743 Schmalte
Schmauch
Küchendiener, Karger», 121. 248 Schmalhans ist Küchenmeister. Schmaltier, n.: junges Reh od. Hinde bis zur ersten Brunftzeit, 1682 b. Tänzer Jagdgeheimnis 15, schon mnd. smalen- deyr n. Schmalvieh, n.: das kleinre Haus- vieh, Schafe u. Ziegen, mhd. smalvihe n., dafür ahd. smalenõz n.
Schmalte, bayr. auch Smalte, f.(Pl.-n): Bläue zum Färben der Wäsche usw. 1712 bei Hübner Schmalt- oder Schmeltz-Blau, aus ital. smalto m., mlat. smaltum n.«metallisches Glas, Schmelzglas, urspr.«Geschmelze von Gold u. Silber durcheinander», wohl entl. aus germ. smalt-, ahd. smelai m., nd. smalte, ndl. smalt f. «Schmelz». Vgl. Email.
Schmaltier usw., s. schmal.
Schmalz, n.(-es, Pl.-e): Schmelzfett, aus- gelaßnes Fett oder Butter zum Kochen. Mhd.- ahd. smalz n., von schmelzen(s. d.). Aus dem Deutschen entlehnt venez. smalzo m. Butters. 4 BL. schmälzen,(öst. nur) schmelzen, v.: mit Schmalz über Feuer zum Essen bereiten, mhd. stark smalzen(Prät. smielz, Part. gesmal- zen)«schmelzend zerfließeny, dann im 15. Jh. cmit Schmalz kochen oder backen». Z0S. Schmalzgrube,˖f., bildl. für fruchtbares Land od. einträgliche Erwerbsquelle, spätmhd. im 14. Jh. smaltzgräbef. Schmalzkraut, n. dieSalat- pflanze valeriana locusta, als mit Schmalz gern genoßnes wildwachsendes Kraut, bayr.-hess.; bei Cordus 1561, Nemnich 1794 Gartensalat.
Schmant, m.(-ſels, Pl.-e): Rahm, Sahne. 1482 im Voc. theut. ee 1b smanl, 1477 clev., 1425 nd. smant, aus tschech.(auch slow.-russ. bulg.) smetana f.«Milchrahmꝰ, sorb. smjetana, smja- kana f.(woher auch schles.-öst. Schmetten m. «Milchrahm») mit Anklang an böhm. smanta f. Schmutz»(woher ostmd. Schmant, nd. smand m.«Schmutz, Schlamm), wie mhd. räm m. «Schmutzy u.«Milchrahm, Schmutzs im Obd. Fetty bed. Nach ZfdW. 7, 268 echt germ. Un- wahrscheinlich.
schmarötzen, v.: auf Kosten andrer leben. 1482 im Voc. theut. ee 2a Smorotzen«betteln„, in der heutigen Bed. 1512 bei Murner Schelm. 16, 2 schmorutzen, 1541 bei Frisius 626 b Schmo- rotzen, 1544 bei Scharpffenecker Acolast B 4 b schmarotzen, 1663 b. Schottel u. noch b. Lessing 12, 382 u. Goethe 17,79 schmarutzen(1598 bei Ringwaldt laut. Warh. 105 in der Bed.«knau- sern*). Von Pflanzen 1810 bei Campe(Schma- rotzer- Tſlanze 1794 bei Thümmel Reise 6, 17). Uber die Herkunft vgl. H. Schröder Streck- formen 88. 4 BL. Schmarötzer, m., 1517 bei
744 Trochus G 42 smarotzer«Parasit⸗, 1482 im Voc. theut. ee 22 smorotzer Bettler», 1520 bei Kei- sersberg Narrensch. 77 b Schmorotzer«Knausers.
Schmarre, f.(Pl.-n): längliche Wunde, wie auch das Mal einer solchen, Narbe(1557 b. Waldis 3, 87, 26). In der 1. Bed. 1540 b. Alberus dict. Rr 32 Schmarr f., aufgenommen aus glbd. mnd. smarre f., das im Ablaut steht zu mhd. smurre f.«Hieb, Streich», köln. im 15. Jh. smeirre Schmarre»(Städtechr. 12,164, V. 4989). Dazu henneberg. Schmarbe f. Wunde, Schramme». Herkunft dunkel.
Schmarren, m.(-*s, Pl. wie Sg.): Speise aus zerbröckelten Brotkrumen, zerstoßnem Pfann- kuchen od. Mehl, Gries usw. mit Schmalz, od. aus Eiern. Bayr.-öst., Schmarn m. in Bayern 1563 bei Mathesius Hochzeitpr. 136,5 Neudr. u. 1571 b. Rot; identisch mit Schmarren m.«Stück, Brocker(bei Keisersb. Narr. 104, Simpl. 3,364, 9 Kz.), isschmarre m.«Eiszapfen»(Keisersb. XV Staffeln 25 b, Pauli Schimpf Kap. 209).
Schmasche(mit G), f. Pl.-n): fein gekrän- seltes Lammfellchen. Md. 1327 der Pl. smaschin, b. Diefenb.-Wülcker 1461 smassen, 1493 schma- schen; dazu mnd. smãsche, smdske f., wpreuß. auch Schmaschen. Aus poln. smul Lammfell.
Schmatz, m.(-es, Plural Schmätze, aber Schmatze bei Opitz Arcadia 843): schallender Kuß. Spätmhd. im 15. Jh. smatz m., Pl. smetze, im Ablaut zu spätmhd. smutz m.«Kuß»; dazu das Dim. Schmätzchen, n., 1593 b. H. Jul. v. Braunschweig Susanna 2, 3 Schmetzigen. Von ischmatzen, v.: die Lippen(mit Wohlge- schmack) laut öffnen beim Essen od. Trinken; laut küssen. In beiden Bedd. mhd. smatzen, verkürzt aus mhd. smackitzen«mit Wohlge- schmack laut essen», Wiederholungswort zu mhd. smacken, mundartl., auch noch nhd. Ne- benform von schmecken(s. d.).
Schmatze, f.(Pl.-n): Klotz, Zugschlägel, Rammblock(Höfer 1815); im Boden gebliebner Stumpf eines gefüllten Baumes(Adelung 1780). Ost.-bayr. u. daraus im Forstwesen. Wie bayr. Matæ f.«Klotz, knorriger Holzblock, zeigt, aus ital. mazza f.«Stock, Keule», mazzom.«Schlegeb, von lat.* matea f., dessen Dim. mateola f.«Schle- gel bei Cato aus dem Bauernlatein vorkommt. 4BL. 2schmatzen, v.: mit der Schmatze schlagen(Höfer 1815); die Baumstümpfe ab- hauen und spalten(1763 bei Heppe Jäg., ab- schmatzen 1719 Hohberg 3, 3382).
Schmauch, m.(els): dicker Rauch, star-
ker Dunst. Md. im 13. Jh. smouch m., 1598 bei Ringwaldt laut. Warh. 164 Schmauch, md. 1597


