751 Schmieralien
Schmöker 75²
mhd. smelehe, ahd. smelohe, smelaha f., noch bayr. Schmelchen f. m., dazu im 15. Jh. ndrhein. smele f.(Muskatblüt 64, 45), 1420 md. Smeyl f.
(Schröers Voc. S. 24, 1728). Zu mhd. smehle «schmal, gering», während die hess.-thüring.- frk. Form Schmelme, Schmilme, thüring. auch Schmulme, bayr. Schmalm, auf eine ältre Neben- form smelave, smilabe deutet. Aus dem Deutsch. entlehnt lit. smlgas, poln. Smiatelt«Schmieles.
Schmierälien, Pl. Bestechungsgeschenke; schlechtes Geschreibe(1780 bei Adelung). In der 1. Bed. 1630 bei Lehmann Flor. 13; 1612 bei Albertinus Schauplatz 300 schmiralia, mit der lat. sächlichen Pl.-Endung gebildet von schmie- ren(&. d.) in der Bed. cbestechem-. Schmiere, f.(Pl.-/): Fett od. Salbe zum Schmieren(im
15. Jh. bei Tucher Baumeist. 116, 18 schmir u.
b. Diefenb. gl. 64 b karrenschmirben); unsaubre fettige Masse(1551 in Petrarche Trostb. v. Arz- nei 54 ²);(bildl.) kleine wandernde Sch auspieler- truppe(in der 1. Hälfte des 19. Jh.); Schläge, Prügel(1810 b. Campe). Von schmieren(s. d.).
Verschied. von gaun.(1714) Schmiere«Wachey,
in Schmiere stehen, aus späthebr. semirã Be-
aufsichtigung, Bewachung». schmieren, v.:
mit Fett bestreichen; womitbestreichen(mhd.);
sudelhaft schreiben(1551 b. Uhland Volksl. 687); geistige Getränke verfälschen(1517 b. Trochus
Q2° gesmert«vom Wein», spätmhd im 15. Jh. schmoyrr f.«Weinverfulschungsmittel»); bildlich, jem. schöntun, um ihn zu gewinnen(1494 bei Brant Narr. 44); durch Geschenke bestechen (mhd. im 14. Jh.); abprügeln(1551 bei Boltz Pauli Bekehrung B 6). In der urspr. Bed. mhd.
smir(we)n, smern«salbens, im 15. Jh. Smieren,
ahd. smirwen, noch im 16. Jh. schmirwen, Schmir- ben(wie schon im 14. Jh.), erhalten in bayr.- schwäb.-schweiz. schmirben; dazu mnd.-mndl. smeren, ags. smyrian csalbeny, engl. smear. Denominativbildung zu Schmer(s. d.). 4BL. Schmierer, m., 1561 bei Maaler Schmiruwer, in den Fastnachtsp. des 15. Jh. 240, 19 schmirer, mnd. smerer; davon Schmiereréi, f., 1663 bei Schupp. 579. schmierig, adj., 1562 b. Mathe- sius Sar. 79a schmirwig, 802 Schmierig, 169a schmiricht(Var. schmirbicht). Schmiersel, n., 1669 im Simpl. 68 Schmirsel. ZUS. Schmier- buch, n., 1641 bei Schottel 380. Schmier- käse, f.: Quark, 1691 bei Stieler.
Schminke, f.(Pl.-n): auf die Haut ge- strichne Farbe, bei Luther 5, 290 b Schmincke, md. 1420 smpncke(Schröers Vocab. 23 b, 1663), aber spätmhd. im 15. Jh. smick(e) f.; daneben Schmink m. 1722 bei Weichmann Poesie der
Niedersachsen 2, 99. Viell. Umformung des mlat.(Ss)migma aus gr. curru m. Salbey. Dazu schminken, v.: durch aufgestrichne Farbe die Haut verschönern, mhd. sminken, daneben glbd. smicken(15. Jh.). ZUS. Schminkpfla- ster, n., 1668 bei Rachel 8, 346.
Schmirgel, m.(öst. bayr. nurso),Schmer- gel,(-s): dunkelbläulichgraues Mineral zum Schleifen, Polieren usw. 1546 b. Agricola Ber- mannus 488 Smirgel, 1556 b. Frisius 29 Schmir- gel, 1663 b. Schottel Schmergel. Aus glbd. ital. smeriglio m., von gr. cuupic, cuipic f.«Schmir- gel». Verschieden von 2Schmirgel, m.: der schmutzige klebrige Saft in der Tabakspfeife, in Mitteldtschld. auch Schmergel, md. smurgel (1795 student.), von schmieren(s. d.). 4 L. ischmirgeln, v.: mit Schmirgel glätten od. schleifen, 1810 b. Campe, ital. smerigliare; ver- schieden von“schmirgeln, schmergeln, v.: übel nach angebranntem od. verdorbnem Fett od. ranzig riechen, 1678 b. Krämer schmirgelen, 1586 bei Mathesius Syrach 2, 96 b schmurgeln, md. u. obd.; dazu nd. smorgeln, smörgeln«schmo- ren, bratem, zusammengehörig mit Schmer, s. d.
Schmiß, m.(Gen.-Sses, Pl. sse): starker Schlag, Hieb, 1678 b. Krämer, von 1 chmeißen.
Schmitz, m.(¹es, Pl.-e): Streich mit einem schwanken Körper(mhd.); kurzer leichter Strich zum Anmerken(Fastnachtsp. d. 15. Jh. 1060, 16); entstellender Flecken(mhd.-ahd.). Mhd. smi(t)z m., ahd. smie m. Von schmitzen (s. d.). Schmitze, f.(Pl.-/): das klatschende Ende der Peitsche(1573 im Claus Narren); ent- stellender Flecken(1663 bei Schottel). Mhd. smitze f.«Schlag, Streich», u. vereinzelt(aus dem Nd.) smitte f.«Fleck, Makel»; dazu mnd.- mndl. smitte, smette, ags. smitta f.«Pleck», schwed. smeta f.«Schandfleck». Von schmit- zen, v.: mit einem schwanken Körper, einer Rute, einer Peitsche einen Streich geben; mit Flecken beschmutzen. Mhd. smitzencmit Ruten streichen, geißeln, beflecken, beschimpfen», ahd. bismizzan«beschmieren, bestreichen»; dazu mnd.-mndl. smitten, nndl. smetten, ags. smittian cheschmutzen, beflecken», dän. smitte, schwed. smitta«beflecken» u. smeta«schmieren, klebens. Intensivbildung zu 1schmeißen. Viell. in der Bed.«schlagen» zu Schmicke(Btr. 29, 501).
Schmock, m.(es, Pl.-e): talentloser Viel- schreiber, durch Freytags Journalisten(1853) bekannt geworden. Aus slow. Smok Narry. Vgl. Zfd W. 8, 18.
Schmöker, m.(-s, Pl. wie Sg.): durch- rüuchertes altes Buch. 1778 bei Hermes 2, 246


