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Schild 708
sciazit, älternhd. im 16. u. 17. Jh. scheußest, scheußt, noch bei Frisch 1741 neben schießest, schießt; das Prät. mhd. schöz, Pl. schazzen, ahd. sco;, Pl. Scuzzun, ags. scéat, scuton, anord. skat, skatum; das Part. ahd. giscozzun, ags. scoten, anord. skotinn. ZIUS. Schießgewehr, n., 1743 bei Schnabel Felsenburg 4, 61. Schieß- graben, m., mhd. schiezgrabe m. Schieß- haus, n., 1576 bei Fischart glückh. Schiff 880 Schießhund, m.: eig. ein Hund, der das an- geschoßne Wild aufzusuchen hat. Nur noch in der RA. aufpassen wie ein Sch., 1770 im Brem. Wb. uppassen as een scheethund. Lig. wohl ein«dahinschießender, schneller Hund». Schießprügel, m.: scherzhaft für Schieß- gewehr, 1718 bei Kirsch Corn. 494. Schieß- scharte, f.: Öffnung in der Mauer zum Schie- Ben, 1728 bei Apinus 483. Schießstand, m., 1798 bei Adelung.
Schiff, n.(-els, Pl.-e): Wasserfahrzeug, bes. ein großes; Weberschiffchen(1486 bei Mone Ztschr. 9, 152); mittlerer Hauptraum der Kirche(1512 bei Keisersberg Evangel. 222, entsprechend mlat. nais f., gr. vaòc, att. vechc m.«der innre Tempelraum?, aber gr. voòc f. «Schiffy, Gen. veuc). In der 1. Bed. mhd. schif, schef n.(Gen.-es), ahd. scif, scef n.(auch Boot, Kahn»); dazu asächs. ags. scip n., afrs.- anord.-got. skin n., mnd. schip, schep, ndl. schip, engl. ship, schwed. skepp, dän. stib. Aus dem Germ. entl. ital. schifo, span.-port. esquufe, afrz.-nfrz. esquif m. Booty, span. esqulpar, esquifar, afrz. esqusper«ein Schiff ausrüsten», frz. équiper. Könnte im Ablaut zu Schaff(s. d.) stehen, falls dieses aus sx◻)ap entstanden wäre, urspr. wohl«ausgehöhlter Baumstamm». Im Ahd. bedeutet scif n. auch«Gefäß, die Ab- leitungen sciphi n.«Trinkgeschirr mit breitem Boden» u. schifelin n.«kahnförmiges Trink- gefäß, mnd. schip«kleines Scheffelmaß für trockne Dinge». Die alliterierende Formel Schiff und Geschirr(Haupt- und Nebenge- räte eines Landgutes) bezeichnete früher den Wagen(das Landschiff) u. dessen Ausrüstung (1494 bei Brant Narr. 91, 21), wie noch im Fuhr- mannswesen, urspr. aber«das große Schiff u. dessen Ausrüstung»(Weist. 3, 703 von 1450). Anklingend, aber nicht verw. gr.-lat. scapha f. Boot, Nachen», scaphium n.«rund vertieftes Geschirr od. Becken, Trinkschale?, schphas m. «Becher, Pokal), gr. cion f.«ausgehöhlter Trog, Wanne, Schiff, Kahny, ckd†οον.«Trög- lein, Beckenꝰ, ccöoocm. n. chohes Trinkgeschirr ohne Fußo, ckdmreiv graben». 4 BL. schiff-
bar, adj., 1691 bei Stieler, von schiffen, v.: auf einem Schiffe fahren, mhd. schiffen, früh- mhd. schiphen; dazu mnd. schepen«ein- und verschiffen, ausladen», ndl. schepen, ags. scipian «zu Schiff gehen, ein Schiff ausrüsten», anord. skipa das Schiff ans Land ziehen»; in der Bed.«das Wasser abschlagen» stud. 1781 bei Kindleben, ebenso Schiff«Nachtgeschirr 1795 bei Augustin, eig. also«ein Schiff benutzen). Schiffer, m., 1486 bei Diefenb. nov. gl. 261 b schiffer«Schiffsführery; dazu mnd. schipper, schepper(daher im 17. Jh. bei Schuppius 792 und A. Gryphius Trauersp. 118 Schipper m. «Matrose»), ndl. schipper, ags. scipere, engl. shipper, anord. stipari m. ZUS. Schiffbruch, m., spätmhd. Schifbruch, md. schifbroch m.; dazu schiffbrüchig, adj., mhd. schif-, schef- brüchic. Schiffbrücke, f., mhd. schifprüäcke, -brucke f. caus Wasserfahrzeugen zusammen- gesetzte Brückey, aber auch Brücke vom Schiffsverdeck ans Ufer, Schiffsbrückes. Schiff- fahrt, f., mhd. schifferte, schofvart, ahd. scef- fart f. Schiffmühle, f., 1663 bei Schottel 531. schiffreich, adj., 1741 bei Frisch, im ältern Nhd. schiffbary, mhd. im 14. Jh. schifreich, um- gebildet aus mhd. schifrech, schifrich, schifrœhe «schiff bary, zu rech in ahd.-mhd. gerech«wohl- geordnet, bereit». Schiffsjunge, m., 1716 bei Ludwig Schiffjunge. Schiffsschnabel, m., 1537 bei Dasypodius Schiffschnabel.
schiften, v.: mit einem Schaft versehen (Goethe 5, 183), mhd. schiften, Nebenform von scheften(s. schäften).
Schikäne, f.(Pl.-n): ränkevoller Kniff. Das frz. chicane f. eig.«Klöpfelspiely, dann «Streit beim Klöpfelspiel, Zünkerei, Spitzfindig- keit, Rechtsverdrehung» wird auf pers. fSschau- gãn«Klöpfeb, zurückgeführt. Im 17. Jh. 4B L. schikanieren, v.: durch Kniffe in Nachteil bringen. Aus frz. chicaner. Im 17. Jh.
schilchen, Schilcher, s. schielen, Schieler, Schiller.
Schild, m.-els, Pl.-e): mit dem linken Arm zu tragende Schutzwaffe; n.(-els, Pl. =er), früher m.:(da sich auf dem Schilde das Wappen befand, übertr.) ausgehangne Tafel mit dem Gewerbe-, Handwerkszeichen usw. (1561 bei Maaler Schilt m.); schwache Wand zwischen zwei stärkern Pfeilern einer Garten- mauer(1780 bei Adelung). In der urspr. Bed. mhd. schilt m.(Pl.-te,-de), ahd. scilt m.; dazu asächs. scild m., ndl. Schild m. n., afrs. Skelc m., ags. Scild, sceld, scyld m., engl. shield, anord. skjöldr m., schwed. skjöld, dän. Ss‿old, got.


