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Schraube, f.(Pl.-n): Walze mit Gewin- den; altes, verdrehtes Weib(nordd.). Spätmhd. 1361 schrübe, zu Anfang des 15. Jh. schraa†f (Diefenb. gl. 628 b), 1605 bei Hulsius Schrauff und 1618 bei Schönsleder Schrauffen f., 1470 thüring. schraube; dazu mnd. sc(h)räve, mndl. schroeve, nndl. schroef f., engl. screro, isl. scräüfa f., schwed. scruf m., dän. skrue. Entl. frz. seit dem 15. Jh. escro(àu)e, écrou m.«Schrauben- mutter». Dunklen Ursprungs, nach Baist entl. aus lat. scröfa f.«Sauy, wie span. puerca f. Schraubenmuttery aus lat. porca f.«Sauo. Nach Btr. 24, 532 echt germ. Vgl. noch AfdA. 31,55, Zfd W. 7, 302. schrauben, v.(schwach u. Prät. schrob, Part. geschroben): durch angebrachte Windungen ein- od. herausdrehen; zum Besten habend drängen(1691 bei Stieler). In 1. Bed. spätmhd. im 15. Jh. schrüben, schrauben, An- fang des 16. Jh. schrauffen(Städtechr. 23, 431, 36), wie noch bayr.-öst.-schwäb. schraufen; da- zu mnd. schrãven, mndl. schroeven, engl. screab, isl. scrüfa, schwed. skrufpa, dän. skrae. Mit schwacher Flexion, jedoch nd. seit dem 17. Jh. auch stark(Prät. schrof, Pl. schrowen, Konj. schrõwe, Part. geschrowwen), daher 1663 b. Schot- tel Prät. schrob. ZUS. mit Schraube: Schrau- benmutter, f.: Loch mit Gewinden, in das die Schraube ein- u. ausgedreht wird, 1712 bei Hübner Schraube-Mutter, 1664 bei Duez das Mütterlein einer Schrauben. Schrauben- zieher, m., 1780 b. Adelung. Schraubstock, m.: mit Schraube versehnes Eisenwerkzeug zum Festhalten der vom Schlosser zu bearbei- tenden Gegenstände, 1664 bei Duez.
Schreck, m.(-Lels, Pl.-e), Schrecken, m. (Os, Pl. wie Sg.), mhd. schrecke m., noch 1537 b. Dasypodius Schrecke neben Schräcken m. bei Maaler 1561, dagegen in Anlehnung an mhd. schric m.«Sprung, Riß, das Auffahren, furcht- volle Zusammenfahren, ahd. scrich m.«Sprung, Laufo, seit dem 16. Jh. Schreck m.(1574 b. Reiß- ner Jerusalem 2, 60 ³), endlich in gleicher Ver- wendung der subst. Inf. Schrecken n. bei Lu- ther(noch b. Lessing 1, 64, Uhland), schon spät- mhd. schrecken n. das Aufspringen machen?. Von 1schrecken, v.(Präs. schrecke, schrickst, schrickt, Prät. schrak, Konj. schrülce, Part. ge- schrocken, Imp. schrickh), mit«sein», üblich nurin empor-, zuräck-, zusammen- u. erschrecken(s. d.). Mhd. schrecken«auffahren, erschreckem(Prät. schrac), ahd. screcchan«springen»(Part. er- schrochen), neben mhd. schricken(Prät. schricte, schrihte)«springen, aufspringen, einen Riß be- kommen), ahd. scricchan(Prät. scricta)«sprin-
gen, plötzlich(gleichsam geistig einspringend) in der Seele erschütternd ergreifen, und mhd. schrecken(Prät. schreclke]lte)«aufspringen, hüp- fen, tanzenꝰ, ahd. screcchon; dazu schwach mnd. und mndl. schricken«springen, tanzen? nudl. schrikken«erschrecken», isl. skrica«im Gehen wackeln, gleiten»(anord. Slcrikan f. das Wak- keln, Gleiten*). Vgl. Heuschrecke. Viell. verw. mit ir. scréoin«Schreck»(KZ. 35,269). Davon das Faktitiv 2schrecken, v.(Prät. schreckte, Part. geschreckt): schrecken machen, mhd. schreckhen aufspringen machen, in Schrecken setzeny(Prät. schracte, schrahte), ahd. screc- chan«zum Sprunge, zu schnellem Laufe antrei- ben»(Prät. scracta, scrahta), im 17. und 18. Jh. auch in der Schreibung schröcken(Goethe [Lila] 12,69, 7 s. Lesarten, Schiller 7,25). 4A BL. schreckhaft, adj., spätmhd. schreckhaft. schrecklich, adj., im Voc. ex quo 1469 schreck- lich, dafür spätmhd. schrick(en)lich. Schreck- nis, n. f., P. b. Luther Weish. Sal. 17,8, im 15. Jh. in den Städtechron. 10, 334, 14 schrelenuß. ZUS. Schreckbild, n., 1691 bei Stieler Schrecken- bild. Schreckschuß, m. 1663 b. Schottel432.
Schrei, m.(Jlels, Pl.-e): lautes Ausstoßen erhobner Stimmen. Mhd. schrei m., daneben schré, schri, ahd. screi m.; dazu mnd. schrei m. u. n. Zu schreien(s. d.).
schreiben, v.(Prät. schrieb, Konj. schriebe, Part. geschrieben): durch Züge mit der Hand in Buchstaben ausdrücken. Mhd. schraäben, ahd. scriban; dazu asächs. skriban, mnd. schraöven, ndl. Schrijven«schreibenꝰ, afrs. skröva«schrei- ben, Buße setzen», ags. scrifan«Beichte abneh- men, Buße auflegen, eine Strafe zuerkennen, anordnen, sich um etwas kümmern», engl. shriuve chbeichten lassen, beichten», anord. skrifa«schrei- benv, schwed. strifba, dän. skrive. Früh entl. aus glbd. lat. scribére, wahrscheinlich als mili- tärischer Ausdruck, der durch das Anwerben germanischer Söldlinge(scribere milites) auf- kam(Heyne), nach Btr. 29, 515, kaum richtig, echt germ.; das eig. deutsche Wort war reißen (s. d.). Mit Ausnahme des Anord.(Prät. skri- fada) ist die Flexion stark: das Prät. ahd. screib, Pl. scribun, mhd. schreip, Pl. schriben, noch bei Luther Jos. 24, 26 schreib neben schriebe Judith 4, 5, seit dem 16./17. Jh. schrieb(H. Sachs 13, 211, 35), das Part. Pass. ahd. scriban, mhd. ge- schriben. Der Inf. als Subst. Schreiben, n.: Schriftstück, 1535 bei Schwartzenberg 149. 4 BL. Schreiber, m., mhd. schröhœre, Schri- ber m.(auch«Kanzler, Notar, Schreiblehrer, Dichter), ahd. scribari m.(auch«Schriftgelehr-


