Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
741-742
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741 Schmach

schmal 742

1517 b. Trochus L 15b slusselblume, 1687 in Sam. Müllers Kräuterb. Petersschlüssel, Gichtkraut. Die Namen wegen der schlüsselartigen Gestalt der Blume u. ihrer Heilkraft gegen die Gicht.

Schmach, f.(ohne Pl.): kränkende Gering- schätzung u. Unehre. Mhd. smühe, smãchf., üb-

licher smœhe f., md. sméhe, ahd. smãha f. Klein-

heit, Geringfügigkeit, Geringschätzigkeit, Nied- rigkeits, dann«Verächtlichkeit, Verachtung,

im Mhd. auch«kränkende Unehre, Beschuldi-

gung mit derselben», mnd. smahe f., noch bei Luther Schmahef. u. im 17. Jh. Schmachef. Von dem ahd. Adj. smãn(i), mhd. smœhe, smãähe, md. sméhe«klein, gering, geringgeschätzt, verächt- lich, verachtet, zu kränkender Unehre beschul-

digt», noch im 16. Jh. schmüh cgering, verächt-

lich, übelnehmischs; dazu anord. smãr«klein), ebenso dün. smaa, schwed. smdä. Wohl urverw. mit gr.(chixpöc«klein, kaum aber mit lat. macer, s. mager.

schmachten, v. Verlangen biszum Schwin- den der Kräfte empfinden. 1663 bei Schottel in der Bed.«hungern»(erst im 18. Jh. von see- lischen Zuständen), mhd. versmahten; fraglich

ist, ob ahd. gasmahteön can Kraft schwinden, schwach werden» hierhergehört; dazu mnd.

nnd. smaachten cheftig hungern». Von md. im 14. u. 15. Jh. smacht m. cbis zum Schwinden der Kräfte gehendes Verlangen, hoher Grad von Hunger od. Dursts; kaum zu Schmach, eher zu schmecken. Von Schmacht auchschmächtig, adj.: von Hunger abgezehrt(Opitz ³, 39); in ver- zehrender Leidenschaft schmachtend(Goethe Faust 3655), abnehmend langgestreckt dünn (Lessing 1, 132). Md. im 14. Jh. smachtic cver- schmachtety, daher noch 1663 bei Schottel schmachtig; mnd. smachtich, smechtich. ZUS. mit Schmacht: Schmachtlappen, m.: Hun- gerleider(Maler Müller 3, 262, nd. smachtlappe 1756 bei Strodtmann); süßlich schmachtender Liebhaber. Schmachtriemen, m.: breiter Lederriemen der Fuhrleute u. Wandrer zur Gürtung des leeren Unterleibes, damit dieser beim Fahren od. Gehen nicht erschüttert wird und keinen Hunger empfindet(Adelung 1780, nd. smachtreeme 1756 bei Strodtmann).

Schmack, m., im 16. u. 17. Jh. verdrängtvon Geschmack(s. d.), aber noch b. Luther(4. Mos. 11, 8) u. Goethe 6, 159. Mhd.-ahd. smac(h) m. (im Mhd. u. ältern Nhd. auch«Geruch»); dazu mnd. sm, mndl. smdeck, afrs. Smek, ags. smdœ m.,engl. smack. S. schmecken. 4 BL. Schmack- haft, adj., mhd. smachaft«wohlschmeckend, wohlriechendH.

Schmackſe), f.(Pl. eln): leichtes, unten plattes Handelsschiff. In der Danziger Willkür von 1598 der Pl. Schmacken, 1716 bei Ludwig Schmack f., Schmackschiff n., aus mnd.(1524) smack f.; dazu ndl. 1598 Smacke, nndl. smak, dän. smalckce, engl. Smack, frz. sSemaque, ital. Semacca, span. port. zumacaf. dunklen Ursprungs', ver- schieden von mnd. snicke f.«kleines Kriegs- schiffy(s. Schnecke).

schmacken, s. 1schmatzen.

Schmad, f.: Taufe(im Jüdisch-Deutsch.). Zu jud.-aram. simméd, jesamméd zur Taufe zwingens. 4 BL. 1schmaddern, v.: taufen.

2schmaddern, v. schmieren. Nordd. 1691 b. Stieler schmaderen, 1711 b. Rädlein schmattern. schmähen, v.: kränkende Unehre gegen jem. aussprechen. Mhd. smœhen, md. sméhen verächtlich behandeln, ehrlos erklären, mit Unehre kränken», ahd. smähan cklein machen, verringern, erniedrigens. Von ahd. smãhi adj. (s. Schmach). 4BL. Schmähung, f., spät- mhd. smœhunge f. ZUS. Schmähschrift, f., 1485 smehschrift Städtechron. 11, 488, A. 1. schmählich, adj.: Schmach bringend, be- schimpfend, entehrend;(verstärkend) zu emp- findlich, heftig(1780 b. Adelung). Mhd. smœh(e)- lich, md. sméh(e)lich, ahd. smählih«gering, ent- ehrt, verachtend, entehrendy. Vom ahd. smühi adj.(S. Schmach).

schmal, adj.(Komp. schmäler u. schmaler, Sup. schmälst, schmalst): wenig breit. Mhd.- ahd. smal cklein, eng, nicht breit, schlanks, im Mhd. auch cknapp, kärglich»; dazu asächs. mndl. Smal, afrs. smel, ags. smcl, engl. small, anord. smalr(smali m.«Kleinvieh»), schwed.- dän. smal, got. Smals«klein, geringy. Verwandt mit abg. malä«klein», arm. mal«Schaf, Wid- ders, air. mil«Tier», gr. ufkov n.«Kleinvieb, Schafy, lat. malus«schlecht», ir. maill cübel, böse». Vgl. Walde. 4BL. schmälen, v.: her- absetzend, in empfindlichen Worten zanken(im 17. Jh. b. Rost gelernte Liebe A 6 b, Oleariuspers. Baumgarten 2, 17), mhd. smeln«schmal machen, verringerns; dazu mnd. smalen, smelen, mndl. smalen«in Worten herabsetzen, schelten». Un- richtig b. Adelung 1780 schmählen zu schmähen (schon bei Stieler 1691). Weidmännisch, vom Schreien der Rehe, 1746 bei Döbel Jäger-Pract. 1,28 schmehlen. schmälern, v.: schmäler ma- chen, verkleinern, spätmhd. im 15. Ih. smelern, 1495 b. Reuchlin Demosthenes 1. olynth. Rede

30 Poland smeylern. ZUS. Schmalhans, m.:

knapp haltender Mensch, namentlich im Essen,

daher im 17. Jh. bei Schupp 109. 111 karger

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