Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
789-790
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789 schreien

Schrift 790

ter»), dafür and. skriuo m. Vgl. noch ZfdW. 9, 189; dazu mnd. schriver, afrs. striwere; da- von Schreiberéi, f., md. 1442 schriberie u. Schreiberin, f., mhd. im 13. Jh. schribœærinne, schriberin f.(auch«Schreiblehrerin»). ZUS. Schreibart, f.(Pl.-en): Art schriftlicher Dar- stellung, 1643 bei Harsdörffer Gespr. 1, Schutz- schrift S. 19. Schreib(e)buch, n., 1691 bei Stieler, Schreibbüchlein n. 1598 bei Ayrer 1775, 19. Schreibfeder, f., mhd. schroöbvedere f. Schreibfehler, m., 1716 b. Ludwig. Schreib- kunst, f., 1647 bei Rompler Reimgetichte 233. schreibselig, adj., 1798 bei Kant 5, 483. Schreibstube, f., 1584 b. Paumgartner Brief- wechsel 56, Schreibstüblein n. 1540 bei Alberus dict. F 4 b. Schreibtafel, f., spätmhd. im 15. Jh. schräbtafel. Schreibtisch, m., spät- mhd. 1410 schröbedisch(Inventar im Archiv zu Frankfurt a. M.). Schreibzeug, n., spätmhd. schräbziuc m. n.

schreien, v.(Prät. schrie, Part. geschrieen): mit lauter erhobner Stimme sich hören lassen. Mhd. schri(g)en, ahd.-and. scräan, woneben sel- ten screiõn; dazu mnd. schra(g)en, afrs. skria cschreien», and. skrikon eschreien, zwitschern, anord. skriltja ckichern, schwed. skerika(mund- artl. skria), dän. skrige aschreien, kreischen?. Dazu lat. crimen n.«Klage, Verbrechen», eig. das Geschrei»(Idg. Forsch. 9, 353), gr. xpixerv ckreische, knarre», abg. krikci m. cGeschrei». Das Prät. lautet noch bei Luther u. im Simpl. 3, 32, 9 Kz. schrey, mhd. schrei, schré, auch schrir, im 15. Jh. schrie, Pl. schriren u. schriu- Wwen, ahd. screi, Pl. scrirun; das Part. Pass. mhd. geschrirn, geschriuwen; daneben schwach mhd. Prät. schri(e)te u. schriuzbete, Part. geschrlet. 4BL. Schreier, m., mhd. schri(g)er m.«Aus- rufer, Herolds; davon schreierisch, adj., 1691 bei Stieler. Uber Sch. als Schlagwort vgl. Ladendorf. ZUS. Schreihals, m., 1598 bei Rollenhagen Froschm. 3, 3, 8, 130.

Schrein, m.(-Lels, Pl.-e): Kiste, Lade, Kasten, bretterner kastenartiger Behälter, Schrank. Mhd. schrin m. n.(auch«Reliquien- kasten, Sarg, Archivschrank»), ahd. scrönd n.; dazu mnd. schrin n., ndl. schrijn f., afrs. slerin, sren, ags. Scrin n., engl. shrine, anord. s;crin n. Aus lat. scrinium n.«Kapsel, Kästchen, woher auch frz. écrin m. Schmuckkästchen», span. escrinio, ital. Scrigno m.«Schubkästcherm. 4BL. Schreiner, m.: Tischler, obd., mhd. zu Anfang des 14. Jh. schröner m., mlat. scrinarius.

schreiten, v.(Prät. schritt, Konj. schritte, Part. geschritten): einen Fuß mit Zwischenraum

vor den andern gesetzt gehen. Mhd. schriten (Prät. schreit, Pl. schriten, Part. geschriten), auch«aufs Pferd steigeny, ahd. scritan; dazu asächs. skeridan, ndl. schrijden, afrs. in urskrida cüberschreiteny, ags. scridan c«vorwärts, ein- hergehen», anord. skrica«langsam sich fort- bewegen». Urverw. mit lit. skrlsti(Präs. sxrin- du) cfliegen, schnell laufen, skriéti«im Bogen fliegeny. Vgl. noch Btr. 30, 284.

Schrenz, m.(-es): Löschpapier, schlechtes Papier. 1744 im ökon. Lex. Sch. bezeichnet eig. Lumpenꝰ», zu Schranz(s. d.)«Riß.

Schretel, m.(-S, Pl. wie Sg.): Waldteufe!l, Poltergeist, Alp. Obd. Mhd. schretel n.(noch 1691 bei Stieler Schretel n.), Dim. von mhd. schrat(e) m., ahd. scrat(o) m.«wilder zottiger, struppiger Waldgeist⸗, noch bayrisch Schratt m.«Waldteufel, Kobold, Poltergeist», schrift- sprachl. Schrat, entsprechend anord. skrat t)i m. Riese, böser Geist, Zauberer?. Viell. zu norw. stratta«laut lachen», dän. sratte«einen gesprungnen Ton geben?. Vgl. Grd. d. germ. Phil., 1016. S. d. folg..

Schretz, m.(Jels, Pl.-e): Schretel(s. d.). Obd. Ahd. screz(Pl.-zz) u. scraz, mhd. schraz, schra u. schrãwag, schrawaz m. Eins mit ahd. scrat m.(s. Schretel).

Schrift, f.(Pl.-en): Niedergeschriebnes von Umfang; Bibel(die heilige Schrift); Art u. Weise der Buchstaben. In diesen Bedd. mhd. schrift, ahd. scrift f.(auch diu heilige scrift, unter Einfluß von lat. scriptum n. das durch Schreiben Verfaßte⸗ vereinzelt scripft); dazu ndl. schrift n., afrs. s;rift m. f., mit andrer Bed. ags. scrift m. cbei der Beichteauferlegte Kirchen- strafe, Beichten, auch«Beichtigerꝰ, engl. shrift Beichte», anord. script f.«Schrift, Beichte, kirchliche Strafe, Malerei, Gemälde, schwed. skrift f.«Schrift, Bibel, Beichtes, aber dän. seriſt «Schrift, Bibel» u. skrifte«Beichtey. Zu schrei- ben(s. d.). 4 L. schriftlich, adj., mhd. 1297 schriftlich. ZUS. Schriftgelehrter, m., bei Luther jüdischer Schriftforscher», im 15. Jh. schrifftgelarter cliterarisch Gelehrter(Diefenb. gl. 334²) und 1380 im Cod. dipl. Sax. 2, 2, 177 cRechtsgelehrter». Schriftgießer, m., 1581 bei Fischart Bienk. 47 b. Schriftsasse, m.: Vasall, der dem Fürsten oder der fürstlichen Kanzlei unmittelbar untersteht, im Gegensatz zu den Amtsassen, die den fürstlichen Amtern unterstehen, 1663 bei Schottel 489, s. 2Sasse. Schriftsetzer, m., 1648 bei Zesen Ibr. 19, s. Setzer. Schriftsprache, f., 1783 bei Bürger Über deutsche Sprache. Schriftsteller, m.

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