Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
715-716
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715 Schirn

Schlacke 716

schremen) ital. schermire, schermare, prov. afrz. escrimir, escirmir, nfrz. escrimer, span.-port. esgrimir cfechten», mit dem Subst. ital. scherma, scrima, span.-port. esgrima f.«Fechtkunst». Schirmer, m., mhd. schirmœre, schermœre, schirmer, schermer, ahd. scirmari, scermare m. «Verteidiger, Beschützer, Fechter, Fechtmei- ster»; dazu mnd. schermer m. ZUsS. Schirm- dach, n., 1642 bei Duez. Schirmvogt, m., 1556 bei Frisius 1334 b.[Schar(re)n.

Schirn, f.(Pl.-en): Fleischbank. Siehe

Schirökko, öst. Sciröcco, m.(-5): heißer Wind. Entl. aus glbd. ital. scirocco m., das aus arab. schargt östlich stammt. Gew. spricht man Siröwo nach frz. siroco.[b. Kramer.

schirpen, v.: zirpen, von Sperlingen 1678

schirren, v.: durch Anlegen des Zuggeräts zum Ziehen bereiten. 1664 bei Duez, geschirren 1618 bei Schönsleder, meist in Zss. an-, ein-, ab-, ausschirren. Zu Geschirr(s. d.). Davon Schirrmeister, m.: Aufseher über das Gerät, spätmhd. 1485 schirremeister, md. 1517 bei Tro- chus E Ga scherremeister.

Schirting, m.(-Lels, Pl.-e, öst. nur-s): Baumwollenzeug. Wohl erst um die Mitte des 19. Jhs. Aus glbd. engl. shirting von shirt «Hemde», eig. also«Hemdentuchv.

Schisma, n.(-s, Pl.-men u.-ta, auch-s): Spaltung, namentl. der Kirche. Das gr. cxicuon. «Spaltung» zu cxiceiv«spalten.

Schiß, m.(Gen.-Sses, Pl.-Sse): das Scheißen (1582 bei Heußlin Vogelb. 56 ²); Bauchwind (Duez 1664);(stud.) Schulden(1781 bei Kind- leben), Angst(stud. 1825). Von scheißen(s. d.), wie Biß von beißen.

schitter, adj.: lose, dünn, lückenhaft. Obd. und schles. Mhd. schiter, scheter, ahd. Scetax. Wohl verw. mit aind. hidräs«durchlöchert», lit. skiedrâ f.«Spany zur Wz. scheiden.

schlabbern, v.: wie ein Hund schlürfend essen(Fischart Garg. 23 schlappern), sich beim Essen begießen;(dann der Begriff des Hastigen u. Gedankenlosen auf das Sprechen übertragen) schwatzen, plappern(1602 b. Heß Judenspiegel 56 schlabbern). Md. u. nd. Iterativbildung zu nd. Schlabben«leckend trinken wie ein Hund, geifern»(1663 b. Schottel), für hochd. schlappen (s. d.2). ZUS. Schlabbertuch, n.: Geifer-, Speicheltuch kleiner Kinder, 1716 bei Ludwig Schlabbertüchlein, 1663 b. Schottel Schlabtuch.

1Schlacht, f.(Pl.-en): Kampf auf Leben u. Tod. Mhd. slaht(e), ahd. slahta f. Tötung eines Menschen, eines zu Speise od. Opfer bestimmten Tiers, Schlachty; dazu and. manslahta f.«Tot-

schlagy, afrs. slahte m. Schlag, Totschlag, Ge- präge», ags. Slihtt, sleaht m.«Tötung, Geprägey, anord. slãttr m. u. slãtta f.«Schlag, das Mähen, Münzprägungy. Von ahd. slahan«schlagen» (s. d.). 4BL. 1schlachten, v.: schlagend oder stechend töten, mhd. slahten, ahd. slahtön; dazu mnd.-ndl. Slachten, anord. slãtra. Schlächter, m.: der gewerbsmäßig Schlachtende, der Flei- scher(bei Luther Jer. 46, 20 Schlechter). Md. Schlächter, ndd. auch Schlachter. Ahd. slahtari m. Töter der Opfertieren, mhd. Neischslahter, Sslehter m.«Metzger». ZUS. Schlachtbank, f., um 1480 im Voc. inc. teut. cc schlachtbanck. Schlachtenbummler, m, 1870 aufgekomm- nes Schlagwort für nicht aktiv am Kriege Teil- nehmende. Vgl. Ladendorf. Schlachten- denker, m., seit 1870 Schlagwort, aber schon 1772 belegt. Vgl. Ladendorf. Schlachtfeld, n., bei Gleim 4, 11. Schlachtordnung, f., 1529 bei Liliencron 3, 596 ¹, 14.

2Schlacht, f.(-en): Herkunft, Geschlecht, Gattung. Veraltet(noch 1734 bei Steinbach als landschaftlich). Mhd. slaht(e), ahd. slahta f.; dazu and. slaht n.«Geschlecht⸗, mnd. slechl, slacht n., afrs. slachte n.(S. Geschlecht, Schlag). Von ahd. slahan in der Bed.«arten, nacharten? (s. Schlagen, nachschlagen). Aus dem Deutschen entl. ital. schiatta, prov. esclata, afrz. eslate f. Geschlecht?, u. poln. selachta f. Gesamtheit des Adels»(Schlachta). 4B L. 2schlachten, v.: arten nach, gleichen, ähneln, in Norddtschld. (Hamaun 6, 245, Schottel 1663), mnd. u. mndl. slachten, und. slachten, slechten.

3Schlacht, f.(Pl.-en): ins Wasser geschlag- ner Damm als Uferbefestigung od. zur Abweh- rung des Stromes. Spütmhd. in den 70 er Jahren des 15. Jh. schlacht f.«Befestigung, Bauy, um 1480 im Voc. inc. teut. ce 2 b schlacht f.Dammy; dazu nnd. slagte, slagt f., mnd. 1246 u. 1278 Slacht f. das Pfahl- u. Bohlenwerk am Ufer der Flüsse bei Mühlenanlagen u. zum Anlegen der Schiffe, mit dem Zeitwort slachten«Pfahlwerk einschla- gen». Von schlagen(s. d.).

Schlachta, f., aus dem Poln., s. 2Sohlacht.

Schlächter, Schlachtfeld, Schlacht- ordnung, s. ¹Schlacht.

Schlack, m., s. Schlackern.

Schlacke, f.(Pl.-n): beim Schmelzen des Erzes sich absondernde unreine Masse. 1530 bei Agricola Bermannus 134 u. bei Luther Ps. 119, 119 Schlacken, aus glbd. mnd.(1398) slagge f.; ähnlich im 16. Jh. obd. Hammerschlag m.«der unreine Rückstand des Kupfers in den Seiger- hütten(1546 bei Agricola Bermannus 485, Ma-