Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
731-732
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731 Schleuse

Schließe

Schleuse, f.(Pl.-n): quer in einem Wasser angebrachter stauender Bretterverschluß zum Auf- u. Niederschieben; mit beweglichen Ver- schlüssen abgesonderter breiteru. tiefer Graben für Schiffe; überdeckte Gosse, Abzugskanal in Städten(1731 bei Zincke ökon. Lex.). In der 1. Bed. 1557 b. Agricola Bergwerk 498 Schleusse, in der 2. Bed. 1507 bei Wilwolt v. Schaumburg 116 Sch., 1664 bei Duez 1, 115 Schluse f., aus nd. (1237) sluse, nnd. slüse, 1477 clev. sluy,se, mndl. slase, nndl. Slais f., von glbd. afrz. escluse f., jetzt écluse, frühmlat. exclusa, sclusa f.«Schleu- se, Wehr», dem substant. PF. von lat. eæxcläsus, dem Part. Perf. Pass. von lat. excläüdere«aus- schließeny. Nicht von schließen, in welchem Falle im Nd. släte u. im Ndl. sluit stehen müßte.

1Schlich, m.(els, Pl.-e): Leisegang; heim- licher Weg; Kniff. In diesen Bed. mhd. schlich m.; dazund. slé m.(eig. dem glbd. obd. Schleich, Schleik m. entsprechend). Zu schleichen(s. d.).

2Schlich, m.(-els, Pl.-e): klein gepochtes Erz mitod. ohne Wasser. 1557 b. Agricola Berg- werk 269. Zunächst mit Wasser, also gleich- sam als ein Schlamm, mhd.-md. slich, slich m. &Schlamm), ahd. slich od. slich(noch aschaffen- burg. Schleich m.«zarter Teichschlammo); dazu mnd. slik, slick, nnd. slik, slilclc, mndl. slijch m. Schlammy. Zu der Wurzel, die in schlecht, schlicht vorliegt. Vgl. Schlick.

schlicht, adj.: bis zur Glätte eben; einfach u. ungekünstelt. Als Nebenform von schlecht (§. d.) erst im Nhd.(Schottel 1663) untermd.nd. Einfluß aufgekommen, and.-mnd.-mndl. slicht, nnd. sligt, engl. slight; mhd. nur einmal nach- gewiesen, aber häufig das Subst. mhd. slihte f. &Glätte, Geradheit, Einfachheit, Aufrichtigkeit, Recht u. Billigkeit), ahd. slihti f.«Fläche, Ein- fachheit», noch erhalten in Schlichte, f.: Weberbrei zum Steif-, d. h. Gerade- u. Glatt- machen der Fäden, 1561 bei Maaler Schlichte f., bei Scherz-Oberlin spätmhd. stiht m. schlich- ten, v., mhd. slihten, ahd. slihtan«gerade, eben machen, glätten,(Streit) beilegend ausgleichens, mnd. slichten, und. sligten. Zu ahd. sleht(s. schlecht). Schlichtung, f., 1691 bei Stieler.

Schlick, m.(-es, Pl.-e): Schlamm, schleim- artiger Ansatz. Aus dem NdA. erst spät ins Nhd. gedrungen(s. 2Schlich), 1611 b. Helvig Schlick, 1663 b. Schottel Schlikk, vereinzelt in den Fast- nachtsp. des 15. Jh. 337, 25 schlick. Vgl. 2Schlich. schlick(e)rig, adj.: schmutzig naß, 1792 bei Klein Prov.-Wb. schläückerig(dafür mnd. slicich, slickich, 1495 in der Kölner Gemma N 2 slijc- achlich), von nd. slickern(et slickert«es reguet

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u. schneit durcheinander»), woneben glbd. nd. slackern(et slackert) u. göttingisch slacker, slecker m.«Schlackerwettery(s. schlackern). Daher Schlickerwetter, n.: Regen u. Schnee durcheinander, so daß Schlamm u. Kot ent- stehen; ingleicher Bed. Schlickerschlacker, m., bei Bürger Macbeth 1, 1).

Schlief, m.(els, Pl.-e): unausgebackne, klitschige Stelle im Brot. Im 17. Jh. schliff, schliffig. Zu schliefen od. schleifen. 4.3L. schliefig, adj.: klitschig.

schliefen, v.(Prät. schloff, Konj. schlöffe, Part. geschloffen): glatt, geschmeidig kriechen. Noch obd. Mhd. sliefen, ahd. sliofan«sich glei- tend, geschmeidig hinein- od. herausbewegenꝰ; dazu mnd.-mndl. slupen, nndl. sluipen, afrs. slia- pa æschleichen, sich heimlich bewegen», ags. släpan«gleiteny, got. sliupan, anord. dafür sleppa. Wohlurverw. mit lit. slätbnas«schwachy, lat. Iũbricus«schlüpfrigy. Vgl. aber Walde. Das Präs. lautet in der 2. u. 3. Pers. Sg. ahd. sliuf²ts, sliufit, der Imp. sliuj, daher noch älternhd. Präs. schleufst, schleufet, Imp. schleuf; das Prät. mhd.- ahd. Slouf(Pl. slufen), im 16. Jh. Schloff, schluff; das Part. Prät. ahd. gesloffan. Dazu das Be- wirkungswort ahd. sloufan, mhd. sloufen, md. im 15. Jh. slœfen, älternhd. schleufen, schlaufen (nochb. Rückert)«schliefen machen, schlüpfenꝰ, entsprechend asächs. slõpian«dos machen», mnd. slõpen, ags. Slipan, slépan«an- od. abstreifen», got. afslaupjanzabstreifeny. 4B. Schliefer, m.: Dachshund, der in die Dachshöhlenschlieft, im 15. Jh. slieffer(Schmeller).

Schlier, m.(*s): der Mergel. 1687 bei Hoh- berg Georg. 2,23 b. Ost. Schon mhd. slier m. n. Lehm, Schlammꝰ, ahd. in Eigennamen Slie- raha ædie Schlierachy, Slerseo«der Schliersee?. Eins mit mhd. lieνe) m.«Geschwür, Beule, bes. an den Schamteilen», eig.«klebrige Masse», ahd. (Dat. Pl.) sclierrun, älternhd. und noch obd. Schlier m.; dazu obsächs. Schliere f. schleimige, zühe Masse», u. schlierig«schleimig»(1731 bei Zincke öcon. Lex. 2036 schlierigt).

Schließe, f.(Pl.-/): Schließhaken, 1780 bei Adelung. Von schließen, v.(Prät. schloß, Konj. schlösse, Part. geschlossen): festzumachen; ganz endigen(Luther 3, 420 ²); in Gedankenver- bindung aus Voraufgehendem finden(1578 bei Fronsperger Kriegsb. 1, 135 b, es schleußt sich cläßt sich schließeny bei Luther 3, 1875); intr. sich zu festem Zusein aneinanderfügen(1780 bei Adelung). Mhd. sliezen, ahd. sliozan«fest zu- macheny, im Mhd. auch«zusammenfügen, zim- mernꝰ, sowie refl.«sich fest zumachen?; dazu