Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
775-776
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775 schnurrig

Scholie 776

Viell. zu ahd. snerahan«sich zusammenziehen». Vgl. Btr. 20, 62.

schnurrig, adj.: voll Schnurren, possier- lich, durch Possenhaftigkeit lächerlich. Erst 1749 b. Lessing Freygeist 2, 5. Von Schnurre f. «possenhafter Einfall». Anders 1691 b. Stieler schnurricht, schnorricht ⸗schnurrend', b. Luther 12, 352, 6 W. schnurrig«brummig, mürrisch?, von 1schnurren.

Schnurrpfeiferéi, f.(Pl.-en): nichts werte, unnütze Sache zur Kurzweil, zum Zierat usw., 1778 b. Hermes 4, 53 u. b. Adelung 1780, nd. 1781 snurrpiperijen, eig.«das, womit sich der Schnurrpfeifer abgibts, von Schnurrpfeife f.schnurrende Pfeife der Bettelmusikantenꝰ, dann«Spielzeug, wertloser Tand»(Hermes?, 404), nd. 1755 bei Richey der Pl. snurrpppen. Entl. dän. Snurrepiberi.

schnurstracks, adv.: schnurgerade(1537 b. Dasypodius);(bildl.) geradezu(1624 b. Opitz Poet. 23). Genetivische Bildung zum Adj. und Adv. schnurstrack(im 16. Jh. b. Kirchh. Wend. 1,107 Ost.), zgs. aus 1Schnur u. strack, 8. strackes.

Schnute, f.(Pl.-n/): Maul des Tieres, auch verächtlich des Menschen, bes. ein vorstehendes, dickes. 1741 b. Frisch, aufgenommen aus glbd. nd. snäüte, mnd. snũt(e) f., dazu mndl. snugyfe, mengl. snoufe, engl. snout«Nase, Schnauze, Rüssely. S. Schnauze.

Schober, m.(s, Pl. wie Sg.): hoch und spitzig zulaufend aufgeschichteter Haufen Gar- ben, Stroh, Heu usw.; 60 Bund, Bündel, Büschel. Mhd. schober m. in beiden Bedd., ahd. scobar, scober m. nur in der ersten. Zu schieben(s. d.), eig. das Zusammengeschobne», verwandt mit Schaub u. Schopf. Unsichres Btr. 20,54. 4L. Schöberl, n.: Mehlspeise. Ost. Schobern, v.: in Schober setzen, mhd. schoberen, schaberen, spätmhd.(östr.) schibern.

Schock, n.([els, Pl.-e, nach Zahlenwiesg.): 60 Stück. Mhd. schoc m.(Gen.-Ckes)«Haufe, Haarbüschel(noch schweiz. Tschogg m. Haar- schopf, Federbüschel»), als Ntr. bes. im Md. (13. Jh.)«Anzahl von 60 Stücky», namentl. einer u. derselben Münzsorte, neben mhd. schoch(e) m. caufgeschichteter Heuhaufen»(noch bayr. schwäb.-schweiz. Schochen m.); dazu and. sco(c)x n. 60 Stück(Garben)», mnd.-mndl. schok n. u. 1477 clev. schoch n. 60 Stück», aber mengl. schoklce, engl. shock«Mandel(Garben)»,(wohl entl.) schwed. skock m.«Haufe, Schar, Truppo, auch das Schock», dän. sko'lc«Schock». Urspr. cein Haufen Garben⸗, wobei sich früh der Zahl- begriff entwickelt hat. Viell. zu Hocke(s. d.).

4BL. schocken, v.: in Schocke setzen; sich in Schocke häufen, viele Schocke ergeben. Mhd. (md.) und mnd. schocken«in Haufen oder in Schocke setzen»; neben mhd. schochen auf- häufen». schockweise, adv., 1716 b. Ludwig.

schofel, adj.: geringhaltig, schlecht, arm- selig, erbärmlich, niederträchtig. Erst seit etwa 1750 in der Schriftsprache(1780 bei Adelung), eig. jüd.-deutsch, aus einem nicht gerade üb- lichen gö/εlI, Part. des hebr. schä¹εl«niedrig ge- macht, gedemütigt werden, sinkeny zu erklären (für söfel erwartet man nämlich SãfGl!). Als Subst. Schofel, m.: armselige Sache oder Sa- chen, 1781 bei Dähnert und bei Bürger Briefe 2, 353.

Schöffe, m.(-n, Pl.-n): Gerichts-, Ratsbei- sitzer aus dem Volke, ein von Karl dem Gr. ge- schaffnes Amt. Mhd. scheffe, schepfe, scheffene, im 14. Jh. auch schöpfe(noch bei Stieler, Frisch u. J. Möser Schöpfe, aber Schöffe erst bei Ade- lung 1780 u. Goethe), md. schephene(1261) u. scheppe(daher Schöppe bei Duez 1664 und im 17. u. 18. Jh. vorherrschend), ahd. sceffeno(Pl. scephenen) u. stark scaffin, sceffin m.(Pl.-a); dazu andfrk. scepeno, mnd. schepe(ne), mndl.- nndl. Schepen, afrs. skeppena m., aus dem Germ. entl. mlat. Scabinas, ital. scabino, schiavino, frz. échevin, span. esclavin m.«Schõöffe. Von ahd. scaphan, scephen in der Bed.«Recht sprechen? (s. schaffen, schöpfen).

Schokoläde, f.(Pl.-n): Gemisch aus Kakao, Zucker u. Gewürz, u. das Getränk daraus. 1678 bei Krämer Schockolata f., bei Wächtler 1703 Chocolate, bei Schiller Fiesko 2,2 Schokolade f., bei Wieland Amadis 2, 62 Schokolat m.; über glbd. frz. chocolat m. aus span. chocolate m., von mexikan. chocollatl, zgs. aus choco«Kakao» und lall«Wassery.

Scholär, m.(-en, Pl.-en): Schüler. 1562 bei Mathesius Sar. 205 a, Pl. Scholarn 33 b, aus dem lat. Adj. scholãris«zur Schule gehörig», im Mlat.«Schüler», von lat. schola f.«Schule⸗ (s. d.). Scholästik, f.: die christlich-aristote- lische Philosophie des Mittelalters. Im 18. Jh. aus dem subst. gesetzten F. scholastica des gr.- lat. Adj. scholasticus«ur Schule, zum Studium der Beredsamkeit gehörigy. Davon Scholä- stiker, m., im 18. Jh.(b. Kant) aus dem subst. M. des gr.-lat. Adj. scholasticus(s. Scholastik); auch in der Bed.«Wortkrämer». Scholästisch, adj., im 18. Jh. aus gr. Jat. scholasticus.

Scholie, f.(Pl.-n): erklärende gelehrte An- merkung. 1531 bei Hedio Josephus Titel, aus gr.-nlat. scholium, gr. cxotov n. Auslegung»,