Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
721-722
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721 Schlamm

schlappen 722

von jüd. mazzãl«Glücksstern, Glück» u. der Verneinung schellö.

Schlamm, m.(els, Pl.-e unüblich): nasser Bodensatz. Md. im Anfang des 14. Jhs. slam m.; im 16. Jh. Schlam m.«Schlemmerei, üppiges Gelage»(s. Schlamp). Also viell. aus Schlamp. 4BL. schlämmen, v. von Schlamm reinigen, md. 1334 slemmen. schlammig, schlam- micht, adj., b. Luther Tischr. 313 schlammig, 1602 b. Kirchhoff Wend. 5, 96 schlammigt. Z08. Schlammbeißer, m., s. Beißker.

Schlamp, m.(els, Pl.-e): Gelag, wo es

hoch hergeht; Schleppe. In der 1. Bed. 1515 im Eulenspiegel Kap. 67 Sch. m. u. 1517 b. Keisers- berg Emeis 80 b Schlemp m.(s. schlemmen), in der 2. Bed. bei Schiller 2, 6, Räuber 1,2 aus dem Schwäb., dazu bayr. Schlampen m.«Lumpen, Fetzen». Schlampämp m.«Schmaus, Schlem- merei? 1678 bei Krämer u. 1579 bei Mathesius Postilla 3, 80°. Davon schlampâmpen, v.: im Essen u. Trinken wohlleben, 1557 b. Waldis Es. 4, 92, 17, auch mnd. u. mndl. Slampampen. Ende des 15. Jh. Schlampampen Schlaraffen- land bei H. Folz Fastnachtsp. 1201. Eig. eine Streckform. Vgl. H. Schröder Streckf. 211.

Schlampe, f.(Pl.-/): nachlässiges, unrein- liches Frauenzimmer. 1678 b. Krämer Schlamp f., weitergebildet Schlampampe f. 1695 bei Chr. Reuter. Vgl. Schlumpe. Von schlampen, v.: geräuschvoll schlürfen(Goethe 1, 206 schlamp- fen); sich in Essen u. Trinken behaglich gütlich tun(bei H. Sachs); schlottrig herabhängen, nachlässig sein(spätmhd. schlampen schlaff herabhängen», um 1462 b. Beheim Wien. 251, 25 slampen tr. schleifen, schleppen»). S. Schlamp, schlumpen. Dazu schlampig, adj.: schlottrig, schmutzig, 1558 b. Lindener Katziporus Kap. 60 schlampig, 1678 bei Krämer schlampicht.

Schlange, f.(Pl.-n). Mhd. slange m., selten f.(das seit Luther durchgedrungen ist), ahd.- and. slango m.; dazu mnd. slange m. f., daraus entl. anord. slangi m., dän. slange; bildl. für falsche, heimtückische Menschen bei Luther Matth. 23, 33. Zu mhd. slingen, ahd. slingan cschleichend kriechen»(s. Schlingen). Urverw. mit lit. slnkxa, slankca m.«Schleicher», slinkti sschleichen»(von der Schlange), abg. slqu ge- krümmt, krumm». 4BL. schlängeln, v. refl. (Erisch 1741), 1691 bei Stieler schlängelen intr. ZS. Schlangenlinie, f., 1741 bei Frisch.

schlank, adj.: biegsam lang und zugleich schmal und dünn. Md. im 12. und 13. Jh. slanc «schmächtig, zusammengeschrumpft dünn», im 17.Jh. mit der Nebenform schlang(1638 b. Hom-

Weigand, Deutsches Wörterbuch. 5. Aufl. II. Bd.

burg Clio B8a, 1664 bei Duez neben schlanck); dazu mnd. slankk«biegsam», slangh aschlaff, welks, ndl. 1598 slanck. Zu schlingen(s. d.), wie schwank zu schwingen, Kkrank zu ags. cringan. Vgl. geschlank. 4BL. Schlankheit, f., 1691 bei Stieler.

Schlankel, m.(-s, Pl. wie Sg.): müßig her- umlungernder, verschmitzter Mensch. Südost- deutsch. 1745 bei Schwabe Tintenfäßl B5 b der Pl. Schlänckl, mhd. slankel m.(Germ. 25, 337) von einem Hund. Wie Schlingel(s. d.) zu schlin- gen gehörig.

schlapp, adj.: spannungs-, kraft- u. haltlos. die md. u. nd. Form für schlaff(s. d.). Md. im 13. Jh. u. mnd. slap, 1594 b. J. v. Braunschweig 478 schlapp. 4B L. Schlappheit, f., b. Schiller an Körner 1, 164.

1Schlappe, f.(Pl.-n): geringer Hausschuh, Pantoffel, 1680 b. Birlinger schwäb. Wb., kärnt. Schlapfeé f., als M. bayr. Schlappen, tirol. Schlapp m., hess. Schlappe f., dazu nd. sluffe f., ndl. 1598 slopef., nndl. loff., engl. slipper. Von 1schlappen.

2Schlappe, f.(Pl.-n): Hut oder Mütze mit breiter oder hinten herabhängender Krempe. Mhd. slappe f., auch«klappen- od. beutelförmig herunterhängender Teil der Kopfbedeckung, Klappe an der Pickelhaube», wie mnd. slappe f. Lederhang am Helm zum Schutz des Hinter- kopfs und Nackens». Von ¹Schlappen. ZUS. Schlapphut, m., 1650 b. Moscher. Phil. 2,72.

3Schlappe, f.(Pl.-/): Maulschelle; emp- findlicher Verlust, Schaden, Niederlage. In der 1. Bed. im 15. Jh. obrhein. schlappe f.«Backen- streich»(Mone Schausp. 2,271), dazu nd. slappe f. Ohrfeige», mengl. slappe, engl. slap«Klaps'; in d. 2. Bed. b. Luther 4, 331 b u. 1, 75 b Schlappe f. u. m., von einer Niederlage im Kriege 1525 Th. Münzer bei Luther 3, 137a. Wohl zur laut- malenden Interj. schlapp!(b. Ayrer Dr. 2944, 6 schlap, nd. slap), einen klatschenden Schall nachahmend; aber schon bei Mone Schausp. 2, 276 an Schlappe«Mütze» angelehnt(s.²Schlap- pe), vgl. Orkappe«Maulschelle» bei H. Sachs Fab. 189, 110. Aus dem Deutschen entl. ital. schiaffo m. Backenstreich».

1schlappen, v.: lose sich bewegen, als zu weit am Körper beim Gehen locker hangen(1636 bei D. v. d. Werder Roland 22, 84); in lockrer nachlässiger Kleidung, überhaupt schleppend gehen(b. Pischart Großm. 1607 D6 pantoffel- schlappend). Spätmhd. 1411 slappen nach- schleifen⸗; dazu ndl. slappen aschlaff machen, schlaff werden», isl. slapa«schlaff sein, schlot- ternd niederhangen. Von schlapp(s. d.). 4[ L.

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