Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
795-796
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795 schrumpfen

Schufut 796

schrumpfen, v. sich faltig zusammenziehn. 1678 bei Krämer, das Part. eingeschrumpff! 1663 bei A. Gryphius Trauersp. 170, gebildet zu dem glbd. starken mhd. schrimpfen(Prät. schrampf, Pl. schrumpfen, Part. geschrumpfen), md. schrimpen(Prät. schramp), noch bei Luther Hiob 7, 5 das Part. verschrumpffen; dazu nd. schrumpen, ostpreuß. schrompen. Dazu schwed. skrympa, dän. skrumpe«schrumpfen. Über die Herkunft s. Idg. Forsch. 18, 527, Btr. 29, 489. 4B L. schrumpfig, adj., 1698 bei Mühlpforth Ged. 39 schrumpfich.

Schrund, m.(-Lels, Pl. Schründe): Spalte, Riß. Noch bayr.-öst., 1540 bei Alberus dict. Nebenform zu Schrunde, f.(Pl.-n): in Festem durch Aufspringen entstandner Spalt od. Ritz. Mhd. schrunde f. Riß in der Haut, Scharte, Fels- höhley, ahd. scruntunna, scruntussa f.«Spalt, Rißo, zumstarken mhd. schrinden(Prät. schrant, Part. geschrunden), abd. scrintan, mnd. schrin- den«bersten, sich spalten», urverw. mit lit. skérdz u ich berste, springe auf». 4BL. schrundig, schründig(bayr.), adj., spät- mhd. schruündig.

Schub, m.(-Lels, Pl. Schübe): Handlung des Schiebens(1531 b. S. Franck Zeitbuch 312²); Fortschaffung von einem Orte zum andern (1741 bei Frisch«der Gefangnentransport» als öst.; daher die RA. auf den Sch. bringen ab- schieben»); das auf einmal Geschobene(1618 bei Schmeller ² 2, 360). Mhd. schup, schub m. «Aufschub, Fristverlängerung, vornehmlich das Schieben der Schuld auf einen andern durch Beweismittel», dann das Beweismittel selbsty, auch die dem Richter zu erlegende Strafe, Sportel». Zu schieben(s. d.). Vgl. Schupp.

Schubbejak, Schub(b)jack, m.(J u. en, Pl.- u.-e): eine ihr Außres höchst vernach- lässigende männliche Person, bettelhafter Kerl, Lumpenkerl. 1781 bei Kindleben Schubhjack, aus glbd. nd. schabbejack, ndl. schobbejak m., nach Richey 1755 der sich, wie ein lausigter Bettler, in der Jacke schabbet»(reibt), kaum aus russ. schubnjäk«Schafpelzy». Vgl. den Spott- namen schezoſeck im 16. Jh.(Zimm. Chron. ²4, 260, 18). Holst. u. preuß. ist Sch.«ein Pfahl auf der Weide, an dem sich das Vieh reiben kann?. Vgl. Zfd W. 10, 47.

Schubkarren, m.: Schiebkarren(s. d.), bei Luther Tischr. 22 b Schubkarn, md. 1517 bei Trochus Q4 bschuffkarn, nd. schurokarr m., auch Schabkarref. Zgs. mit Schub(s. d.), wie Schub- Kasten, m., 1673 b. Weise Erzn. 54 Schubkäst- qen n.; Schublade, f., zu Anfang des 16. Jh.

bei Tucher Haushaltbuch 94; Schubsack, m.: Tasche in einem Kleidungsstück, 1640 b. Scherf- fer Grobianer 54.

schubsen, s. schapsen.

schüchtern, adj.: aus einer Artvon Furcht- gefühl leicht erschreckbar u. zaghaft. Zuerst in Mittel- u. Niederdtschld., 1642 bei Homburg Clio K 7, bei Luther 1, 289 J. u. 1. Petr. 3, 6 schüchter, neben schochter(christl. Adel7, Briefe 2, 62), 1567 bei Milichius Schrapteufel B 22 scheuchter, 1540 b. Alberus dict. bb 2 b schuchter, schüchter, 1517 bei Trochus G 6 b schuchtern, mnd. schuchteren. Verw. mit westfäl. schücht «scheus, ferner viell. mit ahd. skihtig«scheuy, sowie mitscheu, scheuchen(s. d.). Dafürschwäb. schüchtbar, altenburg.-osterländ. schichbern «schüchtern. 45L. Schüchternheit, f., 1691 bei Stieler Schüchterheit.

schuckelt, adj.: schaukelnd, schwankend, wacklig. Nur b. Luther 2. Makk. 13, 5 Schuckeld, verkürzt aus schuckelicht(Stieler 1691), zu md. nd. Schuckeln«schaukeln)y.

Schucken, m., nordd. Nebenform für Schlucken. schuddern, v., nd. Form zu schau- dern(s. d.).

Schuft, m.(els, Pl.-e): armseliger, nieder- trächtiger, charakterloser Kerl. 1611 bei Helvig 294 Schufpt, Schofft m.«als verächtliche Bezeich- nung armer Edelleutey, ebenso b. Schottel 1663 u. Stieler 1691 Schuft, aus nd. schaft m.«abge- rißner, schlechter Kerly. Entweder zusammen- gezogen aus glbd. nd. schuwät m., eig. Imp. von at schuven«schieb aus d. h. stoß aus», also«Aus- gestoßner, Auswurf», scheinbar bestätigt durch nndl. schavuit m.«Schurke, Spitzbube», gleich- sam Schabaus(Imp. zu mndl. schaven schabeno), das jedoch schon Kilian 1598 als Ubertragung von mndl. schavuyt, schaffuyt«Uhu, Euley(s. Schufit) darstellt; od. wahrscheinlicher gehört nd. schuft zu nd. schubben«reiben, kratzen»(s. schuppen), wie nndl. schoft m. zu nndl. schobben, u. schäübiger Kerl die urspr. Bed. zunächst mit Be- zug auf die abgeschabte Kleidung hat. Der Pl. lautetim 17. Jh. Schüffte(Schoch Stud. 1,3, Weise Erzn. 11), 1734 b. Steinbach Schafte, 1720 in Ro- binson 1, 324 u. b. Goethe Faust 11656 Schuften.

schuften, v. angestrengtarbeiten. Studen- tisch im 19. Jh. aus dem Md.(Thür.), wahr- scheinlich zu schieben, nd. schuven.

Schufut, m.(-, Pl.-e): der Uhu. Aus glbd. mnd. schäüvbt, schüvöt, nndl. schufat m., ver- hochdeutscht 1486 schüfäß bei Diefenbach nov. gl. 60 b, 1578 bei Frischlin Nomencl. c. 41 Schuff- aus u. 1598 im Froschmäus.(B. 3 V. 22) Schuff-