711 Schilling
Schimpf 712
99 schylher m., 1663 bei Schottel Schieler, 1557 bei Heußlin Vogelbuch 34 b Schilertaffet; der Schillerwein(Hulsius 1605) b. Fischart Garg. 84 u. 153 Schiller(s. Schieler). Aber Schiller- locken, eine Art Gebäck, heißen nach Priedr. Schiller. 4 L. schillern, v., 1691 b. Stieler. schillericht, adj.: schillernd, 1678 b. Krämer. Schilling, m.(—*s, Pl.-e): eine Münze ver- schiednen Wertes. Mhd. schillinc, ahd. scilline m.; dazu asächs.-ags. Scilling, afrs. skilling, skil- leng, ndl. Schelling, engl. shilling, anord. skillingr, schwed.-dän. skilling, got. skilliggs m. Man leitet es ab entweder von ahd. scellan«klingen»(s. schallen), also urspr.«klingende Münze», weil von Gold od. Silber geprägt; od. von anord. skilja«spalten, scheideny, ags. scylian«tren- neny, lit. Slléti(Präs. skeliit) ⸗spaltem, s. Schild, urspr. abgehaunes kleines Stücks, wie gr. xépu n.«kleine Münze, Scheidemünze» von gr. keipetv cabschneiden, abhauen?(KZ. 33, 286). Besser nach Falk-Torp Abl. von Schild, das als Be- zeichnung für eine gewisse Goldmünze im Mit- telalter weit verbreitet war. Vgl. auch frz. écu Taler» aus lat. scätum. Aus dem Germ. glbd. abg. skilgz? m., ital. scellino, span.-prov.-frz. escalin m. In der Bed.«zahlmaß von 12 oOd. 305 schon and.-mhd.-älternhd., noch schles. Schilg m., daher ost- und westpreuß. schilgemal adv. cvielmals⸗(1776 HermesSoph. 4, 162). Im 16. Jh. auch«ein Dutzend Schläge, wofür dann weiter Produxt(s. d.), d. h. 324 gesagt wird. Schimüre, f.(Pl.-n), öst.-bayr. auch noch Chimäre: Hirngespinst. Aus frz. chimere f. von gr. Jat. chimcra, gr. xiucipo f. eig.«LZiegey, dann«fabelhaftes Ungeheuer, vorn Löwe, mit- ten Ziege, hinten Drache». Bei Wächtler 1711. Schimmel, m.(1s, ohne Pl.): Plocke haar- feiner weißer Pilzchen. Mhd. schimel m., ahd. seimbli m., noch bayr. Schimpel m.; dazu ahd. scembel m.(gl. Jun. 314), mnd.-nnd.-ndl. Schim- mel m. Gleichen Stammes wie Schimmer(s. d.), mhd. schimel m.«Glanz»(Frauenlob 313, 13). 4BL. schimmſ(e)lig,schimmſ(e)licht, adj., mhd. schimelic, schimlig, md. auch schemelig, ahd. scimbalac, scimplac, 1537 bei Dasypodius schimmelecht. schimmeln, v., mhd. schimelen, ahd. in arscimpalan, irschimpalõn(er-, d. h. ver- schimmeln). ²Schimmel, m.(-s, Pl. wie Sg.): weißes Pferd. Mhd. vereinzelt schimel m.(Frauenlob 87, 5), in den Fastnachtsp. des 15. Jh. 822, 24 schümel, 1374 ein schemeliges perd Urk. im Ar- chiv zu Frankfurt a. M., 1561 bei Maaler Schim- mel m.«grauw pfärd als die Ungerischen geül»,
also das Pferd von der Farbe des Schimmels (§. d. ¹); dazu mnd. 1373 dat scymelinghe perd, ndl. 1598 schimmel, schimmelpeerd. Im Ahd. hieß das weiße Pferd blanchez ros, blanc ros, ags. dlanca, blonca m.
Schimmer, m.(si, Pl. wie Sg.): leichter Schein; kleiner sich lebhaft bewegenderSchein. 1734 bei Steinbach, als poetisch 1741 bei Frisch, dazu engl. shimmer«Scheins»; in der Bed.«Däm- merung» 1654 bei Logau 2,9, 39 Schimmer m., wie nd. Schemmer(Frisch 1741), Schummer, 1691 b. Stieler Schammer m. schimmern, v.: blin- ken, funkeln. Bei Luther Ps. 68, 14 schimmern, b. H. Sachs Fab. 19, 6 schymern; dazu ags. scim- rian«glänzen», ndl. schemeren, schwed. skimra «schimmerw. Eine Intensivbildung zu md. sche- men«plinken, funkeln?(1429 im Liber ord. rer. 23 c), ndrhein. um 1300 schimmen(Liliencron 1, S. 23, 19), hochd. im 15. Jh. bei Diefenb. gl. 286 schimmen, mnd. schimmen(glänzen), ags. sch- mian. Anders gewendet vom ungewissen Schein des Dämmerlichts mnd. schemmeren dämmern, dunkel werden», md. im 15. Jh. schemmern (Mone Anz. 7, 303, 488). Gleichen Stammes wie mhd. schöme, ahd. scimo n. Glanz, Schimmer), ahd. schman funkeln, glänzen»(s. Schemen).
Schimpänse, m.(-n, Pl.-n): afrikanischer Menschenaffe. Der Name stammt aus einer Sprache am Kongo. 1813 b. Campe Schimpanese.
Schimpf, m.(-els, Pl.-e): Kurzweil(nur noch altertümlich bei Goethe Faust 2654 und schweiz.); beleidigende, verletzende Unehre. Mnd. schimpf, md. schemp(h), spätahd. scimph m.«Kurzweil, Scherzy(bis ins 17. Jh. bei Schottel), im Mhd. u. Md. auch«Spiel, ritter- liches Kampfspiel», dann«Spott, Verhöhnung, Schmach»; dazu mnd.ndl. schimp m.«Spiel, Scherz, Spott, Hohns,(aus dem Deutschen entl.) isl. skimp n.«vVverhöhnung, Spotty u. schwed. skymf m. Schande, Schmach». Im Ablaut mhd. schampf, mrhein. u. mnd. schamp m. Spiel, Scherz, Schmachy, mndl. scamp m.«Hohn, Schmach», mhd. schumpfe f.«Buhlerin»(eig. «Kurzweil Treibende). Die Verwandtschaft mit gr. ckäbmreiv nachüffen, spotten, höhnen, scherzen, spaßeny ist trotz Bezz. Btr. 29,259 sehr unsicher. 4L. schimpfen, v.: schmähen, lästern(1663 b. Gryphius Trauersp. 128), mhd. schimpfen«Kurzweil treiben, scherzen, spielen (daher noch obd.«mit Weibern tändeln, schä- kern»), spottem, ahd. scimphan verlachen, ver- spotten; dazu mnd. schimpen, schempen«scher- zen, schmähen?, ndl. schinpen«beleidigeny, (entl.) isl. simpa«höhnen» u. schwed. skymfa


