r
745 Schmaus
schmeißen 746
bei Colerus 13, 131 Schmoch; dazu mnd. smõk, mndl. Smoock, ags. smic, sméc m. neben smoca m., engl. smokce. schmauchen, v.: dichten Rauch von sich geben(A. Gryphius 1, 120, nd. smoken); Tabak rauchen(1691 b. Stieler Toback schmauchen, 1656 bei Olearius pers. Reise 314 2 schmüuchen und 137 2 schmeuchen, nd. smöken, Smoken); dazu ndl. in beiden Bedd. smoken, ags. smucan, smécan u. smocian crauchen, räuchern, zum glbd. starken ags. smeοcan(Prät. sméac, Pl. smucon, Part. smocen). Urverw. mit gr. cuòu- xetxv durch ein Schmochfeuer allmählich ver- brennem(Aor. Pass. ecuuynv). Vgl. Zupitza 166. schmäuchen, v.: räuchern(Lichtwer Fab. 4, 7), 1562 bei Menius Chronica Carionis 270 schmeuchen, 1636 bei Werder Roland 10, 41, 7 (md.) schmöchen, 1663 bei Schottel schmöken, dazu mnd.(1480) smöken.
1Schmaus, m.(es, Pl.-e):(verächtlich für) Jude; Judenschmaus. Wohl eins mit Schmus (s. d.). Auch ostfrs.-dän. smaus, ndl. Smοαs.
2Schmaus, m.(-es, Pl. Schmäuse): frohes Mahl bei Fülle von Speise und Trank. 1664 bei Duez Schmaus, Schmauß m., nd. smüs m. schmausen, v., bei P. Fleming 235 u. Logau 2, Zugabe 201, 93, viell. gleichen Stammes wie nd. ndl. smudderen, smodderen und smuisteren cschmausen», ndl. smallen«prassen, schlem- memw. 4B L. Schmauser, m., 1663 b. Schottel Schmãuser, 1664 b. Duez Schmauser, Schmaufß- bruder«Schmarotzers. Schmauseréi, f., 1691 bei Stieler.
schmecken, v.: mittels Zunge u. Gaumen empfinden;(intr.) Geschmack von sich geben. In beiden Bedd. mhd. smecken(seit dem 11. Jh. auch«den Geruch wovon empfinden, riechen? und Geruch von sich geben», wie noch bayr.- alem.-hess.), ahd. smecchen; dazu mnd. smecken, afrs. Ssmekcka, ags. smœccan. Daneben mit urspr. a ahd. gismahhen, mhd. smacken, mnd. smakcen, mndl. Smaecken. Abgeleitet von ahd. smac m. (C. Schmack). Urverw. mit lit. smagura? Pl. Leckerbissen». Das Prät. lautet mhd. smec(ke)te u. smacte, smahte, ahd. smacta, smahta, daher älternhd. bis ins 18. Jh. u. noch md. schmackte, das Part. Pass. gesmecket u. gesmact, gesmaht, b. Luther 6, 310 2 u. Steinb. 1734 geschmackt, vgl. abgeschmackt. 4B L. Schmecker, m.: Lecker- maul(1691 b. Stieler); Maul des Hirsches(1763 bei Heppe Jäg.); Nase(obd., bei Stieler 1691). schmeicheln, v.: freundlich schöntun.
Mhd. um 1400 smeicheln; dazumndl. smeeckcelen. Frequentativbildung von mhd.-ahd. smeichen «schöntun, glatte Worte geben»(eig.«strei-
chelnd glätten?, s. schmeichen), mnd.-md. Smë- ken, mndl. smeecken.(leichen Stammes wie ahd. smechar, smehhar«zierlich», mhd. smecker czierlich schmächtigs, ags. smicer cfein, zierlichs, engl. smicker cliebäugeln⸗, schwed. smickra, dän. smigre«schmeicheln». Etymologische An- knüpfung unsicher. Bartholomae Air. Wb. 1109 vergleicht aw. maëz- chegen, sorglich pflegen»; andre denken an Abl. von der Wa., die in engl. smile ächeln» vorliegt. 4B.Schmeicheléi, f., 1616 bei Hulsius, neben älternhd. Schmeich- lerei(b. Murner Schelm.). schmeichelhaft, adj., bei H. Sachs Fastn. 5, 16, 4. Schmeich- ler, m., spätmhd. im 15. Jh. smeicheler; davon schmeichlerisch, adj., 1556 bei Frisius 127 5, neben schmeichlich 1537 bei Dasypodius, ahd. smeihlich, mnd. smekcelik.
schmeichen, v.: den Aufzug eines Ge- webes mit Schlichte glätten. Bei den Webern, 1678 bei Krämer schlichten, schmeichen und Schlichte, Schmeiche«Kleister od. Pappe, da die Leinenweber die Tücher mit schlichten?, 1597 b. Colerus 13, 134 Schmicke f.«Schmiere, Brei?. Eins mit mhd.-ahd. smeichen(s. schaneicheln), ahd. smeiche«Liebkosungo, 1528 in der Teutsch. Theologie Vorr. 3 Schmaik f. cheuchlerisches Schönreden». Ebenso bedeutet ahd. gislihtan «schlichtens, auch schmeicheln?.
schmeidig, adj.: biegsam. In der Dichter- sprache(Bürger, Langbein), 1557 bei Waldis 2, 81, 4, gebräuchlicher geschmeidig(s. d.); dazu mnd. smidich u. smodich, smudich, nd. smidig, smödig, smüdlig, mndl. smijdigh. Zu schmieden.
Schmeiße, f.(Pl. n): Schmeißfliege(Goethe Faust 10140), 1652 b. Scherffer Ged. 681, schweiz. Schmeitze f. Von 2schmeißen.
ischmeißen, v.(Prät. schmiß, Konj. schmisse,
Part. geschmissen): mit Kraft werfen od. schla- gen. Mhd. smäzen, ahd. smizan(Prät. smeiz, Part. smizan)«streichen, schlagen», im 15. Jh. bei Wolkenstein 63, 79 smeizen«werfeny; dazu asächs. Part. Pass. besmitin, mnd. smiten«wer- fen», mndl. smiten«werfen, schlagen», undl. smijten, afrs. Smita schmeißen?, ags. smitan «schmieren, beflecken», engl. smite«schlageny, got. bismeitan, gasmeitan«an etwas werfen(haf- ten machen), streichen, schmieren». Dazu viell. aw. hamista- pl.«niedergeworfeny(ZfdW. 6, 354). Davon schmeißen, v.(Prät. schmeißte, Part. geschmeißt): durch den After von sich ge- ben. Bei Luther Tob. 2, 11 das Prät. schmeiste, spätmhd. im 14. Jh. smeizen«cacarey, ahd. be- smeizzen chesudeln, beflecken». Vgl. schmitzen. 20S. Schmeibßfliege, f., im 16. Jh. bei Kirch-


