73⁵ Schlippermilch
Schlotter 736
Häusern, Brandgasse(md. 1517 b. Trochus J 4 slippe f.); Kloake(1664 bei Duez). Nd. Form für hochd. Schlipfe, zu schlipfen(s. Schlipf).
Schlippermilch, f.: geronnene Milch, bei Goethe 17, 287, zu ostmd. schlippern«gleiten, schwanken), mnd. slipper«schlüpfrigy(siehe Schlipf). Vgl. Schlappermilch.
Schlips, m.(-es, Pl.-e): Rockaipfel(nordd. für Schlippe, 1822 bei Heinsius Schlipp); Hals- binde, nach 1840 entl. aus glbd. engl. slips pl. zu Schlippe.
Schlitten, m.(-s, Pl. wie Sg.): Fahrzeug zum Gleiten über Schnee u. Eis. Mhd. slite, ahd. slito m., sehr selten slitaf.; dazu mnd.-ndl. slede m., engl. Sled, anord. sledli m., schwed.-dän. s!äde. Eig.«überhaupt räderloses über den Boden gleitendes Fahrzeug, Schleifey, zu mhd.-md. sliten«gleiten», ags. slidan, engl. slide. Urverw. mit gr. icodverv«ausgleiten», lit. slisti«gleiten, slidis«glatts, abg. slédt m. Spur, Führtes, aind. sridh-«straucheln. Aus dem Germ. entl. ital. slitta f.«Schlitten». 4L. schlitten, v.: Schlitten fahren, 1533 bei Weller Dicht. 101.
schlittern, v.: aufder Eisgleitbahn mit den Füßen hingleiten. 1741 bei Frisch; dazu nd. sliddern, mndl. sledderen, slidderen, ags. slide- rian, engl. slidder. Iterativbildung zu mhd. slãten«gleiten»(s. Schlitten).
Schlittschuh, m.(-‧I, Pl.-e): Schuh unten mit schmalem Eisen zum Eislaufen. 1669 im Neuen teutsch-frantz. Jat. Wortb. u. 1678 bei Krämer der Pl. Schlittschuhe, mit Bez. auf Schlit- ten umgebild. ausälternhd. Schrittschuh(Stieler 1691, Freyer 1722, Goethe 28, 333 u. noch in md. Ma., auch mnd. schrittscho), mhd. schritschuoch, ahd. scrit e)scuoh, and. skridsköh m.«Fliege- schuh zu weitem Schritt. Andre Umbildungen sind: 1429 schrittelschuoch bei Diefenbach gl. 431°, zu schritteln«mitkleinen Schritten gehen'; Schrickschuch 1691 bei Stieler, von schricken «springens; nd. stridschö m., zu mnd. u. nnd. stricken«weit ausschreiten», mhd.-md. im 13. Jh. striten«schreiten»; dazu schwed. stridsko m.; 1680 b. Francisci Lufft-Kreys 834 f., 964 Schreit- Schuhe«Schneeschuhey; rhein. Glittschuh, Schleifschuh.
Schlitz, m.(-es, Pl.-n): lange schmale öff- nung, urspr. eine gerißne. Mhd. sli()e m.(Gen. -tzes), ahd. sliz, sliz m.; dazu ags. slite m. Zer- spaltung, Bruch, Spalt der Rüstung, des Ge- wandes, engl. slit«Riß, Spalte», anord. slit n. Trennungy. Zu schleißen(s. d.). schlitzen, v., mhd. Sli(t)zen, ahd. Part. Prät. geslizzit.
schlohweiß, adj.: sehr weiß. 1780 b. Ade-
lung; aus nd. slôwwitt, sluzoitt, so witt as een slu. Zu mnd. slon«Schlehe, weiß wie eine Schlehen- blüte»(Schlehaweiß bei Campe 1810, bayr. schlé- blüeroeiß), od. aus nd. slõöteꝛwitt«weiß wie eine Schloßey, wofür älternhd. schlohzweiß(s. d.) spricht. Vgl. Zfd W. 6, 379.
Schlorre, s. Schlurre.
Schloß, n.(Gen. Schlosses, Pl. Schlösser): festes ummauertes Gebäude(mhd.); Schließ- werkzeug; Vorrichtung zum Abfeuern am Ge- wehr(1575 im Garg. 286); Schluß, Ort der Zu- sammenfügung, der schließende Stein eines Ge- wölbes(schon mhd.). In der 2. Bed. mhd.-ahd. S1oz u. slöz n., ebenso mnd.-'nndl. slot, afrs. slet, slot n., engl. slot, sloat«xRiegelv. Der Pl. lautet ahd.-mhd. Sloz, noch älternhd. Schlo, Schlosse, bei Luther Schlösser(Neh. 3, 6; Spr. Sal. 30, 28). 4BL. Schlosser, m.(-s, Pl. wieSg.): Schließ- werkzeugmacher. Mhd. zu Anfang des 14. Jh. slozcœær, slozzer m., nhd. auch mit Umlaut Schlos- ser, bei Stieler 1691, Rädlein 1711, Frisch 1741, Adelung 1780 u. Goethe 25, 1, 105.
Schloße, f.(Pl.-n/): Hagelkorn; fallende Hagelwolke. Mhd. slõz m., slöze f.(noch bei Opitz Schloß m.); dazu mnd. sloten Pl., nnd. slôte, slãte f., engl. sleet, norweg. sletta, isländ. slędda f., dän. slad n.«Mischung von Schnee u. Regenꝰ. Vermutung über Herkunft KZ. 37, 314. 4B L. schloßen, v., mhd. slözen. ZUS. Schloßen- wetter, n., md. im 13. Jh. slôzzwedern. schloß- weiß, adj.: hell-, schneeweiß, 1510 bei Kei- sersberg Pred. 82 Schloßeeyß; dazu nd. Släãte-, slõteiwit, vgl. mhd. wizger dan ein slõz.
Schlot, m.(-Lels, Pl.-e u. Schlôte): Rauch- fang. Mhd.-ahd. slät m.«Schlot, Kamin, Ofen- loch», spätmhd. im 15. Jh. s(ch)löt, noch im 16. Jh. Schlat m. Ein md. Wort, das sich nach Oberfranken u. Schwaben verbreitet hat. Der Pl. lautet mhd. slœte, im 15. Jh. schlett, im 16. Jh. Schlöt. Dunkler Herkunft. Vielleicht gleichen Stammes wie Schlotte. Verschieden von mnd. slôt m.«tiefer Grabenꝰ», nnd. slôt m.«Scheide-, Entwäßrungsgraben», afrs. släüt m., ndl. Sloot f. 4 BL. Schlotfeger, m.: Rauchfangkehrer, im 15. Jh. nürnberg. s(ch)lœtt-, S(ch)lötfeger.
Schlotte, f.(Pl.-n): schmales hohles saf- tiges Pflanzenblatt, zunächst das der Zwiebel. So schon 1540 bei Alberus dict. DD 1 b Schlot f., hess. frk. Schlotte, Schlatte f.«röhren-, schlauch- förmiger Zwiebelstengeln, obpfälz.-frk. Schlot- ten Pl.«Schilfrohry, b. H. Sachs 9, 181, 17 Schlaten Pl., mhd. slãte f.«Schilfrohry.
Schlotter, m.(-s): Schlamm. 1780 bei Adelung. Dazu bayr. öst.-hess. Schlotte, Schlatt


