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bei Goethe 1, 127 in der Bed.«jem. ein Schnipp- chen schlagen»); durch lauten kurzen raschen Schnitt mit der Schere schneiden(Campe 1810) od. abschneiden(Adelung, beschnippen b. Frisch 1741); elastisch zurück- od. emporfahren(um 1522 bei Ickelsamer Gramm. 48 schnipen). Md. im 15. Jh. Snippen«mit Worten schnellen, ha- dern», mehr nd. 1462 snippen«zischeln»(Mone Anz. 7, 304,537). Unerklärt, aber mhd. mit regel- rechtem pf gesnipfen«den Kopf rasch zur Brust senkeny, ebenso ahd. snifan(Notker 1, 12,30 P.), noch bayr.-öst. schnipfen«mit einer schnellen Bewegung etwas wegschnappen?(bayr.-tirol. auchæmitkurzen Zügen trinken, nippen»). Dazu mndl. snien, engl. snip«mit der Schere ab- schneiden. schnippisch, adj.: gegen jem. in Worten od. Gebärden vornweg spitzig kurz. Daneben schnippig, hess.-rhein., wahrscheinl. aufgenom- men aus ndl. snebhig«maulgewandt», auch snib- big, snippig(von ndl. sneb f.«Schnabel»), aber bei H. Sachs 1, 209, 26 schnüppig, Fastn. 26, 362 aufschnuppich, Fab. 7, 130 auffschnüpfig, zu aufschnupfen«zornig auffahren»(Ayrer Fast- nachtsp. 37 b). Dagegen schnippisch, 1564 bei Glaser Gesindteufel E 1 b, schneppisch 1598 bei Ringwaldtlaut. Warh. 301, schnäppisch b. Frisch 1741, Adelung 1780 u. 1778 bei Möser Phant. 1, 1, schnepffisch 1590 bei Ringwaldt Eckhart H 7 5, aufschnupffisch 1713 im Simpl. 1, 347(s. oben), entspricht nd. snippsk, snippsch, sneppsch(auch snépsch), eig.«mit dem Schnabel vornweg(von nd. Snihbe, snippe f. Schnabely, md. 1556 bei H. Staden vν Schnippef.), u. ist teils an schnip- pen cein Schnippchen schlagen», teils an nd. snappen ceilfertig, plaudern, vorlaut im Reden sein» angelehnt. schnipps, interj., das Geräusch desschnellen Knipsens nachahmend, bei Luther Eisl. 1, 541 ² schnips, b. H. Sachs 21, 81, 14 schnips, schnaps, substantivisch in eim Schnips im Nu? 1589 bei Bebel Facet. 109 b u. 1618 b. Schönsleder. Davon 1schnippsen, v., 1773 b. Heinse Enkolp 1, 79. Verschieden von 2schnippsen, schnipp- zen, v.: schluchzen, 1540 b. Alberus dict. Nn 2² schnipßen, kkaa schnipsen, KK 2 b schniplzeen, um 1480 bei Melber y 2 schngpfftzen(1483 t 24 schnupfftzen), spätmhd. im 15. Jh. schnlipfzen, ahd. sno(p)ffizan, mit snephezunga f.«das Schluchzen», spätmhd. snopfzunge f., noch wet- terau. Schnipsen, bayr. schnopfezen, schnupfezen. Schnippschnapp, schallende Interj.(siehe schnapp), 1494 bei Brant Narr. 44, 10 schnyp schnap; dazu mhd. snipu. snappe m.«Schwützer',
spätmhd. sntppen-snap. Schnippschnapp- schnurr, n.: altes Kartenspiel. Bei Voß Hage- stolz 77, nd. snipp-snapp-snurr.
Schnitt, m.(-Lels, Pl.-e): Handlung des Schneidens; durch Schneiden entstandne Tren- nung; Getreideernte(daher einen Sch. machen Vorteilhaben»); Kleiderform; der beschnittne Rand eines Buches(1562 b. Matbesius Sar. 142*). Mhd. snit m. in den vier ersten Bedd., ahd. snit m. nurin der ersten u. dritten Bed., aber im Ahd. der Pl. snita auch Geburtswehen» als schnei- dender Leibschmerz; dazu anord. snid n. das Schneiden, abgeschnittnes Stück». Von schnei- den(s. d.), ebenso Schnitte, f.(Pl.-n/): abge- schnittnes flaches Stück einer Speise, mhd. sni(t)te f.(auch«Schnitt, Hieb, Zeugstreifen, Schienen), ahd. snt)ta f., mrhein. 1469 snede f. 4B L. von Schnitt: Schnitter, m.(-s, Pl. wie Sg.): der mit Sense od. Sichel das Getreide in der Ernte schneidende Arbeiter, mhd. snitcœre, sniter, ahd. snitari m. Schnittling, m.: abge- schnittner Schoß, bes. zur Fortpflanzung, mhd. snitelinc, ahd. snitilinc m., 1420 nd. snideling. 2ZS. Schnittkohl, m.: Kohl ohne Köpfe, der nachwachsend mehrmals abgeschnitten werden kann, 1691 bei Stieler. Schnittlauch, m.: Lauch mit binsenförmigen Blättern, die nach dem Abschneiden(Schnitt) immer wieder wachsen, mhd. snit(e)louch, ahd. snitilouch m.; dazu mnd. snedelõ, dän. snitlög. Schnitt- ware, f.: Zeugware, die im Kleinverkauf nach der Elle⸗ abgeschnitten wird, 1810 bei Campe.
Schnitz, m.(-es, Pl.-e): abgeschnittnes Stückchen, bes. scheibenartig abgeschnittnes Obststück. Bes. südd. Mhd. sni(f)z m.«Schnitts, dann in obigen Bedd., thür.-hess. auch Schnitze f.; aber schweiz. Schnitz m.«Landsteuer, Ak- zise?, 1627 bei Stettler Nuchtländ. Geschichten 531, viell. wörtliche Übersetzung von franz. ac- cise f. od. ital. taglia f. Von schnitzen(s. d.), ebenso Schnitzel, m.: dünnes abgeschnittnes Stück, z. B. gedörrte Obststückchen(im 15. Jh. schniczel bei Diefenb. nov. gl. 310 b), flach von einem Kalbsschlegel abgeschnittnes u. gebrat- nes Stück Fleisch(1847 als öst.), clev. 1477 snytzel, mrhein. im Voc. ex quo 1469 snitzel«in Streifchen am Kleide zottelartig zerschnitten als Zierat Hangendess; davon schnitzeln, v.: in Stückchen abschneiden, schnitzend formen, 1537 bei Dasypodius schnützlen u. geschnitzlet, mhd. in versnitzeln(1449) u. zersnitzeln(13. u. 14. Jh.), daneben im Garg. 102 u. 392 schnetzelen (nochschweiz.); dazuSchnitzeljagd, f.: Jagd, bei der das Wild durch einen Reiter dargestellt


