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Herkunft dunkel. Vgl. aber Bezz. Btr. 25, 96. 4BL. Schlechtigkeit, f., spätmhd. slechti- chait f. Geradheit, aufrichtiges Benehmen, in der Bed.«Geringheity 1691 bei Stieler. ZUS. schlechterdings, adv., 1691 bei Stieler, 1677 bei Butschky Pathmos 491 schlechter Dinges, aus dem Gen. Pl. schlechter Dinge(1632 bei P. Fleming 259, 51 L.), wie allerdings aus aller Dinge. schlechthin, adv., 1669 im Simpl. 381. schlechtweg, adv., 1691 b. Stieler, schon Ende des 14. Jhs. in Magdeb. Fragen 278 bslechtis aweg.
schlecken, v.: wühlerisch essen. 1494 bei Brant Narr. 64, 77 u. 100, 3 cnascheny. Zu mhd. slec m.(Gen.-kes) das Naschen, wühlerischer Vielfraß, Leckermaulꝰ, anord. sleiléja«lecken), (entlehnt) schwed. slicka, dün. slikcke«lecken. Verwandt mit mhd. slicken, slichen«schlingen, schlucken», clev. 1477 slicken u. slickeren«ver- schlingen, schlecken, naschem u. wohl auch mit lecleen. 4BL. Schlecker, m.: Leckermaul, Schwelger, 1520 bei Keisersberg Narr. 69 b, in der Bed.«Schmarotzer» 1499 im Terenz 124 b; Schleckeréi, f, 1563 bei Kirchhoſt Wendun- mut 1, 105.; schleckerhaft, adj., bei H. Sachs 9, 462, schleckerhafftig 1510 bei Keisers- berg Seelenparad. 202.
Schlegel, m.(*, Pl. wie Sg.): hammer- artiges schweres Schlagwerkzeug;(wegen der Ahnlichkeit mit einer Keule) Hinterkeule eines geschlachteten Tieres(1642 b. Duez); bauchiges Gefäß(1494 bei Brant Narr. 71, 16), Weingefäß von ¾ Liter im Rheinland u. Schwaben. In der 1. Bed. mhd. slegel, ahd. slegil m., auch«Dresch- flegel⸗; dazu ndl. slegel m.«Schlagwerkzeugy, ags. slegel m.«Griffel zum Harfenschlagem. Zu schlagen(s. d.). 4L. schlegeln, v.: wieder- holt schlagen, stampfen(den Estrich, 1691 bei Stieler), buttern(tirol.);(intr.) zappeln, zucken (bayr.-frk., in Fastnachtsp. des 15. Jh. 1057, 6 schlegelen);(weidmänn.) lahmen, hinken(von dem angeschoßnen, schlegellahmen Hirsch), gegen Weidmannsbrauch fehlen(vom Jäger, beides 1763 bei Heppe Jäger), dann überhaupt asich verfehlen, sich irrem(Lessing 12, 92 schlä- geln b. Goethe 37, 319 u. 1691 b. Stieler). Dazu Schlegelmilch, f.: Buttermilch, mhd. slegel- milch f., dafür ahd. slegimelc f.«Schlagmilchy.
Schlehe, f.(Pl.-n): Frucht des Schwarz- dorns und des wilden Pflaumenbaums. Mhd. sléhe, ahd. slé(h)a f.; dazu mnd. 57e(n), slön, ndl. slee, ags. Sl f., engl. sloe«Schlehe», schwed. slan f.«Schlehdorny, dän. slauen«Schlehey. Bei Hagedorn Oden und Lieder 98 Schlee m., wie mnd. 5lé m. Wurzelverw. mit abg. sliwa f., lit.
slävas m.«Pflaumey, apreuß. sliuaytos«Pflau- men, u. lat. Hickus«bläulichy, also die blauen. Vgl. KZ. 37, 598. ZUOS. Schlehdorn, m.: Schwarzdorn, prunus spinosa, um 1480 im Voc. inc. teut. cc 3 b Schlehedorn, ags. slähporn m.
Schlei(e), f.(Pl.-eln), Schlei, m.(-els, Pl.-e): der schleimige Flußfisch cyprinus tinca. Mhd. slie m., daneben slähe, slige, im 14. Jh. slei m., ahd. S770 m., 1561 b. Maaler u. 1578 b. Frisch- lin Nom. Kap. 44 Schleych f., 1537 bei Dasypo- dius Schleihe, im 16. Jh. Schleye f.(Schmidel Reise 78, 10), aber noch bayr. Schleien m.; dazu mnd. s!i(g), nnd. s77(e) f., ags. slitw m. Wohl verw. mit lit. inas, lett. lins, apreuf. linis, abg. lini«Schleiey, gr. Mveòc m.«ein Meerfisch(KZ. 39, 260), und viell. zu Schleim.
schleichen, v.(Prät. schlich, Konj. schliche, Part. geschlichen): sich langsam u. leise fortbe- wegen. Mhd. slichen, ahd. slähhan(Prät. sleih, Pl. slihhum, Part. slihhan), daher das Prät. noch älternhd. schleich(Tob. 8, 15), bei H. Sachs 4, 189, 10 schlich; dazu mnd.-nnd.-mengl. slken. Viell. wurzelverw. mit schleifen(s. d.) u. mit schlingen. S. Schlich. 4BL. Schleicher, m., mhd. slächcre m., mnd. sliker m., dafür ahd. slähho m. in blintslihho m.(s. Blindschleiche). ZUS. Schleichhandel, m. 1778 bei Möser patr. Phant. 1, 129. Schleichweg, m., 1780 bei Adelung.
Schleie, s. Schlei.
Schleier, m.(-s, Pl. wie Sg.): Kopf., Ge- sichtshülle von leichtem Stoffe. Mhd. slei(g)er m., daneben slogier, sloig)er m., md. sloiir n.; dazu mnd. sloi(g)er, Sloweger m., mndl. Slauyer, mengl. sleir, dän. slör, aber schwed. släja f. wie mndl. slooie f.«Schleiery. Viell.von mndl. slooien «schleppen»; eher entl., aber woher? 4BL. schleierhaft, neuerdings burschikos für un- klar, rätselhaft. ZUS. Schleiereule, f., 1537 bei Dasypodius Schleyereul, 1518 bei Keisers- berg Sünden d. Munds 292 Schleyerülen Pl. schleierweiß, adj.: rein weiß, 1635 b. P. Fle- ming 545, 28 Lapp., ostmd. schlorweiß(Bernd Posen 264). Vgl. Schlohweif.
1Schleife, f.(Pl.-n): Eisgleitbahn. Mhd. sleife f. durch Hinabgleiten der Baumstämme entstandne Spur od. Weg», ahd. sleipfa f. Von 18chleifen(s. d.).
2Schleife, f.(Pl.-n): schlittenartiges Gestell zum Fortschleppen von Lasten. Mhd. slei(p)fe f.; dazu mnd. slépe f. u. durch Vermengung mit 3Schleife(s. d.) slope, slôpe, wie b. Ludwig 1716 Schlöpe u. bei Luther 2. Sam. 24,22 Schleuffe f. Von schleifen(s. d.).
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