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wird. In d. 2. H. d. 19. Jh. schnitzen, v. durch ken, schneucken u. schneycken, noch schwäb.-
Aus- u. Abschneiden mit einem Messer gestal-
ten; Obst mit dem Messer in scheibenartige Stücke zum Dörren schneiden(schweiz.-henne- berg.). In der 1. Bed. mhd. snitzen, ahd. nur in snizzare(s. Schnitzer) u. snezzunga f. Intensiv- bildung zu schneiden(s. d.). Davon Schnitzer, m.(‧, Pl. wie Sg.): Bildschnitzer, Holzbildhauer (mhd. snitzcœre, snitzer, ahd. snizzare, snetzere m., auch 1482 im Voc. theut. 2 4²2 Schnitzer m. Armbrustmacher»); Schnitzmesser(bei H. Sachs 3, 314, 37); grober Fehler, bes. gegen eine Kunst od. Wissenschaft(1644 bei Zesen helikon. Hechel Vorr. u. schon 1545 bei Luther 8, 228 b), nach Adelung eig.«ein fehlerhafter
Schnitt. Davon Schnitzeréi, f.: Schnitz-
kunst, Schnitzwerk, 1660 bei Corvinus fons lat.; schnitzern, v.: Fehler machen, bei Gün- ther 530 u. Lessing 12, 211.
schnoben, v.: schnauben, keuchen(der j. Goethe 3, 356), Nebenform von schmauben(s. d.).
Schnodder, m.(-s): zäühflüssiger Nasen- schleim. 1551 b. Scheidt Grobian. V. 908 Schnod- der, im 15. Jh. schnoder(Diefenbach gl. 4975), 1482 im Voc. theut. ee 2 b snader u. cc 7 5b schnuder, spätahd. im 11. Jh. schnauder, nd. snod- der neben snodde, snotte, weitres s. unter Schnu- del. 4BL. schnodd(e)rig, adj.: rotzig(1664 bei Duez schnodſelrigt, schnuderigt, spätmhd. im 15. Jh. snuderot);(übertragen) vorlaut, frech, aus nd. snoddrig, snotterig. Vgl. Zfd W. 2, 308.
schnöde, adj.: an Gehalt u. Wert arm u. gering, schlecht u. gehaltlos; empfindlich, ver- ächtlich, gehässig, unfreundlich(1616 bei Henisch). Mhd. snœde, md. snôde«schlecht, er- bärmlich, gering, spärlich behaart, rücksichts- los, vermessen, übermütig»; dazu mnd.-mndl. snode«schlecht, erbärmlich», nndl. snood un- heilvoll, niederträchtig, boshafty, anord. snaudr «entblößt, arm, dürftigo, schwed. snauder, norw. . snau. Gleichen Stammeswiespätmhd. 1429 be- schnotten«maßgegeben, gemessenꝰ, bei Keisers- berg Seelenparadiß 45 u. Postill 2, 10 b in der Bed. cgenau», noch schwäb.-schweiz. beschnotten knapp, spärlich⸗, anord. snockinn dünnhaarigy, sney-da«beraubenꝰ, ags. besnyddan berauben). Schnödigkeit, f., mhd. snœdecheit, md. snõde- keit f.«Krmlichkeit, Erbärmlichkeit, Niedrig- keit, Schlechtigkeit.
schnökern, v.: schnüffeln(1518 b. Keisers- berg Baum der Seligkeit 12 d schnökeren); naschen(1777 bei Bode Tristr. Schandi 7, 51). Nd. snõ(c)kern in beiden Bedd. Iterativbildung zu glbd. mhd. snõuken, bei Keisersberg schnoi-
Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.
schweiz. schnaichen aschnobern», henneberg. schneuken csaugen». Zum Subst. Schneügge f. (1563 Forer Tierbuch 56 2) u. Hundsschnöucken f.«eSchnauze des Hundes»(1556 b. Frisius 1166 ²), Schneicke f.«Schiffsschnabel»(1588 bei Golius 201), das mit Schnauze(s. d.) u. Schnaupe f. «Schnauze»(Schade Sat. 3, 155, Fischart Bienk. 38 b), Schneppe(1678 bei Krämer) verw. ist.
schnop(p)ern, v.: mit wiederholtem Ein- ziehen des Atems beriechen. 1711 bei Rädlein u. bei Goethe Faust 4321 schnopern, aber V. 1187 unter den Lesarten wie b. Bürger 259 schnobern; dazu nd. snoperen u. snopen«naschen», bes. von Katzen, die Milch naschen, mndl. snoepen cnaschen⸗. S. schnuppern.
Schnörkel, m.(-s, Pl. wie Sg.): in gewund- nen Linien angebrachte feste Verzierung; ge- wundne Linie. In beiden Bedd. 1678 b. Krämer Schnõrchel, Schnörchelm., nach Weigand in der 1. H. des 16. Jh. Schnirkel in der Bed. allerlei unnötiges Beiwerk, an Säulen od. Geräten er- haben gebildetes Laub-, Blumenwerk», auch bei Stieler 1691 u. noch mundartl. Schmirkel, 1741 b. Prisch Schnerkel(aber 1711 b. Rädlein Schnerckel m. Schnitzer, Fehlers), 1717 b. Gün- ther 646 Schnorckel. Viell. umgestellt aus sudd. Schneckerl«Schnecke». Vgl. Zfd W. 1, 7. 4B L. schnörkeln, v., 1678 b. Krämer schnörckelen.
Schnorrer, öst. nur so, Schnurrer, m. (, Pl. wie Sg.), s. Eschnurren.
Schnucke, f.(Pl.-n): Schaf kleiner Art auf magern Heiden Niederdeutschlands. 1663 bei Schottel, nd. snucke, snicke f., daneben 1741 bei Frisch Heideschnakle(s. Heidschnucke). Her- kunft dunkel. 4BL. Schnuckelchen, n.: Liebkosungswort für Kinder.
schnüffeln, v.: Atem in schneller Wieder- holung durch die Nase einziehend riechen, dann untersuchend durchstöbern(bei Goethe öfter schnuffeln, z. B. Faust 2818, auch bei Adelung). In 1. Bed. im 16. Jh. beschnuffeln«beriechen⸗ (Frölich Stobäus 352) u. schnifeln«durch die Nase reden»(Kirchhoff Wend. 2, 157 Ost.), 1691 b. Stieler schniffelen u. 1716 b. Ludwig schnüf- feln«im Reden schnauben, anfahren, durch die Nase redem. Aufgenommen aus glbd. nd. snf- feln, snujſeln, mndl. snoffelen, snuffelen«mit der Nase suchen oder spüren», abgeleitet von nd. snuff e), snüff f.«Nase, Schnauze, mnd. snoue m. Geruch, Witterung», ndl. snuf f.«Berie- chungꝰ, zu mnd. snuven aschnauben, schneuzem, nnd. auch«durch den Geruch suchen oder wo- nach spüren»(s. Schnauben) wie mndl. snoffen,
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