Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
765-766
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765 Schnepfe

Schnippchen 766

sneller m.«Rennpferd, 1440 u. 1450 in Nürnb. Chron. 3, 366, 2 sneller u. 2, 217, 3 schneller m. Schlagbaum, bewegliche Schrankes. US. mit schnellen: Schnellgalgen, m.: Wippgalgen, mit dem ein Ubeltätergeschnellt wird, im 15. Jh. bei Diefenbach gl. 194 b snellegalgen. Schnell- kraft, f., 1780 bei Adelung. Mit schnell: Schnellwage, f.i Wagezuschneller Gewichts- bestimmung mit Haken u. einem Balken, an dem das Gewicht hin u. her geschoben wird, späãtmhd. snelwãge f.

Schnepfe, f.(Pl.-n): der Vogel scolopax. Mhd. snepfe m. f., ahd. snepho m., snepha, snepfa f., noch älternhd. im 16. u. 17. Jh. Schnepf m., md. im 15. Jh. sneppe, daherim ältern Nhd. auch Schneppe f.; dazu mnd.-mndl. Snippe, sneppe, mnd. auch snppel, ags. aber snète f., mengl. Sngpe u. sngte, engl. snipe, snite, anord. myrisnipa. Aus dem Deutschen entl. ital. sgneppa f., rumän. sneap«Waldschnepfes. Wohl benannt nach dem langen dünnen Schnabel(s. d.), der viel länger als der Kopfist. Verw. mit dem folgenden. Vgl. Suolahti 273. In der Bed.«Dirney über- überwiegt jetzt die nd. Form Schneppe.

Schneppe, f.(Pl.-n): die Schnauze an einer Kanne u. dgl.(1702 bei Kramer); auf der Stirne liegende Spitze einer Frauenhaube(1691 bei Stieler Schnepfe, 1702 bei Kramer Schneppe, 1737 bei Wachter Schnebbe), schnabelförmige Spitze vorn am Oberkleide der Frauen; äußer- ster Rand, äußerste Spitze(in Mitteldeutschld., 1691 bei Stieler Schnepfe). Die urspr. Bed. ist Schnabel, md. 1590 Schnepf f. bei Ringwaldt Eckart J5 b, nd. 1420 u. 1517 snebbe f.(Hor.

belg. 7, 34²), nnd. snibbe, snippe f.(auch Spitze(

der Frauenhaube), schon mnd. snibbe f. clanger spitzer Schnabel». Gleichen Stammes wie Schnabel(s. d.). Schnepper, s. Schnäpper. Schneuze, f.(Pl.-/): Lichtputze, Licht- schere, bei Luther Schneutze, ahd. snüzzaf. Von schneuzen, v.: die Nase mittels Ausstoßung der Luftvon Schleim, das Licht durch Abschnei- den od. Abkneipen des verbrannten Dochtes reinigen(spätmhd. snutzen, mnd. snauten); jem. prellen, betrügen(1567 bei Boltz Terenz 207 a, noch bei Wieland Horaz. Epist. 2, 221). Inurspr. Bed. mhd. sniuzen, ahd. snüzan die Nase put- zeny; dazu mnd. Snuten, mndl. snugten u. snotten, nndl. snuiten, ags. snytan, engl. snite, anord. snyta, dän. snyde, schwed. sngta. Verw. mit Schnudel, Schnauze, schnauben, Schnupfen(s. d.). Schnick, m., 1810 b. Campe. Von schnik- ken, v.: etwas od. sichschnellend bewegen(1780 bei Adelung), thür. fränk.-rhein., dagegen nd.

u. ndl.(1598) snicken«schluchzen». Dazu ent- schnicken in die Höhe werfen» bei Goethe. Schnicke, f.(Pl.-n): kurzes rundes, nur in der Nordsee gebräuchliches Schiff. Aus dem Nd., mnd. snicke, 1417 sniche(Diefenbach nov. gl.). Dazu ndl. snik, dün. snekke. S. Schnecke. Schnickschnack, m.(s, ohne Pl.): leeres Geschwätz(Lessing Em. Gal. 4, 3). Erst in der 2. H. des 18. Jh. aufgenommen aus glbd. nd. snichsnack m., einer Ablautsbildung zu Schnack (s. d.), wie Klingiclang, Singsang, ripsraps, Zick- zack; bei Langbein 2, 224 zerlegt in Schnick u. Schnach, bei Goethe(Faust 4257) Schnecke- schnickeschnack m. clangweiligesleeres Getöne». schnieben, v.: neure Nebenform zu schnau- ben. Md.(1662 schles. bei Frommann 4, 184), u. zwar schwach, dagegen b. Schottel 1663, Stieler 1691 u. Steinbach 1734 stark(Prät. schnob, Part. geschmoben). schniegeln, v.: glattu. zierlich schmücken, 1642 bei Mengering Gewissensrüge 648 sich schniegeln, 1734 b. Steinbach geschniegelt czier- lich gekämmts», aus der obsächs. Ma. entl., für die Wachter 1737 Schniegelm.«Putz, Schmucb belegt, schon 1640 bei Zesen Helikon im Reim- zeiger Schniegel m.; dazu b. Castelli 1709 Schnie gelfleck m. u. bei Amaranthes 1715 Schniegel- flechgen n.«sich stets aufputzendes Frauenzim- mer». Wegen Schniegel«Schnecke» u. bayr. schneckl«Haarlocken zu Schneche. Schniepel, m.(, Pl. wie Sg.): Stutzer, bei Gaudy ausg. Erzählungen 73, eig.«Frack mit spitz zulaufenden Schößen»(1831 stud.), von mrhein. Schmiepef. espitz zulaufende Schneppe- s. d.) am Frauenkleid, obsächs. Schniepe f. cfehlerhaft hervorstehende Spitze od. Erhebung am Kleid. Schnipfel, m., hochd. Nebenform von Schnippel, noch bei Scheffel Ekkehard 264. Schnippchen, n.(-, Pl. wie Sg.): das laute Schnellen des wider den Daumen gedrückten Mittelfingers an die Maus. 1604 b. Egering 3,59 Schnipgin, bildl. 1691 bei Stieler einem ein Sch. schlagen«sichüberihn lustig machen, ihm einen Streich spielen. Dim. von glbd. Schnipp m. (Campe 1810, personifiziert in den Fastnachtsp. des 15. Jh. 337, 21), zu schnippen(s.d.). Schnip- pel, m. auch n.: kleines abgeschnittnes Stück, md.-obd., aus nd. snippel m.; davon schnip- peln, v., bayr. auch schnipfeln, nd. snippeln neben snippern, 1691 b. Stieler schnippern. Von schnippen, v.: in kurzer Bewegung fort- schnellen(Adelung 1780); den Mittelfingervom Daumen an die Maus schnellen(1691 b. Stieler,