783 Schoösser
Schramme 784
Schösser, m.(5s, Pl. wie Sg.): Steuerein- nehmer, Rentmeister. Mdeutsch. Bei Luther 3, 1382 Schösser, spätmd. im 15. Jh. Schozzer. Von? Schoß.
Schoßgatter, n.: Fallgatterim Tor; Gatter vor dem Ein- od. Ausfluß eines Gewässers. In der 1. Bed. 1482 im Voc. theut. cc 8 ² schoßgatter, als m. 1473 in Städtechron. 22, 523 schassgatter, 1561 bei Maaler Schutzgatter, mnd. schotgad- der, zu Schuß(s. d.) und schießen in der Bed. «schießend niederfallen⸗. In der 2. Bed. mhd. 1362 schoßgatter, 1616 bei Albertinus Lucifer 274,9 L. Schußgatter, 1691 bei Stieler Schutz- gatter, angelehnt an schützen ceindämmen»(vgl. Schutzbrett). Schoßkelle, f.(Pl.-n): korb- artiger Fuhrmannssitz vorn am Lastwagen, früher Behältnis zu Gepäck hinten am Post- wagen(1697 im Schelmuffsky 98 u. 1741 bei Frisch), dafür 1691 b. Stieler Wagenkelle«capsas, wie spütmhd. im 15. Jh. schoßlade f.«Schub- lades, aach. Schoß n.«Schublade, Schubkasten», zu schießen in der Bed.«schieben»(bei den Bäckern«Brot in den Ofen schießen», schon im 16. Jh. bei Kirchhoff Wend. 1, 210 Öst.).
Schößling, m.(‧, Pl.-e): junger Pflanzen- trieb. Mhd. schiz(ze)linc, später auch schätzling, spätahd. im 12. Jh. scug(gze)linc m.«Rebschoß, noch bei Luther Hiob 14,7 Schüßling, md. um 1480 schößling(Diefenb. gl. 261 2 u. 407 b. Zu 1 Scho6(s. d.).
1Schote, m.: Narr, s. Schaute.
*Sehote, f.(Pl.-n): längliches hohles zwei- teiliges Samenbälglein. Mhd. schöte f. m., im 15. Jh. schott(e)(noch thür.-hess. Schotte f.) zu- erst u. vornehmlich von der Erbsenschote; dazu mnd. schode f.«Erbsenschotes, schoden.«Scheide des Pferdeso, verw. mit anord. skaud f.«Scheide des Schwertes u. Pferdes», skjõda f.«Tasche, Beutel», ags. scéap n.«Scheide». Wohl zu lat. chdo m.«Helm von Fell⸗, aw. xαοαd, apers. xauda«Helmꝰ.
sSchote, f.(Pl.-/): an der untersten Ecke des Segels angebrachte Leine zum Befestigen des Segels an die Wandseite u. zum Ausspreizen wie Schießenlassen desselben. 1720 im Robin- son 1, 423 Schoote f., aus der nordd. Seemanns- sprache, nd. schoot, mnd. schõte f., schotline f.; dazu ndl. schoot m., ags. scéata m.«die unteren Ecken des Segels» u. scéatline f.«Schote», engl. sheats, anord. skaut n.«die beiden unteren Zip- fel des Segels», skautreip n.«das am Zipfel be- festigte Seil. Demnach eins mit ³Sch ½(s. d.). Aus dem Germ. entl. glbd. frz. écoute, afrz. escote, span. escota, ital. scotta f.
Schott, n.(-els, Pl.-e), Schotte, f.(Pl. =n): Verschlag, Querwand zur Bildung eines wasserdichten Verschlags auf Schiffen. Bei Frenssen P. Moor 30. Nd. Mnd. Schot n.«Rie- gel, Verschluß, Fall-, Schiebetür». Zu Schoß in Schoßgatter.
Schotten, m.(*I, Pl. wieSg.): aus der Molke abgesonderter Quark(in Bayern aus süßer Milch); Nachmolke(schweiz. Schotte f., 1561 b. Maaler Schotten f.). In 1. Bed. mhd. schotte m., im 15. Jh. schotten, ahd. scotto m.«geschlagne Milch», von ahd. scuttan heftig hin u. her be- wegen, schütteln»(s. schütten).
Schotter, m.(-): zerbröckeltes Gestein, Ge- röll. Mrhein. u. bayr.-öst., jetzt allgemein, verw. mit Schutt u. schütten(s.d.). 4BL. schottern, v.: eine Straße mit Sch. belegen.
schraffleren, v.: kreuzweise Schatten- linien ziehen. 1547 bei N. Manuel 302, 16 B. schraffieren(bildl.), wie clev. 1477 schrafféren aus glbd. ital. sgraffiare, das wie afrz. esgraffen «uusradieren», nfrz. grafftgner«mit fortwähren- den Ausstreichungen schreibem, prov. grafinar critzen» zu prov. grafi, afrz. grafe«Griffel ge- hört, von gr.-lat. graphium, gr. Ipaqiov n. &Schreibgriffely.
schräg, adj.: von der wag- od. senkrechten Richtung abweichend. 1734 b. Steinb. schreeg, 1741 bei Frisch schräg, 1618 bei Schönsleder u. im 16. Jh. in der Zimm. Chron. ² 2, 252, 34 schreg; dazu nd. schrick, aach. schreks, schricks, ndl. schraag. Verw. mit Schragen m.(s. d.). 4 L. Schräge, f., bei H. Sachs 4, 155 u. oO. Schreg f., im 15. Jh. schreck f.(Städtechron. 15, 292, 11). schrägen, v.: schräg machen, mhd. Schregen «mit schrägen, verschränkten Beinen gehen».
Schragen, m.(-s, Pl. wie Sg.): Holzgestell mit schräg oder kreuzweise stehenden Füßen (Wieland 21, 194). Mhd.-md. schrage m., urspr. «schräge od. kreuzweise stehende Holzfüße od. Pfähle»; bes. solche als Untergestell, z. B. eines Tisches; dazu mnd. schrage m., mndl. schraghe, nndl. schraag f. Verw. mit schräg, Schrank, schränken(s. d.).
Schram, m., s. Schramme.
Schramme, f.(Pl.-n): lange Streifwunde und langes Wundenmal(H. Sachs 4, 433); Ritz auf der Oberfläche eines Dinges(1691 b. Stieler). Mhd. schramme) f.«Schwertwunde», im 16. Jh. auch schwach Schramme m.«Wundes(Gengen- bach Pfaffenspiegel 476); dazu mnd. 1381 scram- me f.«Narbey, anord. Skräãma f.«Axt, im ISl. «Wunde» u.(als Zeitwort)«leicht verwundenꝰ, dän. skramme, schwed. skrama«Wunde». Eng-


