777 Scholle
Schoner 778
von cxox f.(8. Schule) in der Bed. den Wissen- schaften gewidmete, gelehrte Mußev.
1Scholle, f.(Pl.-n): insichzusammenhangen- des Stück Erde od. Eis. Mhd. scholle m. f., ahd. scolla f., scollo m., eig.«(hartes) Rasenstück,, dazu mnd. 1501 schulle Rasenstück», ndl. Schol f. Scholle, schwed. skolla f. dünnes Stück Blech, dünne Platte. Gleichen Stammes wie Schale, Schild(s. d.). Im 15./16. Jh. häufige Nebenform 1445 schroll m., in den Fastnachtsp. des 15. Jh. 1, 480, 13 schrolle m., b. Luther 4, 19² u. noch bayr. öst. Schrollen m.«Scholle, Klum- pen», wahrscheinlich eine urspr. verschiedne Bildung. 43L. schollern, v.: schollenweise mit dumpfem Geräusch fallen(Goethe 19, 178), 1741 bei Frisch. schollig, adj., um 1480 im Voc. inc. teut. t 42 schollig, Var. schrollig co7 b, noch 1718 bei Kirsch schrollicht neben Erd- Schroll m., 1691 bei Stieler schollicht, 1561 bei Maaler schollächtig.
2Scholle, f.(Pl.-n/): der Plattfisch pleuro- nectes. 1578 bei Fronsperger Kriegsb. 1, 160 Scholle, md. 1517 bei Trochus J1 ab schalle f., mrhein. 1414 schulgen b. Diefenb. gl. 237 u. im Voc. ex quo 1469 scholle, clev. 1477 schol, aus mnd. schulle, scholle f., 1377 sculle, mndl. scholle, im 14. Jh. Sculle, undl. schol f. Entl. dän. skulle. Wohl nach der Khnlichkeit des Fisches mit einer Erdscholle(s.¹Scholle), vgl. Sohle, Zunge.
Schöllkraut, s. Schellkraut.
Scholtiséi, s. Schultheißerei.
schon, adv.: bereits. Mhd. schön(e)«schön, auf schöne Weise, aber in der 2. H. des 13. Jh. den Sinn von callbereits»(Augsb. Stadtb. 103) sehr spärlich anbahnend, der bei Luther völlig entwickelt ist; ahd. scöno«schöny, Adverb zum Adj. Scõni(s. Schön). Noch bei Logau 2,8,72 u. Hoffmannswaldau schone(auch obsächs.), wie mnd. im 15. u. 16. Jh. schone, in den Basl. Chron. 1, 465 und bei Luther 8, 3 ² Schön
schön, adj.: an Wohlgefälligkeit ausge- zeichuet. Mhd. schœne, md. schöne, ahd. scöni cglänzend, hell, schön», die volle Form schöne noch b. Luther Hohelied 1, 15 u. Lessing 1, 181; dazu asächs. scöni, mnd.-mndl. schön(e), nndl. schoon, afrs. skéne, ags. scéne, schne, engl. sheen,(entl.) schwed. skön u. dän. skjön, got. skauns«schöns, daher entl. finn. kaunis«schön. Zu schauen(s. d.), eig.«beschaubar, sehens- wert, ansehnlich», urverw. mit air. cuan«schön, angenehmy, lit. Saundus, Jaunas«tüchtig, gut, brav», npers. Sikoh, Sucoh«Pracht, Würde, Majestät»(aus iran.*saoapa-, Zfd W. 9, 19). Vgl. schon, schonen. RA. schöne Seele, bei den
Mystikern des 13. u. 14. Jh. mhd. schœne séle «reiner Gott wohlgefälliger Sinny, noch im 17. Jh. b. P. Fleming 413 u. Ziegler asiat. Banise 355, dagegen im 18. Jh. mit Bezug auf harmo- nische Ausbildung u. feine Empfindung(nach frz. belle ãme in Rousseaus nouvelle Héloise) bei Schiller 6, 278 u. 10, 103, Goethe 22, 259. Vgl. Ladendorf u. Zfd W. 9,294. 4BL. Schöne, f. (Pl.-n): das Schönsein; schöne weibliche Per- son(im 18. Jh. bei Zacharià an das Clavier l, an Ariel¹ u. bei Hagedorn Oden 20). In der 1. Bed. mhd. schœne, ahd. scon? f. Glanz, Schönheit, schöne Gestalt⸗, md.-mnd. schõne, asachs. scöni f. in zlitisconi f. cleuchtender Glanz, glänzende Schönheit», got. skaunei f.«Wohlgestalte in gupaskaunei f.«Gottesgestalty. Davon verschie- den Schöne, f.(-n, Pl.-n): schöne weibliche Person, das subst. gebrauchte F. des Adj. Schön, mhd. schæœne, ahd. scôna f. schönen, v.: schön machen, mhd. schœnen«verschönern, schmük- ken, verherrlichen», md. schönen, ahd. gascon- nan. Schönheit, f., mhd. schœn-, schönheit f., daneben im 15. Jh. schönekeit, mnd. schönheit. ZUS. Schönbartspiel, n.: von Maskierten ausgeführtes, Fastnachtsspiel(Goethe 16, 7). 1561 bei Maaler Schönbart m.«Maske), 1473 im Boccaccio 264, 33 K. schönpart m., unter An- lehnung an schön aus mhd. schem(e)bart, auch schenebart m.«bärtige Masken, urspr.«Maske mit Barts, 2zgs. mit älternhd.-mhd. schem(e) m. f. (s. Schemen). Schönfärber, m.: Färber, der mit hellen Farben färbt, Buntfäürber, 1691 bei Stieler, bildl. im 19. Jh. Schöngeist, m., im 18. Jh., vgl. Zfd W. 6,334, nach frz. bel-esprit m. Schönpflästerchen, n., 1755 bei Rabener 4, 269, schwartze Pflästerlein im Simpl. 3,349 Kz., vgl. 1650 Moscherosch Phil. 1, 139.
schonen, v.: bei zukommendem oder mög- lichem Nachteile rücksichtsvoll bewahren. Mhd. zu Anfang des 12. Jh. scônen(mit Dat.)«nach- geben, folgen», dann im 12. Jh. schönen(mit Gen. der Person oder Sache, seltner mit Akk.) «schön, d. h. rücksichtsvoll behandeln, gegen Ubles wahrend behandeln», zu ahd. schni in der Bed.«freundlich, rücksichtsvoll»: dazu mnd.- mndl. schonen. 4L. Schoner, m.: Schutz- deckchen. Schonung, f.: das Schonen(mhd. schõnunge f.); zum Schutz vor Wild u. Vieh ein- gefriedigte Waldfläche mit jungem Holz, bes. Nadelholz(erst spät im 18.Jh.). ZUS. Schon- zeit, f.: Zeit, in der das Wild nicht gejagt wird (1741 b. Frisch mit Beleg von 1717); auch übertr.
Schoner, m.(s, Pl.wie Sg.): langesschmales zweimastiges Schiff. 1780 b. Adelung, aus glbd.


