Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
791-792
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791 schrill

Schrot 792

berufsmäßiger Literat, 1723 bei Weichmann

Poesie der Niedersachsen 2, Vorr., dagegen in der Bed.«Konzipient, der für Andre Rechts- u. Bittschriften aufsetzte 1616 im Bayr. Landrecht 51 Schrifpt(en)steller, Schrifptdichter, wie 1644 bei Moscherosch Phil. 1, 159 Schrifftensteller; zu stellen«Schriften verfassen» 1615 bei Alber- tinus Landstörtzer 412 u. Weim. Jahrb. 3, 104 (Leibniz). Vgl. Zfd W. 9, 185 ff. Für Sch. in der heutigen Bed. begegnet 1691 bei Stieler Lehr- schrift 28 Schriftler, 1651 bei Zesen Rosenmand 99 Schriftverfasser, 1615 bei Albertinus Land-

störtzer 412 Scribent, ähnlich mhd. schriher m. Dichter», 1478 buochschräber, ahd. Pl. serip- kora bei Otfried 3, 14, 3. Davon Schriftstel- leréi, f., 1767 bei Herder 1, 139 S. schrift- stellerisch, adj., 1774 bei Bode Tristr. Sch. 7, 57. schriftstellern, v., 1810 bei Campe.

Vgl. Gombert 5, 18.

schrill, adj.: im Tone durchdringendscharf. Spät im 18. Jh. aufgenommen aus nd. schrell

«scharf tönend, scharf von Geschmacks»; dazu mengl. shril, engl. shrill«schrill. Verw. mit älternhd. schrallen, schrellen claut bellen)

(Kirchhoff Wend. 4, 334 u. 1, 274 Ost.), ags.

scrallettan«laut schreiens, schwed. skräla

«schreien, lärmenꝰ, skralla«xgellen, schmetterns, norw. Skrella«krachen, schallen», dän. skralde. Viell. urverw. mit ir. sgreadaim«schreie?, mir.

scret«Schreiy(KZ. 36, 243). Grdform skredl.

4B L. schrillen, v.: durchdringend scharf tönen, bei Goethe 21, 34 u. 30, 38, dazu mengl.

schrillen, engl. shrill. schrinden, v.(Prät. schrund, schrand, Part.

geschrunden): bersten(noch bayr.); schrumpfen (Goethe 2, 218). Weiteres s. Schrunde. Eins

ist damit schrinnen, v.: brennen(von Wun- den). Eig. nd. Form, 1663 bei Schottel 1409. Vgl. Ndd. Korr.-Blatt 1, 63, 76 ff., 2, 59, 64.

Schrippe, f.(Pl.-/ο): Weißbrot mit aufgerif- ner Rinde, 1781 bei Kindleben als märkisch. Zu aulternhd. schripfen«kratzen, abstutzen»(Garg. 290), Nebenform von schrapfen(s. schrapl plen).

Schritt, m.(-Lels, Pl.-e): einmaliges Setzen des einen Fußes mit Zwischenraum vor den andern. Mhd. schrit, md. schret, ahd. scrit m.; mnd. schret, schrede m. Von schreiten(s. d.). 4BL. schrittlings, adv., 1663 bei Schottel 373, aus spätmhd. schritlingen, im 16. Jh. schritt- ling. ZUS. Schrittschuh, s. Schlittschah.

Schrobel, m.(-S, Pl. wie Sg.): Werkzeug zum Streichen der Wolle. Schon mhd. schrowel «Stumpfer, Besen, Kratzwerkzeug». Zu ahd. Screvön, s. schroff.

schroff, adj.: zerklüftet, rauh(1663 bei Schottel); rauh, steil(1510 b. Keisersberg Pred. 3⁰); zurückstoßend rauh(1691 bei Stieler). Zu mhd. schrof m. u. schroffe, schrove m.«rauh emporstarrende Höhe, Steinwand, 1482 schrof- fen u. schropfen m. Felsenspitze, Felsklippe», noch obd. Schroffen, Schroff m., dazu mhd. schraf m. Felskopf, zerklüfteter Fels», auch «schneidende Kälte, scharfer Duft», schreffen, schreven zreißen, ritzen», schruffen«spalten?, ahd. screvõn, scruſſen, screfange f.«Einschnitts, ags. Scræ† n.«Höhles, schwed. skrefua f.«Kluft,. 4 BL. Schroffheit, f. 1691 b. Stieler Rauheit durch Zerklüftungy.

Schrolle, s. ¹Scholle.

Sschröpfen, v.: ritzen(1780 bei Adelung); (Saat) vor dem Schießen in Halme an denSpitzen mit der Sichel kürzen(1731 b. Zincke öcon. Lex., in der Bed.«die Wiesen nachsicheln? 1618 bei Schönsleder schropffen); mittels kleiner Ritze u. eines darauf gesetzten kleinen runden Gefäßes Blutablassen. Inderletzten Bed. mhd. schreffen, Schreven, schrepfen, um 1450 schröpfen, aber noch im 17. u. 18. Jh. schrepffen, schräpffen, obsächs.-thür. schreppen; daneben spätmhd. schraffen, schrapfen«schröpfemy. Eng verw. mit dem starken mhd. schreffen, schreven«reißen, ritzen, kratzenꝰ, ags. screpan ckratzen», u. mit schrap(p)en(s. d.). Vgl. schroff. 4B L. Schröp- fer, m., mhd. schrepfer(Voc. opt. S. 33, 25, 10). 2ZS. Schröpfkopf, m.: das halbkugelartige Gefäßzum Aderlassen, 1605 b. Hulsius Schrepff- kopff, 1578 b. Frischlin Nomencl. c. 105 Schrepff- õpfflein, dafür mhd. lãkopf m. u. vintusef.(aus frz. ventouse f.).

Schrot, n. m.(-els, Pl.-e): abgeschnittnes, abgesägtes Stück; zum Schusse abgehacktes kleines Blei- od. Eisenstück(im 16. Jh. bei Fron- sperger Kriegsb. 2, 128*), dann zum Schusse gegohnes Bleikorn(1616 bei Hulsius); grob ge- mahlnes Getreide(1595 bei Rollenhagen 3, 1, 6, 140, davon Schrotbrot); zur Geldprägung vom Metallstab abgeschnittnes Stück, sowie dessen gehöriges Gewicht. In der 1. u. letzten Bed. mhd. schrötm.(Pl. schrœt(e) auch Hieb, Schnitt, Wunde, Schnitt der Haare u. der Kleider, Stück eines Baumstammes, Holzprügel, Klotz», im 15. Jh.«Gefäß, Geschirr, Eimer», im 14. Jh. «Weinfaß⸗, md. auch schrät, ahd. scröt m. «Schnitt, Stück»; dazu mud. schröt, schrät n. cabgeschnittnes Stück» u. schrode m. Ein- schnitt, Absatzy, mndl. schroode m., afrs. sc(h)red «Schnitt», ags. scréade) f., engl. shred«Stück- chen», anord. Skerjöd⸗y m.«Fetzeny. RA. von