Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
761-762
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761 schnaufen

Schneid 762

snuνven, nndl. snuiven. Die urspr. starke Flexion(schnob, geschnoben) ist jetzt weniger üblich, als die schon bei Luther auftretende schwache. S. schnieben.

schnaufen, v.: schnauben, bei Dasypodius 1537 u. Maaler 1561, mhd. sasfen, obd. Neben- form zu schnauben.

Schnauzbart, m.: Bart der Oberlippe, 1741 bei Frisch; dafür schweiz. Schnauz m. Zgs. mit Schnauze, f.(Pl. /): hervorstehendes Maul mit der Nase, zunächst von Tieren, wie dem Hunde, Fuchse usw.(1540 bei Alberus dict. Schnautzf.), dann in grober Rede von Menschen (bei Luther 3, 337 2 Schnauße f.); Dochtrohr an der Lampe(b. Luther 2. Chron. 4, 21 Schnautze, 4,264 bff. Schnauße), Ausguß einer Kanne usw. (1576 bei Thurneisser Probierung 85), Spitze des Blasbalges(1562 bei Mathesius Sar. 2132 Schnautze). Das Wort erscheint erst im 16. Jh., muß aber recht alt sein, denn es entspricht nd. snäte f.«Maul des Tieress,(in derber Sprache auch)«des Menschen»(s. Schmute). Nebenform Schnotzf.«ElefantenrüsselL, 1541 b. Frisius 697 b, bei Maaler m., 1567 bei Junius 46 2 Schnotzen. Verw. mit schneuzen(s. d.). 4BL. schnauzen, v.: heftig anfahren, 1586 bei Mathesius Syrach 2,100 Schnausen, 1691 bei Stieler anschnauzen, 1734 bei Weber schnautzen.

Schnecke, f. Pl.-n/): das Kriechtier cochlea, limax; dann schneckenhausartig Gewundnes, wie die W9endeltreppe(spätmhd. bei Mone Anz. 4, 231, 21, bei Luther Hesek. 41, 11, im 15. Jh. snegelhuß b. Diefenb. gl. 129 b u. 1663 b. Schottel 532 Schnekkenstiege f.), Volute an den Säulen, Teil des Ohres, Art Bohrer. In urspr. Bed. mhd. snecke, snegge m., auch«Schildkröte, Schiff, ahd. snecco, sneggo m., auch«Schildkrötey, im frühen Nhd. F. geworden, aber noch obd. Schneck m.; dazu mnd. snigge f. Ein zweiter Name ist Schnegel, m.(*I, Pl. wie Sg.): mundartl. noch weit verbreitet, mhd. snegel, ahd.-and. snegil m., mnd. Sneil, ags. snegel, engl. snail, anord. snigill m., schwed. snigel, dän. snegl«Schneckes(noch mrhein.-hess. Schnäl, Schnegel m.«Schnecke, besond. ohne Haus, nd. snagel), der im Ahd. «Schleim, Schleimkrankheit» bedeutet. Her- kunft dunkel. Lit. snäke f.«Schneckes könnte entl. sein. Zur mhd. Bed.«Schiffs, die wohl auf einer andern Wa. beruht, stellt sich mnd. snicke (14. Jh.), snelckee f. ckleines Kriegsschiffs, ags. snacc, anord. snekkjaf. cschnellsegelndes Schiffo, entlehnt afrz. esnegue f. 4BL. schnecken- haft, adj., 1691 bei Stieler schneckhaft. ZUS. Schneckengang, m.: langsamer träger Fort-

gang(Musäus Volksm. 1,22); Weginschnecken- förmigen Windungen(Adelung 1780, aber 1645 b. Zesen Rosemund 42 Wendeltreppe). Schnek- kenhaus, n., mhd. snecke(n)hus. Schnecken- linie, f., 1556 b. Frisius Nom. 148 b Schnäcken- linie. Schneckenpost, f., 1683 im neuen frz.- teutsch.-lat. Dictionar. 291 ².

Schnee, m.(-S, Pl. bei Chamisso 6, 113 u. 116 Schnee zweisilbig, sonst ungebräuchlich): aus der Luft niederfallende flockige feine Eiskri- stalle; zu Schaum geschlagnes Eiweiß(1593 bei Colerus B. 3, Kap. 214). In der urspr. Bed. mhd. sné, ahd. snëo m.(Gen. mhd. ahd. snéεs); dazu asächs. Snεο, ndl. sneeutb, ags. sndꝛο, engl. Snorο, anord. Snjãr, snjör, snär(Gen. u. Pl. snjãfar), dän. sne, schwed. snõ, got. snaiws m. Urverw. mit lit. sniẽéͦgas m.«Schneeꝰ, snalgala f.«Schnee- flocke, sninga, sniekt«es schneits, apreuß. snai- gis, abg. snégä m., ir. snechta«Schneey, snigid ces tropft, regnet, lat. niæ f.(Gen. navis) «Schneen, ninguere«schneien», gr. Akk. viqo «Schneen, viqet es schneito, aw. snaezaiti«es schneit», aind. snéha- m. Glanz, Glänzendes», snähjati«wird glänzends. 4 BL. schneeig, adj., 1440 schnéig, mhd. snéwec, ahd. snélcac, and. snéig, mnd. snyig(Diefenbach gl. 381 b). ZUS. Sechneeball, m.; Ball aus Schnee, mhd. 1388 snéballe m.(daher noch Schneeballen [bayr.]); die Pflanze sambuco rosea, 1735 bei Brockes 4, 105. schneeblind, adj.: von Schnee geblendet; mhd. gegen 1200 snéblint. Schnee- flocke, f., mhd. snévlockem. Schneegans, f.: wilde(im Winter kommende) Gans, spätmhd. snégans. Schneegestöber, n., 1716 b. Ludwig, s. Gestõber. Schneeglöckchen, n.: die Pflan- zen galanthus nivalis u. leucojum vernum, 1780 b. Adelung. Schneehuhn, m.: das wilde Huhn tetrao lagopus, 1557 bei Heußlin 212 b Schnee- hun. Schneekönig, m.: der Zaunkönig, mota- cilla troglodytes, 1552 bei Eber-Peucer Voc. F 8²2 Schneekõning. RA. sich freuen wie ein Sch. dlustig sein wie der Zaunkönig». Schnee- mann, m., 1793 b. J. Paul unsichtb. Loge 2, 56. Schneeschuh, m., 1780 bei Adelung als nor- disch. schneeweiß, adj., mhd. snονυνσ. Dazu S(ch)neewittchen, nd. Form für Schnee-

Schnegel, s. Schnecke. ſweiſßchen.

Schneid, m.: Schärfe, scharfer Geschmack (1792 bei Klein Prov.-Wb. 2, 131 als öst.); Mut (pfaälz., 1789 bei Zaupser bayr.-obpfälz. Id. 69). Schneide, f.(Pl.-n/): scharfe Seite eines Schneidewerkzeugs,(mhd. snide, md. snte f.); durch den Wald gehauner Weg, spätmhd. schnaitt f., ahd. sneitta, sneitte u. sneida, snaida f.