Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
755-756
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75⁵ schmunzeln

Schnake 756

Jude, nd. 1756 bei Strodtmann smule, aus dem hebr. Namen Sema el(Samuel).

schmunzeln, v.: wohlgefällig lächeln. Im

15. Jh. mrhein. smonczelen(Diefenb. gl. 561 b), 1540 bei Alberus dict. a 2 b ich schmünzel, 1577 bei Fischart podagr. Trostb. C1 b Schmuntzelen, Iterativbildung zu md.(14. Jh.) smunzen clä- chelny; ähnlich 1690 bei Bödiker 178 schmunl- zern als ndsächs. Ohne spütmd. im 15. Jh. smuceln bei Diefenb. gl. 561 b, im 16. bis 18. Jh. schmatzeln«leicht lächeln», spütmhd. im 15. Jh. schmatzern«schmunzeln»; Iterativbildungen von mhd. smutzen lächeln», 1482 im Voc. theut. ee 2 2S5motzen, noch bayr.-öst. schmutzen, schmot- zen, tirol. schmutzeln, schmötzeln, schwäb.

schmetzeln, wozu mhd. smur m.«Kuß, im 16.

u. 17. Jh. u. noch obd. Schmutz m.«Kuß.

Schmus, m.(-es): Gerede eines Unterhänd- lers zur Uberredung; leeres Gerede(1722 bei Meier Stud., viell. schon mhd. gesmüse n.); Geld als Uberredungslohn beim Handel, Profit beim Geschäft(bei Hebel 2, 156 Schmuys). Jüdisch- deutsch. Von hebr. schema oth Erzühlungen», von den Juden schmuoß ausgesprochen, der Pl. des hebr. schm' d f.«Nachricht, Gerücht, Ge- redey(s. Schmu), von hebr. schämd' chörens. 4B2L. schmusen, v.: viele Worte machend reden(1781 bei Kindleben); zu Übervorteilung reden(mit Dativ der Person, zu deren Vor- teil geredet wird).

Schmutz, m.(es): sich ansetzende Un- reinigkeit(1664 bei Duez Schmutz, 1691 bei Stieler Schmuz). Spätmhd. im 15. Jh. smue m.

Schmiere, Fetts, wie noch schweiz. Schmutz m.

«Fett, Schweineschmalz, Butter» und schwäb. Schmolz m. eBodensatz ausgelaßner Butter, unreine abfällige Fettigkeit, Schmiere. Dazu schmutzen, v., spütmhd. im 15. Jh. smuczen, smutzen«schlagen, beflecken, schädigen», md. im 15. Jh. smotzen«schmutzig sein». Wohl In- tensivbildung zu schmuddeln(s. d.). schmut- zig, adj., 1494 bei Brant Narr. 110², 98; in der Zimm. Chron. ² 1, 426, 24 schmotzig, b. Fischart 2, 51 K. schmuzig. ZUS. Schmutzfink, m., bei J. Paul Hesp. 1, 181.

Schnabel, m.(-s, Pl. Schnäbel): vorstehen-

der Hornmund der Vögel; mannigfach über-

tragen. Mhd. snabel m.(Pl. snabel, snebel), auch «Mund(12. Jh.), lange schmale Schuhspitzes, ahd. snabul, snabil m.(Pl. snabola); dazu mnd.- mndl. snavel m.«Schnabel, Rüssel, afrs. snav(e)! m. Mund». Verw. mit ndl. snab, sneb f.«Schna- belb; ferner mit mnd. nebhe, nibbe f. Schnabel, ebenso ndl. neb f., ags. nebb n.«Schnabel, Ge-

sichts, engl. nib«Schnabel, Spitzes, neb«Schnep- pe, Schnauze», anord. nef n.«Nasey, dän. neb, schwed. nãbb«Schnabel⸗; urverw. mit lit. snã- pas m.«Schnabel». Vgl. noch Bezz. Btr. 30, 166. 4BL. schnabelieren, schnabulieren (bayr. nur so), v.: mit Behagen essen, 1691 bei Stieler, dazu Schnabeley f.-gutes Essen u. Trin- ken» 1578 bei Frischlin Nomenel. c. 155; in der Bed. c«um den Schnabel schlagen?, im 16. Jh. schnabolieren bei Kirchhoff Wend. 1, 294 Ost. schnäbeln, v.: Zärtlichkeit bezeigen durch Berührung der Schnäbel(mhd. im 14. Jh. snd- beln); sich zärtlich küssen(1556 b. Frisius 245 2 einanderen schnäblen); im Part. geschnãbelt«mit Schnabel versehem(Goethe 18, 339), mhd. 1356 gesnebelte schuohe«vorn in eine lange Spitze aus- laufende Schuhe, Schnabelschuhe». Mhd. auch sich snebelen«sich mit dem Schnabel putzen. ZVUS. Schnabelschuh, m., 1595 bei Hennen- berger preuß. Landtaf. 278. Schnabelweide, f., nhd. snabelaweide f.«Weide für den Mund». Schnack, m.(-Lels):(leeres) Gerede, Un- sinn(Goethe 15, 1, 95). 1663 bei Schupp 205, aus glbd. mnd. snack m.; dazu nndl. snac m. «eSeufzer, Geschwätz, Geplauder, von md. im 15. Jh., mnd. 1417, clev. 1477 snacken«schwät- zeny, mndl. Snacken«Atem holen, schluchzen, plaudernꝰ, nndl. snakken«schnappen, seufzen, sich sehnen». S. Schnickschnack, 1Schnakce. Schnada-, Schnaderhüpfel, n.(-*, Pl. wie Sg.): lustiges od. höhnisches, aus dem Steg- reif gedichtetes Gesangssprüchlein von vier od. zwei Versen. In Bayern. Nach Schmeller Schnit- terhüpflein«Erntetanzliedchen», von schneiden. schnadern, v.(Schiller Räuber 4, 5), s. schnattern. 1Schnake, f.(Pl.-/), auch m.(-/, Pl.-n): lustiges Gerede, lustige Erzählung, drolliger Einfall. 1531 b. H. Sachs Fab. 10, 19 Sohnacken, 1575 im Garg. 286 faale Schnacken, 1741 b. Frisch Schnalren, zu md.-mnd. snacken«schwätzen, plaudern»(s. Schnack), aber im Hinblick auf Grillen, Mucken(s. d.) angelehnt an 2Schmake: 1558 b. Lindener Katziporus Kap. 87 Schnagken und Grillen, bei H. Sachs 4, 242, 25 get Zotten, Sechnochen und Hundsmucken. Auch als M. Schnacke«Schnurre, Anekdote» 1650 bei Mo- scherosch Phil. 1, 383, Krämer 1678 u. b. Goethe 16,73persönlichmbä. snatersnacke m.«Schwät- zer', 1780 bei Adelung Schnake m. u. 1691 bei Stieler Schnalc m. neben Schnaker m. lustiger Kerls, wie nd. snak, ndl. snaak«Possenreißery, engl. snake. 4BL. schnakisch, adj.: spaß- haft, possierlich, seltsam, 1665 Prätorius Bericht