Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
763-764
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763 schneien

schnell 764

Vonschneiden, v.(Prät. schnitt, Konj. schnitte, Part. geschnitten): mit der scharfen Seite tren- nend eindringen; durch die Schärfe trennen od. trennend verletzen; durch Trennen der Halme vom Lande mittels der Sichel ernten; mit der Schärfe trennend gestalten, schnitzen, formen; (bildl.) scharf gestalten(1677 b. Butschky Path- mos 76 Compliment schneiden, 1780 b. Adelung Gesichter schneiden); gesellschaftlichignorieren (um die Mitte des 19. Jh. nach glbd. engl. cut, 1836 noch nicht bekannt, vgl. Zfd W. 8, 133); (refl.) sich irren(im 18. Jh. meistnoch ganzsinn- lich sich mit dem Messer sch., erst in den 80 er Jahren übertragen). Inden ersten 3 Bedd. mhd. sniden(auch«Kleider zuschneiden u. anferti- gen»), ahd. snädan; dazu asächs. Snidan, afrs. snitha, snäda, ndl. snijden, ags. snidan, anord. snãda, got. sneiban(ernten). Unsichre Anknüp- fungen KZ. 38, 471; 40, 561. Das Prät. lautet mhd. sneit(Pl. sniten), ahd. sneid(Pl. snitun), noch bei Luther schneit 1. Sam. 24, 5, 1515 im Eulenspieg. Kap. 7 schnit, ags. snãd(Pl. snidon), anord. sneid(Pl. snidu) u. schwach snidda, got. snaiν; das Part. Prät. mhd. gesniten, ahd. ga- snitan, ags. sniden, anord. snidinn. 4BL. Schneider, m.(*I, Pl. wieSg.): Kleidermacher, mhd. snidœære, snider m., auch«Schnittwaren- händlers, ferner«Pflügera, im 15. Jh.«Schnitter⸗ (noch 1605 b. Hulsius u. mundartl.); dazu mnd. snider m., auch«Ausschnitter, Schnitzer, Schnit- ter⸗(vgl. Schröder). RA. us dem Sch. sein: im Skat mehr als 30 Augen haben;(übertragen) älter als 30 sein. Davon Schneideréi, f., 1618 bei Schönsl.(Schneiderwerkstatt); Schneide- rin, f., spätmhd. im 15. Jh. snãderin, im mrhein. Voc. ex quo von 1469 snöderschen f.; schnei- dern, v., 1669 im Simpl. 115; Schneiderflisch, m.: Name kleiner wertloser Fische, 1546 b. Hedio Platina 270 ². Schneiderseele, f.: ängstlicher Mensch, 1810 bei Campe. schneidig, adj., mhd. snidec, snidic«schneidend, scharf, kräftigy, im 15. Jh.«schnittreifs, erst im 19. Jh. tatkräftig (1813 bei Arndt Ged. 280); dazu mnd. sneidich, snedich«von scharfem Verstand, listig, schlaun. Als Schlagwort im 19. Jh., vgl. Zfd W. 2, 308. ZUS. Schneidemühle, f.: Sägemühle, 1523 b. Diefenb.-Wülcker schnidemul f., Schneide- müller, m., 1746 bei Döbel Jäger-Pract. 3, 79.

schneien, v.: in gefrornen feinen Wasser- flocken aus der Luft fallen. Daneben häufig schneen in Anlehnung an Schnee. Ein unpersön- liches Zeitwort, Prät. es schneite, Part. geschmeit, mhd. schwach(Prät. snö(e)te, Part. gesnde)t,

ebenso mnd.-ags. u. anord.; daneben stark Prät.

älternhd. schnib(Städtechron. 23, 70, A. 1 von 1499), schnie(Simpl. 451), noch bayr. schni, Part. Pass. ahd. versniegun, älternhd. geschnihen (1618 b. Weckherlin 1, 67 F., b. Wieland Archar- ner 1, 145 eingeschnien), vereinzelt 1644 bei Bürster 30 u. 138 geschneyen, noch bayr.-kärnt. geschniwwen. Mhd. sn(g)en, im 15. Jh. snihen, ahd. snoevan; dazu mnd. ond(g)en, ndl. sneeuwwen, ags. Snwan, anord. Part. snifinn. S. Schnee. Schneise, f.(Pl.-n): ausgehauner Wald- weg; Waldweg mit Dohnen(1746 bei Döbel Jäger-Pract. 2, 17); Schlinge zum Vogelfang in einer Dohne(1663 bei Schottel). In 1. Bed. md. sneyße f.(Eisenach. Rechtsbuch 3, 111, S. 750), wie es scheint eins mit snei(t)te(s. Schneide). schneiteln, v.: der Seitenäste durch Ab- schneiden, sägen, hauen benehmen. Spätmhd. im 15. Jh. sneiteln, md. schneideln, Iterativ von mhd. sneiten, ahd. gisneitön«durch Abschneiden vonZweigen beschneidens», 1593 b. Helber 26, 17 schmeitten, älternhd. u. noch bayr. schnaiten, schweiz. schneiten, von schneiden(s. d.). schnell, adj.: in hohem Grade geschwind. Mhd.-ahd. snel(Gen. les), auch«tatkräftig, tapferꝰ; dazu asächs.-mnd.-mndl. snel, ags-engl. snell, anord. snjallr, schwed. snäll, dän. snild (cklug, schlau»). Das Adv. mhd. snelle, ahd. snello, noch in der Dichterspr. schnelle(Goethe Faust 251, Rückert 2, 388). Aus dem Germ. entl. glbd. ital. snello, afrz.-prov. isnel. Herkunft dunkel. 4BL. Schnelle, f.: Schnelligkeit, mhd. snelle, ahd. snello f. Schnelligkeit, f., mhd. snellec(h)eit, nebensnelheitf. schnellen, v.: durch starken Widerdruck in hohem Grade sich fortbewegen machen; mit Schnellkugeln spielen(1642 b. Duez); prellen(Füchse, 1678 b. Krämer); übervorteilen(1616 b. Hulsius). In der 1. Bed. mhd. snellen(Prät. snellete, snalte, Part. gesnellet), auch«schnalzen, ein Schnippchen schlagen⸗,(intr. u. refl.)«sich rasch bewegen, eilen, in letztrer Bed. auch mnd. snellen.(Vgl. Schnalle u. Zfd W. 7, 169.) Davon Sehneller, m.(-S, Pl. wie Sg.): auftreffende schnellende Bewegung, Schlag mit dem Finger(1663 bei Schottel); schnellende Vorrichtung am Haspel, die mit einem krachenden Tone jedesmal an- zeigt, daß 100 Fäden abgehaspelt sind(Goethe 25, 1, 115); Springfeder(1716 bei Ludwig); die Vorrichtung zum Abdrücken am Schießgewehr (1691 bei Stieler); der Bügel, Sprenkel zum Vogelfang, Spannholz der Netze am Vogelherd (in Nürnb. Pol.-Ordn. des 15. Jh. 313 sneller); plötzlich überraschende Vorspiegelung(Les- sing 1, 553). Md. 1420 in Schröers Vocab. 5 b, 79