spätmhd. im 15. Jh. schröten, md. 1289 schrödin, schrotin (Höfer Urk. S. 47, 48); dazu mnd. schroden, schraden. Zu mhd. schröt m. abgeschnittnes Stück eines der Länge nach ungeteilten Baum- stammes, Klotz». ZUS. Schrotleiter, f., md. 1289 schrötleiter(Höfer Urk. 48).

Schrot-

1Schröter, m.(-s, Pl. wie Sg.): der Hirsch- käfer, lucanus cervus, so genannt weiler Eichen- u. Weinblätter zernagt, von denen er lebt. 1517 in Vocabula pro juventute 15 b schröter, zu An- fang des 15. Jh. schroter bei Diefenbach gl. 154, auch schrötel 1466 bei Diefenbach nov. gl. 117b. Eins mit mhd. schrötœre, schröter, schrœter, mnd. schroder, schröder, schrader(im 16. Jh. veraltet), afrs. skerédere m.«Schneider, Kleider- machery. Von 1schroten(s. d.), bei dem Tier in der Bed.«nagen».

2Schröter, m.(*I, Pl. wie Sg.): Handwerker für das Schroten von Lasten, bes. von vollen Fässern, Verlader. Mhd. im 14. Jh. schröter, im 15. Jh. schröter, md. 1261 G2nscrödere, 1289 In- schrõder m.«dessen Geschäft das Auf- u. Ab- laden des Weines isty(Baur hess. Urk. 2, 168, 186, Höfer Urk. 47 ff.). Von ²schroten(s. d.).

schrubben, v.: mit der Scheuerbürste reiben(1719 bei Kramer); empfindlich übervor- teilen(aach. 1836 bei Müller-Weitz); Geld zu- sammenscharren(1691 b. Stieler). Bereits 1429 im Lib. ord. rer. 27 b schropphen striegeln. Aus nd. schrubben«mit stumpfem Besen od. der Scheuerbürstescheuern», mnd.-mndl. schrobben creiben, kratzen, scharren⸗; dazu clev. 1477 schrubben«scharrens(auch von den Hühnern), mengl. scrobben«striegeln», engl. scrub«scheu- ern, ags. screop«Striegel». Verw. mit schrap- pen, schrõpfen(s. d.). 4B L. Schrubber, m. (*J, Pl. wie Sg.): harte steife Scheuerbürste mit langem Stiel(1719 bei Kramer); zusammen- scharrender Geizhals(1663 bei Schottel; 1657 bei Schuppius 113 Schropper). Entsprechend in beiden Bedd. nd. schrubber. Schrulle, f.(Pl.-n): böse Laune, fixe Idee. Ins Nhd. erst im 18. Jh.(1742 im Pierot 1, 86 Schrollen, bei Musäus Volksm. 1, 177 Schrullen Pl.) aus dem Nd., mnd. im 15. Jh. Schrul, schrol m. Anfall von Unsinn, toller od. übler Launey?, auch dauernde Mißstimmung, heimlicher Groll⸗; dazu ndl. schrollen unzufrieden sein, tadeln, schelten». Nach Weigand zu schrill?

Schrumpel, f.(Pl.-/): Runzel; runzel- volles Frauenzimmer. In der 1. Bed. 1663 bei Schottel, aus dem Md. u. Nd., dafür vereinzelt hochd. Schrumpffel 1710 bei Erberg 655 b, mnd. schrumpe f., mndl. schrompe, schrompele f. Von nd. schrumpen(s. schrumpfen). schrumpeln, v.: sich runzeln, einschrumpfen, bei P. Fleming 113 u. Duez 1664, Iterativ von nd. schrumpen «schrumpfen,»(s. d.). schrumpelig, aqdj.: runzelig, 1593 b. H. J. v. Braunschweig Susanna 3, 1 schrumplich.