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3Schleife, f.(Pl.-n): Schlinge; schlingen- artig geknüpftes Band(1664 bei Duez). In der 1. Bed. bei Luther 4, 49 b Schleiffe, aber noch bei Schottel 1663, Krämer 1678, Freyer 1722 Schleuffe, mhd. sloufe f.«Schlinge, Handhabe?, noch schweiz. Schlaufe. Von mhd. Sloufen cschlüpfen machen», Faktitiv zu schlieen(s. d. und Schlauf).
1Schleifen, v.(Prät. schlifp, Konj. schliffe, Part. geschlifen): sich gleitend bewegen; wor- auf gleiten lassend glätten od. schärfen. In der 1. Bed. noch obd.«auf dem Eise oder im Tanze sich gleitend bewegeny, zum Teil auch noch stark, wie schweiz. schliffe u. bei J. Paul Qu. Fixlein 48(s. Schleifer). Mhd. slifen, ahd. slifan (Prät. sleif, Pl. slium, Part. gislifran)«gleiten, niedergleiten, niedergleitend falleny, dann«glät- ten, ausbildeny, im Mhd.«glättend schärfeny; dazu mnd. slipen«glätten, schärfen, schleichen, mndl. sliſpen«schärfen», ags. in tõslipan«zer- geheny, engl. slip«gleiten, schlüpfeny. Wurzel- verw. mit schliefen(s. d.) und auch wohl mit schleichen(s. d.)
2schleifen, v.(Prät. schleifte, Part. ge- schleift): durch Hinziehen am Boden sich glei- tend fortbewegen machen;(spätmhd., eine Fe- stung usw.) von Grund aus zerstören. Mhd. sleifen, ahd. sleifan, md. im 13./14. Jh. u. mnd.- nnd. slépen, ndl. slepen, woher schleppen(s. d.). Faktitiv zu 1schleifen(s. d.).
Schleifer, m.(*I, Pl. wie Sg.): der gewerbs- mäßig Schleifende, d. h. Glättende oder Schär- fende(mhd. Slöfcœre, slifer m.);(veralteter) Tanz, bei dem die Füße bes. schleifen, d. h. hör- bar über den Boden gleiten(Goethe 1, 125). Von 1Schleifen.
Schleifsel, n.: beim Schleifen abfallende Späne. 1780 bei Adelung. Zu 1schleifen(s. d.), wie Schleifstein, m., mhd. sl--, slifstein m. (noch mundartl. Schlifstein).
Schleifweg, m.: Schleichweg(Lessing 1, 546). 1691 bei Stieler. Zu mhd. sloufen refl. &ScChlüpfeny, wie mhd. slouf loch n.«Loch zum Durchschlüpfen.
Schleim, m.(els, Pl.-e): zähe klebrige Feuchtigkeit. Mhd. slin m.«Schleim, Schlamm, zähe anklebende Flüssigkeit»; dazu mnd. slam, mndl. sli*⁵ m., ags. slim m. od. n., engl. slime, anord. slim n., schwed. slem, dun. slim«Schleimy. Viell. urverw. mit lat. Imus m. Schlamm?, sicher zu lat. Nmaæ«Wegschnecke», russ. sli- malci m., gr. Aeiuo? m.«Schneckey». 43L. schleimen, v.:(intr.) Schleim absetzen, 1691 bei Stieler;(tr.) von Schleim reinigen, 1642 bei
Duez. schleimig, adj., mhd. slimic«klebrig, schlammigy, mnd. slmich.
Schleiße, f.(Pl.-n): abgespaltner dünner langer Span(spätmhd. im 15. Jh. Sleize f.«Leucht- spany, b. Goethe[Fischerin] 12, 103 Schleise f.); Fetzen von abgetragner Leinwand, Scharpie (1556 bei Frisius 276 b Schleyssen f.). Von ischleißen, v.(Prät. schliß, Konj. schlisse, Part. geschlissen):sich dünnabspalten, abfasern; dünn abspalten, abfasern. Mhd. slizen, ahd. slizun(Prät. sleiz, Pl. slizzun, Part. gasligzan) «spalten, zerreißen»; dazu asächs.-ags. slitan, ndl. slijten, afrs. slita, engl. slit, anord. slita, schwed. slita, dän. slide. Viell. zu lat. laedere«ver- letzeno, vgl. Walde. Vgl. schlitzen. 2Sschleißen, v.(Prät. schleißte, Part. geschleißt): dünn sich abspalten machen. Mhd. sleizen, sleitzen, ahd. sleizan, Faktitiv von 1Schleißten.
Schlemihl, m.(-S, Pl.-e): gleichgültig- lässiger viel ertragender Mensch; Mensch, der viel Mißgeschick, Unglück hat. Das aus der Gaunersprache(schlemil«Pechvogeb, schlimiel ceinfältig, ungeschickt») übernommne Wort scheint hervorgegangen aus dem hebr. Manns- namen schelarl él«der gegen Gott Friedliche, Freund Gottes», von hebr. schlömt friedlich?, 5I Gott», wonach Sch. einen Menschen bezeich- nen würde, der ohne Murren gegen Gott alles über sich ergehen läßt.
Schlemm, m.(-els), Pl.-eu.-s): alleStiche im Whist. Aus glbd. engl. slam von ko slam «schlagen, erschlagen?.
schlemmen, v.: in Speise u. Trank üppig leben. 1462 b. Liliencron 1, 529, 3. Von Schlamp m.(s. d., im 16. Jh. Schlcm); dazu mnd. slommen, 1477 clev. sloemen, ndl. slempen«prasseny. 4.BL. Schlemmer, m., 1494 bei Brant Narr. 72, 53; dazu mnd. slomer, ndl. slemper; Schlem- meréi, f., 1537 bei Dasypodius.
Schlempe, †.(Pl.-/): Spülichtvom Brannt- weinbrennen. Der Name, weil dieses Spülicht als Viehgetränk dient. Denn posenisch 1820 bei Bernd Sch. f. dünne wäßrige Speise», dann Viehgetränk aus Küchenspülicht, Kleie u. dgl., 1751 b. Heppe Leithund 387 Schlampe f. dicke Hundesuppe von Brot u. Wasser, 1810 b. Campe Schlemps m. Suppe». Abgel. von Schlamp, schlampen(s. d.).
Schlender, m.(-s, Pl. wie Sg.): altgewohnt gemächliche Handlungsweise; langes gemäch- liches Frauenkleid, Schleppkleid(1780 bei Ade- lung). In l. Bed. 1716 b. Ludwig Sch. u. Schlenter, aus glbd. nd.-ndl. slender m.; dazu anord. slentr n.«müßiges Umhergehen». DavonSchlender-


