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slei m., ags. slege, slcœge m.(fast in allen nhd. Bedd.), anord. slagr m.(auch«Melodie⸗) und slag n.(auch« Uberfall, Schlacht, Platzregen), schwed.-dän. slag. Im Mhd. auch«Wunde(noch weidm.«vom Wildschwein geschlagne Wundes), Plage, Unfall, Unglück, Sturz, plötzlich tref- fende Lähmung, Schlagfluß, Hagelschlag, Huf- schlag, Spur, Fährte, Weg, Pulsschlag, Schlag der Zunge, Handschlag bei einem Kaufe, Kauf- preis, Münzschlag, Gepräge, Holzschlag, sowohl das Holzfällen(1314) als die zum Holzschlag be- stimmte oder gelichtete Waldstelle(15. Jh.), auf- u. zuschlagende Tür einer Einfriedigung, auf- und niederschlagender sperrender Baum, Schlagbaum(1324), Behälter mit niederfallen- der Schiebetür zum Vogelfang»(14. Jh., noch in Meisenschlag m., woher sich auch Tauben- schlag m. erklärt), 1664 bei Duez«Tür einer Kutschey, 1561 bei Maaler Takt in der Musik» (noch nd. slag holden). ZUS. Schlagbaum, m., 1507 in der Kölner Gemma slachboem. Schlag- fluß, m., 1673 bei Weise Erzn. 94. Schlag- wasser, n.: ein aromatisches Wasser, das gegen den Schlagfluß helfen soll. Im 17. Jh. Schlage, f.(Pl.-n): mit zwei Händen zu führender Schmiedehammer. Mhd. slage, ahd. slaga f.«Hammery, mnd. slage f.«Schlegel, großer, hölzerner Hammers. Von schlagen(s. d.). schlagen, v.(Präs. schlage, schlägst, schlägt, Prät. schlug, Konj. schlüge, Part. geschlagen): (tr.) mit geschwungner Waffe oder Hand usw. treffen oder zu treffen suchen; tödlich treffen; schlagend befestigen; durch Schlag mit dem Hammer bilden, überhaupt schlagend verferti- gen, 2. B. prägen; schlagend ertönen lassen, z. B. ein Musikinstrument schlagend spielen(von Glocke und Uhr 1491 bei Stolle Erfurt. Chron. 260 als[als eselfe slagk); in Bewegung setzen, treiben(z. B. Tiere auf die Weide, noch obd.); einpacken, einwickeln;(intr.) hinfallend, hart auftreffen; sich sichtbar oder hörbar heftig be- wegen; hell und schmetternd singen(von Vö- geln 1561 b. Maaler);(refl.) mit einander kimp- fen(vom Zweikampf bei Ayrer Dram. 1156, 6, von Heeren 1431 b. Janssen Reichscorr. 1 ,376); ferner(tr.) eine Schlacht liefern(Schiller Tell 2, 2 Schlachten schlagen, ohne Objekt bei Gün- ther 201), den Feind besiegen(b. Luther Richt. 20, 36). In den neun ersten Bedd. mhd. Slahen, slän, in den drei ersten Bedd. ahd. slahan(be- reits im 8. Jh. vereinzelt sclahan), auch schlach- ten, bestrafen» u.(b. Notker Boethius 122,132) „Verwandtschaftseigentümlichkeiten haben od. annehmen, nacharten»; dazu asächs. slahan
«schlagen, erschlagen», mnd. Slän, ndl. slaan, afrs. slã, ags. sléan, engl. slay', anord. slã, schwed. sl, dän. slaa, got. slahan«schlageny. Urverw. mit air. slactha«geschlagen», slacc«Schwert» u. mit Wurzelvariation sligim, slechtaim ich schlagey, ro-selach«schlugs. Der Inf. lautet noch bei Luther schlahen, 1537 bei Dasypodius schlahen u. schlagen, wie schon im mrhein. Voc. ex quo 1469 slagen neben slahen(mit Eindringen des g aus dem Prät. u. Part., unter Einfluß des schwachen ahd. slagön, mhd. u. mnd. slagen); das Präs. b. Luther schlahe u. schlage, schlehest u. schlechst, schlegt(selten schlehet), ahd. slaha, slehis, slehit; der Konj. mhd.- ahd. slahe bei Luther schlage, schon md. im 13. Jh. slage; das Prät. mhd. slaoc, Pl. Sluogen, Part. geslagen(md. geslein), ahd. sluoc, sluogun, gislagan, asächs. slõg, slõögun, gislagan(vereinzelt geslegen), ags. slõh u. slög, slõögon, slagen u. slœægen, anord. slô, slôga, sleginn, got. slöh, slöhum. 4 BL. Schlä- gel, schlägeln, s. Schlegel. Schläger, m., mhd. slaher, in Zss.-sleher,-sleger, ahd. in ar- slahare, hamerslagari; in der Bed. Raufdegen 1780 bei Adelung. Schlager, m.: etwas was durchschlägt. Aus Osterreich seit etwa 1880 als Schlagwort, zuerst der musikalischen Zeitungs- kritik, vorgedrungen. Vgl. Ladendorf. Schlä- geréi, f., 1647 bei Olearius Reiseb. 7, 18. ZUS. Schlagetot, m.: grober, plumper Mensch. Aus dem Nd., 1770 im Brem. Wb. sladood. Im- perativische Zss. eig.«schlage tot!ꝰ, z. T. volks- tümliche Umgestaltung von Soldat. schlag- fertig, adj., urspr. militärisch«bereit zum Schlagen»(Schiller 9, 143), dann übertragen auf das Reden. Schlaglicht, n.: helles Licht, das einen Teil der Landschaft usw. beleuchtet, 1737 b. Brockes ird. Vergn. 1, 202. Schlagschatten, m.: scharf umrissner Schatten eines hell be- leuchteten Gegenstandes, 1773 b. Sulzer Theorie 2,1033. Schlaguhr, f., 1602 bei Kirchhoff mil. discipl. 145. Schlagwort, n: kurzes treffendes Wort, bei J. Paul lit. Nachlaß 4,209 von 1807, in der Bed.«schmerzlich treffendes Worty schon bei L. H. Wagner frohe Frau 4.
Schlaks, Schläks, m.: lang aufgeschoß- ner junger Mensch; auch nachlässiger fauler Mensch. In ndd. u. md. Ma. Zu schlack«schlaff (s. schlackern). 1770 im Brem. Wb.
Schlamässel, m.(*d, Pl. wie Sg.): verdrieß- licher Handel, böser Zustand, in den man gerät. 1781 bei Kindleben Schlemassel, bayr. Schla- massen f. Aus der jüdisch. Gaunersprache, wo Schlamassel n.«Mißgeschick, Unglück»(1737 b. Kluge 207), Massel n. Glück»(Pfister 1812),


