747 Schmelz
Schmetten 748
hoff Wend. 1, 282 0., dafür thür. Schmeichfliege
(s. schmeichen). Der Name, weil sie ihre Eier aufs Fleisch legt und so dieses besudelt. Schmelz, m.(¹es, Pl.-e): Schmelzglas; Gla- sur der Zühne(Nemnich 1796); weiche Glanz- farbe(1722 in den Discoursen der Mahlern 2, Nr. 1). In der 1. Bed. 1715 bei Amaranthes als Frauenzierat, 1664 bei Duez Schmeltzglas oder Glasschmaltz; mhd. goltsmelæ m.«Bernstein?, ahd. sSmeli, smelze m. Geschmelze von Gold u. Silber durcheinander»; dazu mnd. 1392 so- wie mndl. und anord. smelt n.«Emaily, ferner anord. smeltr«emailliert, ags. smelting, smil- ting f.«Bernstein». Aus dem Germ. entl. ital. smalto m.(S. Schmalte), span. port. esmalte, fra. émail m.(s. Email). Schmelze, f.: Metall- schmelzhütte(1810 bei Campe); geschmolznes Fett(1561 bei Maaler). Von 1schmelzen, v. (Präs. schmelze, schmiilzles)t, schmilzt, Prät. schmolz, Konj. schmölze, Part. geschmolzen, Imp. schmilæ): fſüssig werdend zergehen. Mhd. smel-
zen, ahd. smelzan; dazu and. Prät. smalt, mnd.- mndl. smelten, schwed. smälta, ferner mit an-
lautendem mn ags. meltan, engl. melt cschmelzen, zergehen, got. gamalteins f.«Auflösungy, anord. melta«verdauenꝰ, isl. maltr«verfault, verdor- ben, sauer geworden», ahd. malz chinschmelzend, kraftlosy. Urverw. mit gr. u-Adderv«ausschmel- zen⸗, im Pass.«zerfließen, duokdövetv cer- weichen», aind. mrädati«erweichen?, mdus weich», abg. mMladä«weich, zarty. Das Präs. lautet ahd. smilau, smilzis, smilzit, das Prät. mhd.-ahd. Smalz, Pl. smulzen, noch bei Clajus schmaltz, schmoltzest, 1691 bei Stieler schmal⸗ u. schmolz, schmolzest u. Schmulzest, der Konj.
die Kausativbildung 2schmelzen, v.(Prät. schmelzte, Part. geschmelzt, Imp. schmelze): schmelzen machen, in Fluß bringen, mhd. smel-
zen(Prät. smelzete u. smalzte, Part. gesmelzet),
auch«in Email oder durch Metallguß machen?, ahd. smelzen(Part. gismalait); dazu mnd. smel- ken, smilten, engl.(seit 1700) smelt, dän. smelte, schwed. smälta. Vgl. schmälzen. 4BL.Schmel- zer, m.: Arbeiter für das Schmelzen der Erze im Hüttenwesen(mhd. im 14. Jh. smelzer); der Schmalzlappen im fetten Schweine. Z08. Schmelzbutter, f.: Auslaßbutter, Schmalz, 1731 bei Zincke öcon. Lex.
Schmer, n. u. m.(-Lels): flüssig bleibendes Schmierfett; Bauchfett. Mhd. smer n.(Gen. smeriwes), ahd. smero n., das M. erst im spätern Nhd.; dazu and. smero, mnd.-mndl.-afrs. smere, nndl. smeer, ags. Sme(o)ru n., engl. smear cFetts,
anord. snjör n.(Dat. smjörbi), schwed.- dän. smõr, ferner got. smairpr n.«Fett, Fettigkeits. Gleichen Stammes wie schmieren(s. d.) u. got. smarna f. Kot, Miste; urverw. mit lit. smar- s(tu)as m.«Fetto, air. smir Mark», gr.((uupov n. Salbey. ZUS. Schmerbauch, m., 1537 bei Dasypodius.
Schmergel, s. Schmirgel.
Schmerl, m.(-els, Pl.-e): der Lerchen- falke, Zwergfalke, falco aesalon. Mhd. smir(e)! m., üblicher das Dim. smirlin n., spätahd. smerli, smirl(e) m.; dazu anord. smyrill m., färöisch smiril. Aus dem Germ. entl. mlat. smerilio, smerillus m., ital. smeriglio und smerlo, afrz. esmerillon m. Verwandtschaft mit dem folg. Wort ist unsicher. Vgl. Suolahti 339.
Schmerle, f.(Pl.-n): der wohlschmeckende Fisch cobitis barbatula, Grundel, Gründling. Spätmhd. im 15. Jh. smerle f., smerling m. u. smerlein n.; b. Göckingk Ged. 1,51 Schmerl m., wie schon im 16. Jh. bei Gesner de pisc. 197 Schmerel. Viell. urverw. mit gr. cuapic f. Name eines kleinen Meerfischesy.
Schmerz, m.(-es, Pl.-en), mhd. smerze m., selten f., ahd. smerza f., erst später vereinzelt smerzo m.; dazu mnd. smerte, smarte f., mndl. smerte, engl. smart«Schmerz», ferner mengl. smerte u. engl. smart abeißend, scharfy. Urverw.
mit gr. cuepdvéc, cuepdckéoc«schrecklich, gräß-
lichy, lat. mordére«beißeny». Der Nom. Sg. Schmertze bei Luther Hiob 16, 6 und noch bei Frisch 1741, öfter im 16. u. 17. Jh. Schmertzen,
wozu der Gen. Schmertzens(Günther 674, bei Maaler 1561 Schmärtzens, noch im Tasso 3428, Tell 589 und bei Rückert 2, 466 Schmerzens) 1663 bei Schottel schmülze. S. Schmalz. Davon
u. der Akk. Schmertzen(Luther Jer. 30, 15 u. noch bei Goethe 37, 6); dagegen bildet sich zu dem Nom. smerz(15. Jh.) seit dem 16. Jh. die heutige starke Flexion. schmerzen, v.: durch ein Übel unangenehme Empfindung erregen, urspr. stark, mhd. smerzen, ahd. smerzan(Prät. smarz, Part. gesmorzen), aber im 13. Jh. beginnt das schwache Zeitwort smerzen an dessen Stelle zu treten, im 15. u. 16. Jh. daneben smirtzen (Diefenb. gl. 189 b), schmirtzen(Maaler 1561); entsprechend mnd. smerten, ags. smeortan, engl. smart. 4 BL. von Schmerer schmerzhaft, adj., 1641 b. Schottel 315, spätmhd. im 15. Jh. Schmert- zenhafft(Beisp. d. Weisen 152, 24). schmerz- lich, adj., mhd. smeræ(en)lich. schmerzlos, adj., 1691 b. Stieler; davon Schmerzlosigkeit, f., 1734 bei Weber d. Jat. Wb. ZUS. Schmer- zensgeld, n., 1691 bei Stieler Schmerzengelt.
Schmetten, m.(-s): Milchrahm, 1780 bei


