Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
757-758
Einzelbild herunterladen

757 Schnake

schnapp 758

vom schnackischen Katzen-Veite, 1675 b. Weise kl. Leute 34 schnakisch, nd. sndksch.

2Schnake, f.(Pl.-n): langbeinige Mücke, tippula; die über und an Wasser und Wiesen schwärmende Mücke. Mhd. im 14. und 15. Jh. snã(c)xe f., 1561 b. Maaler schweiz. Schnack m., wie noch bayr. Schnãgkm.(Gen. des Schnãghen). Dazu mhd. im 13. Jh. snükel(eh)t dünn und hager wie eine Schnake». Viell. gleichen Stam- mes wie mnd.-nnd. Snox m. junger Hechts, ndl. snoekc m. Hechts, mit dem Grundbegriff des Stechenden, Spitzen.

sSchnake, f.(Pl.-n): die Ringelnatter, colu- ber natrix; kleine Schlange. Nordd. Mnd.-nnd. snake f.; dazu mndl. snakce, ags. snaca m. und snacu f. eNatter», engl. snake, anord. snälcr m. Schlanges, dän. snog«Natters, schwed. snok m. «Ringelnatter». Von ahd. snahhan ckriechen, schleichen(Prät. snuoh), schweiz. 1561 bei Maaler schnaacken, ags. snœcan, engl. sneak, dazu aind. nãgãs m.«Schlange». Vgl. Schnecke.

Schnalle, f.(Pl.-n): miteinem beweglichen Dorne versehnes Befestigungsmittel; die Tür- klinke(obd., 1678 bei Krämer);(weidm.) das Geschlechtsglied verschiedner Tiere(1763 bei Heppe);(daher dann landschaftl.) Hure. Mhd. snalle f.«Schuhschnalles,(verächtlich) Mund. Von ²schnallen(s. d.), u. wohl danach benannt, daß der Dorn(Zünglein, Herz) 2u u. aufschnellt. 4BL. 1schnallen, v.: mit einer Schnalle be- festigen, 1691 bei Stieler.

2schnallen, durch Plastizität einen Schall hervorbringen. Mhd. snallen«mit Schnellen sich bewegen»(noch frk. schnallen), im 15. Jh. ckrachen, knallen»(Beheim Wien. 73, 11, noch bayr.-öst.), zu mhd. Snal m.(Gen. Aes)«schnel- lende Bewegung, Schneller, Schnippchen, Fang durch hart zusammenklappende Eisen*, 1615 b. Messerschmidt lustige Narrheit 173 und noch bayr. Schnall m.«Knall». S. schnell. schnalzen, v.: sich emporschnellen(von Fischen); durch Schnellen mit der Zunge oder dem Mittelfinger u. Daumen klatschen(b. Hul- sius 1605 u. Schönsleder 1618); mit der Peitsche knallen(bayr. öst., 150 b. S. Franck Kriegbüch- lein des Frides 73²). In der 1. Bed. b. H. Sachs, 1482 im Voc. theut. ee 2 snaltzen«beschlafen». Intensivbildung zu ²schnallen.

Sehnäpel, m.(s, Pl. wie Sg.): der Fisch salmo lavaretus, mit sich schnabelartig spitzig verlängernder Schnauze. Md. 1550 b. Alberus Fab. 19, 149; dazu mnd.-nnd. snepel m., ndl. aber neusvisch, d. h.«Nasen-, Schnabelfisch». Verw. mit Schneppe(s. d.).

schnapp, interj., 1780 b. Adelung, nd. 1770 snapp, s. schmippschnapp. Schnapp, m.(-es, Pl.-e): das Zuschnappen des Mundes(1578 bei Münster Cosmogr. 1420), plötzliches Zuklappen (1504 b. Liliencron 2, 528 b schallender Schlag), mhd. snap m. Gekläff, Geschwätz», älternhd. im 16. Jh. auch«Uberfall, Straßenraub, Schlap- pe, Niederlage, jäber Sturzs(Teuerdank 22,69). Von schnappen, v.: mit dem Munde oder Schnabel geschwind zufahren, um zu fassen; sich mit oder wie mit Schnellkraft bewegen, schnellen, wippen(Fischart Großm. 51, Goethe 3, 31, Blumauer Aen. 1, 178); hinken(1663 bei Schottel, noch hess.); klappern(1780 bei Ade- lung als obd., bei H. Sachs 5, 179, 9). In der 1. Bed. mhd.(md.) im 13. Jh. snappen, dann cfeindlich angreifen, schnappend essen, plau- dern⸗, im 15. Jh.«wanken, straucheln; dazu mnd. u. mndl. snappen cschnappen, rasch mit dem Munde sein, eilfertig reden, schnellen?, anord. snapa«gierig schnappen»,(entl.) dän. snappe. Intensivbildung zu mhd. snaben, md. sneben«schnell sich klappend bewegen, schnap- pen, hüpfen, springen, gierig verlangen, schnau- ben, stolpern, stürzen, mnd. snaven, sneven, clev. 1477 sneven«straucheln, fallen). 4. B L. schnäppen, v.: Vögel mit dem Fallkäfig fan- gen, d. h. durch einen Schnapp(s. d.) der auf- gezognen Türe, indem man diese herunterfallen läßt; bayrisch-mittelrhein. Schnäpper, auch Schnepper, m.(-*H, Pl. wie Sg.): der Fliegen- schnäpper, motacilla ficedula(1691 b. Stieler); mit Schnellkraft sich bewegendes Laßeisen zum Aderlassen(1737 b. Wachter Schnepper); leich- tere Art Armbrust(gegen Ende des 16. Jh. auf- kommend, 1678 bei Krämer Schnepperlein). ZUS. Schnappgalgen, m.: Schnell-, Wipp- galgen, 1716 b. Ludwig. Schnapphahn, m.: Wegelagerer zu bferde; dann überhaupt auf Überfall u. Raub Lauernder. 1494 bei Brant Narr. 89, 14 schnapp han m. u. bei Keisersberg der starke Pl. schnapphen, aber bei andern im 16. Jh. gemäß der eig. schwachen Biegung von Hahn(s. d.) der Pl. Schnapphanen(Franck Sprichw. 2, 60), mnd. snaphanen. Der Name entweder daher, daß die berittnen W9egelagerer wie der Hahn auf das Futter, auf den Raub los- stürzten, od. zur Bed.«kühner, kecker Kerlꝰ, die Hahn(s. d.) bereits zu Beginn des 16. Jhs. hat. Ein andrer Name war das 1425 vorkom- mende strüchhan m.«Strauchdieb, Räuber». Auch eine Flinte heißt im 17. Jh. Schnapphan, ebenso vom 16. bis 18. Jh. eine Münze in Jülich mit dem Bilde eines Reitersmanns(1562 b. Ma-

48*