785 Schrank
Schrat 786
verw. mit agerm. mlat. scramus m.«Wurfspeer⸗ (Lex Visigoth. 9, 21), scramasaxus m.«messer- artiges Schwert, Kurzschwert»(Gregor von Tours 4, 46); davon aspan. escramo m.«Wurf- spießy. Dazu mhd. im 15. Jh. schram, sran m. Felsspalten, mnd. 1409 schramm m. u. clev. 1477 schram Rißy, noch bergm. Schram m.(Pl. Schräme)«schmaler Einschnitt im Gestein, 1741 b. Frisch Schramm m. Viell. urverw. mit lat. créna f.«Einschnitt, Kerbey. S. Walde. Daazu viell. noch russ. kromã«Stück Broty, vgl.
Idg. Forsch. 23, 121. 4 L. schrammen, v.:(
ritzen, 1663 bei Schottel, spätmhd. im 15. Jh. schramen cklaffend aufreißen»; dazu mnd. 1400 schrammen ritzen», mndl. scramen«kratzen) (unsicher). schrammig, adj.: voll Schram- men, 1557 bei Waldis 4, 100, 170.
Schrank, m.(els, Pl. Schränke): aufrecht- stehender Kasten mit Türe. Mhd. schranc m. ckreuzweise übereinander Gelegtes', dann Git- ter, gitterartige Lehne, Schranke, Einfriedi- gung, Gestell Schilde darauf zu hängen(spät- mhd. im 15. Jh.), Gitterwerk als aufrechtstehen- der Kastenbehälter», auch Unterschlagung eines Beines» und bildl. wie ahd. scranch m. «Hintergehung, Betrug», eig. chinterlistiges Stellen eines Beiness. Zu schränken(s. d.). Vgl. ²Schank. Schranke, f.(Pl.-n): zum Aus- schlusse von einem Raum u. zu dessen Grenze befestigtes Querholz oder Gitterwerk; um- schränkte Stätte(Fastnachtsp. d. 15. Jh. 707, 30);(bildl.) Grenze(1631 bei Opel u. Cohn 30. Krieg 281, 9). In 1. Bed. mhd. schranke m. f., noch b. Wieland Oberon 12, 81 u. bayr. Schran- ken m., spätmhd. im 15. Jh. schranke f. Gitter- behälter, Schrank». Seit dem 16. Jh. meist im Pl. gebraucht. Zu schränken(s. d.). ZUS. schrankenlos, adj., 1780 b. Adelung. schran- keln, v.: mit Wackeln mühsam gehen. Hess.- mrhein. Ahd. scranchelön, scrangoln chin u. her wankend sich fortbewegeno, nhd. zu Anfang des 16. Jhs. u. mnd. schrankelen«beim Gehen die Füße kreuzweise setzen», Iterativbildung von ahd. scranchan«wanken», mhd. schranken «schwankend gehen», dazu das ahd. Adj. scran- chelig«im Gange wackelnd od. unsichery. Zu schränken, v.: schräg, quer od. kreuzweise legen od. setzen; mit einer Schranke umgeben. In beiden Bedd. mhd. schrenken(auch cflechten, umarmen’), ahd. screnchan in der 1. Bed.(auch chintergehen», eig.«ein Bein stellen»); dazu mnd. schrenken, mndl. schrencken, schrancken. Verw. mit schräg u. Schragen(s. d.).
Schranne, f.(Pl.-n): Bank zum Feilhalten;
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
Getreidemarkt(bayr., 15. Jh.). In der 1. Bed. mhd. schranne f., auch«xGerichtsbank, Gericht, Schranke, mit Schranken eingefriedigter Raum, daneben schrange(auch mnd. im 15. Jh. u. noch nd. schrange f.«Fleischmarkt, Fleischbank»), ahd. scranna f. Bank, Feilbank». Aus dem Deutschen entl. ital. scranna f.«Bank, Feld-, Richterstuhl», frz. écran, älter escran m.«Ofen- schirm. S. Scharn.[obd. S. Schranze.
Schranz, m.(-es, Pl. Schränze): Riß. Noch
Schranz(e), m.(-Leln, Pl.-eln), auch f. Pl.-n): zu allem sich hergebender, schmei- chelnder Höfling. Mhd. schranz m. Bruch, Riß, Spalte, Wunde»(daneben schranze f. cRiß, Spalte, geschlitztes Kleid»), dann junger ge- putzter Mann in geschlitzten Kleidern, schön- tuender Geck», im 14. Jh. choffärtiger, niedrig schmeichelnder Menschy, im 16. Jh. an Fürsten- höfen Hofschranze(s. d.), wofür erst im 18. Jh. einfach Schranze(Bürger 332 B.). Mit s-Ablei- tung zu ahd. scrintan, scrindan, mhd. schrinden cbersten, sich spalten?(s. Schrunde). 4 B L. schranzen, v.: kriechend dienen(Goethe 3, 49), 1574 b. Höniger Narrenschiff 98 b, dazu nd. schranzen geben, zuwenden, mndl. schrantsen «abreißen, nndl. schransen.
Schrape, f.(Pl.-n): Kratzwerkzeug, md. 1517 bei Trochus Q 5 2 u. mnd. schrape, mhd. (md.) schrapfe f. Von schrapen, schrappen, v.: mit festem Drucke schaben, kratzen, schar- ren, abstutzen, md. 1432 und mnd. im 14 Jh. schrapen, köln. 1495 scrappen(Gemma T 2b), clev. 1477 schrappen, mhd.(md.) im 13. Jh. schrapfen ceinschneidend kratzen», noch bei Stieler 1691 schrapfen, bayr. schrafen Ein- schnitte machen, ritzen; dazu mndl. schraepen, nndl. schrapen, schrabben, engl. scrape, anord.- schwed. skrapa, dän. skrabe ckratzen, striegelny. Zu starkem ags. screpan(Prät. scrœp, Part. screpen) kratzen, scharren?. Urverw. mit lett. skrabtæaushöhlen, kratzen, schaben», lit. dtskra- bai Pl.«Abfall von Zeugs, abg. oskrebq;«schabe, kratzey, lat. scrobis m. f. Grube?. Aus dem Deutschen entl. afrz. escraper«abkratzen». Vgl. schrõpfen. 4 BL. Schrapper, m.: Geizhals, 1662 bei Stoer 451 2 Schrapffer, im 16. Jh. bei Kirchhoff Wend. Schrapper.
Schrapnéll, m.(öst. nur) n.(s, Pl.*s): Granatkartätsche. Aus glbd. engl. shrapnel, be- nannt nach dem Erfinder, dem engl. Oberst Shrapnel(1803).
Schrat, m.(Lels, Pl.-e): germanischer Waldgeist, ähnlich dem griech. Satyr. Inneurer Zeit wieder aufgenommen. S. Schretel.
50


