Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
713-714
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713 Schind

Schirm 714

cbeschimpfen». schimpfieren, v., spätmhd. schimpfteren«höhnen, verspotten», neben mhd. schumpfieren, enschumphieren æ«besiegen, be- schimpfen», eine Umbildung des frz. déconfire, älter desconftre«völlig besiegen» mit Anlehnung an Schimpf. schimpflich, adj.: schmachvoll (1634 bei Opel u. Cohn 30 jähr. Krieg 331, 20), mhd. schimpfle)lich«kurzweilig, scherzhaft, spöttisch». ZUS. Schimpfwort, n.: Schmäh- wort, 1677 bei Butschky Pathmos 832, mhd. schimphwort n. Scherzwort, spottendes, höh- nendes Wort.

Schind, m. f., südd. für Schinn, s. schinden.

Schindel, f.(Pl.-n): dünner Holzziegel; holzziegelartige Schiene des Wundarztes(1556 bei Frisius 557 ²). In 1. Bed. mhd. schindel f., ahd. scintala, scintula, scintila f.; dazu and. skin- dula, mnd. schindele, mndl. schindel, mengl. scincle, schingel, engl. shingle. Aus lat. scindula neben scandula f.«Dachschindels, woher auch glbd. ital. scandola, frz. échandole f. und abg. skadelu m.«Schindel». 4BL. schindeln, v., 1663 bei Schottel«Schindeln machenꝰ, 1780 bei Adelung«mit Schindeln deckeny, 1539 b. Braun- schweig Chirurg. 56 b«ein gebrochnes Glied in Schindeln legen»(Goethe 16, 79). ZUS. Schin- deldach, n., mhd. schindeldach.

schinden, v.(Prät. schund, Konj. schünde, Part. geschunden): von Haut oder Rinde ent- blößen; bis auf Hautverlust, aufs Blutabmühen. Mhd. schinden, ahd. scintan, vereinzelt scindõn; dazu and. biscindian«abrinden», mnd. schinden, schinnen, 1477 clev. schinnen. Im Ahd. mit schwacher Flexion Prät. scinta, Part. geschindet, piscintit, ebenso mhd. Prät. schinte, Part. ge- schindet, geschint, seit dem Anfang des 13. Jhs. aber stark Prät. schant, Part. geschunden; im 16. Jh. drang aus dem Pl. schunden die Form schund in den Sing. des Prät.(1581 bei Fischart Bienk. 131 b). Von ahd.*Skint n.«Hautꝰ, er- halten in älternhd. Schin f.«Rinde»(Aventin 4, 373,5), mnd. im 13. u. 14. Jh. scin, schin n. Le- ders, afrs. skene«Hauts, anord. schwed. skinn n. Haut, Fell, Pelz, Leders, dän. skcind(aus dem Anord. entl.), ags. im 11. Jh. scina, engl. skin Hauts, mnd. schin auch die Schuppen, die sich von der Haut abblätterns, noch in Norddtschld. Schinn m. u. Schinnen Pl. Kopfschupperm, südd. Schind. Dazu viell. bret. scant«Fischschuppe» (Rev. Celt. 14,199). Vgl. auch Zupitza 116. 4L. Schinder, m., mhd. schinder m.«Abdecker, der totem Vieh die Hautabzieht, Straßenräuber, Peiniger»(der andern das Fell über die Ohren zieht), auch«Rindenschäler, Schlüchter⸗; dazu

Schinderéi, f., mhd. schinderie, im 15. Jh. schinderei f. Beraubung, Straßenräubereiy. ZUS. Schindanger, m., 1678 bei Krämer. Schindluder, n.: eig. das abgezogne gefallne Vieh. Jetzt fast nur noch in der RA. Sch. mit einem Spielen oder treiben: jemand auf rohe Weise verspotten. Bei Campe. Schindmähre, f., 1678 bei Krämer Schindmehre.

schindern, v.: auf dem Eise hingleiten, md. 1734 b. Steinbach, spätmhd. im 15. Jh. schindern «polternd schleppen, schleifen?.

Schinken, m.(-s, Pl. wie Sg.): das Dick- fleisch des Schenkels, insbes. die geräucherte Keule des Schweins. Mhd. schinke m.«Schenkel, Schinken», ahd. scincho m., scincha f.«Bein- röhre, Schenkel»; dazu and. skinka f.«Schenkel, Beins, mnd. schink, schenke m., schinke f.«Schin- ken(auch md. 1517 bei Trochus Q1 b schincke f.), ags. sceanca m.«Schenkel»(s. d.), aus dem Mnd. entl. schwed. skinka f., dän. skinke«Schin- kem. Die Nebenform Schunken ist obd.(1582 b. Golius Schunck, 1664 b. Duez Schuncken m., mit dem Pl. Schuncken b. Fischart Bienk. 112² u. Schünchten 1669 im Simpl. 576) u. ndd.(aber nur von großen Menschenbeinen, 1770 im Brem. Wb.); dazu afrs. skunka, skonka m.«Beinröhre, Schenkely. Aus dem Deutschen entl. ital. stinco m.(dial. schinco)«Schienbein». Herkunft un- sicher. Viell. zu anord. skakkr, schwed. skallt, skcanlc, dän. skals«schiefs(eig. also«Krumm- bein»), das wohl zu gr. ckdceiv«hinken», aind. khan Jati chinkt» gehört.

Schinn, m. Schinnen, Pl., s. unter schin- den. Schippe, s. Schüppe.

Schirm, m.(-els, Pl.-e): zum Schutze vor-, übergehaltene od. angebrachte Fläche; Schutz. Mhd. schirm, scherm, ahd. scirm, scerm m. «Schild, das Vorhalten des Schildes, Schutz- dach, Schutzmauer, Schutz, Schützer»; dazu mnd. scherm, scharm m., entl. schwed. skürm m. u. dän. skjerm. Mit gr. cxipov n.«weißer Sonnenschirm der Athenepriesterinnenp hat das Wort kaum etwas zu tun. Eher zu aind. dã᷑rma n. Haut, Felly. UÜber abg. Gremu m.«zelt» vgl. Berneker. Anders, aber kaum richtig ZfdA. 42, 69. Entl. ital. schermo m.«Schirmy. 4 BL. schirmen, v.: schützen, mhd. schirmen, scher- men, ahd. scirman æmit dem Schilde decken, ver- teidigen, schützen, im Mhd. auch mit dem Schilde Hiebe auffangen oder parieren, fech- ten»; dazu and. scirmen, mnd.-mndl. schermen, afrs. biskirma,(entl.) schwed. beskärma, dän. skjerme. Aus dem Deutschen entl.(zum Teil aus der ahd. Nebenform scriman, noch bayr.