697 schepp
Schermaus
dem Wein u. Bier eingeschenkt wird, 1664 bei Duez Schencktisch, Ende des 16. Jhs. bei Schweinichen 1, 158 Schanktisch. Schenk- wirt, m., 1664 bei Duez.
schepp, s. schief.[Schermaus.
Scher, m.(-els, Pl.-e): Maulwurf. S.
Scherbe, f.(Pl.-n), auch(aber nicht preuß.- bayr.) Scherben, m.: Stück eines zerbrochnen Gefäßes; irdner Halbtopf. Mhd. schirbe, scherbe f. m.(noch bayr. öst.schwäb. M.), daneben stark schirp, schirb, scherp m. n., ahd. scirbi f. n.«Bruchstück eines irdnen Geschirrs», im 14. Jh. Topfs; dazu and.(havan)-Scervin Topfscherbes, mnd. scherve f.«Schaley, mndl. scherf, scherve f. Halbtopf, Bruchstück. Glei- chen Stammes wie ags. sceorfan cabbrechen, abnagen', u. d. scharben(s. d): wohl urverw. mit abg. Grepi m.«Scherbes, aind. karparas m. Scherbe, Schale, Hirnschaley. Vgl. Ber- neker 147. Vgl. Scherflein. 4 BL. Scherbel, m.(-s, Pl. wie Sg.), spätmhd. 1420 schirbel Schaley, mnd. schervele f. Bruchstück».
Scherbett, s. Sorbett.
1Schere, f.: Seeklippe, s. Schäre.
2Schere, f.(Pl.-n): auf. u. zugehendes zweiarmiges Schneidewerkzeug; Vorderfuß des Krebses;(nhd.) Gabeldeichsel,-ast usw. Mhd. in den beiden ersten Bedd. schœr(e) f.(auch Schwert, Sichel»), selten scher, md. schére f., ahd. scär(aus dessen Pl. scäri als Sg. gefaßt wahrscheinlich mhd. schœre hervorgegangen ist) u. scära f., auch scera f.«Scheres; dazu and. scra, mnd. schere, ndl. schaar, afrs. skcere, ags. scear f., gew. im Pl. scedra, engl. shears Pl., anord. sxůέτe Ntr. Pl.«Schere»(wie glbd. frz. cisecuxæ Pl., ital. cesoje u. forbici Pl., aind. bhurgjä als Dual), schwed. sküra f.«Sichel?. Zu 1scheren, v.(Präs. schere, scherst, schert, älter schierst, schiert, Prät. schor, Konj. schõre, Part. geschoren, Imp. schere, älter schier): bis zur Kahlheit abschneiden; von dem Obenauf- befindlichen durch Abschneiden mit dem Schneidewerkzeuge bis zur Kahlheit befreien; dazu mhd. schern(Präs. schirt, Prät. schar, Pl. schãren, Part. geschorn), ahd. sceran(Präs. skirit, Prät. scar, Part. giscoran, Imp. skir) c(die Haare, den Bartwuchs, die Wolle) ab- schneiden,(das Schaf) durch Abschneiden der Wolle von dieser befreien», bes. bis zur Kahl- heit, im Mhd. auch vom Abschneiden stehender Frucht usw., dann(wie mhd. ungeschorn c«un- belästigt zeigt)«belästigen, bekümmern»(s. 2sch.); dazu mnd.-mndl. scheren, afrs. skera, schera(auch«mähen, sicheln»), ags. Sceran,
as
sciran, sceoran«scheren, durchschneiden, zer- hauen», engl. ghear æscheren», anord. Skera «schneiden, zerschneiden, schlachten, schwed. skära, dän. skjäre«schneiden, schereny. Ur- verw. mit lit. skirti«schneidens», skard f. Fetzeny, serb. qjeriti«die Zähne blecken» (vgl. Berneker 126), alb. har«gäte auss, arm. xar&Heuv, ir. scaraim«trenne⸗, gr. xeipetv «scheren». Vgl. Scharte. Bei Luther im Prät. beschur(1. Sam. 25, 2 u. 4) neben beschore(1. Chron. 20, 4), md. im 13. Jh. schar, wie noch bei Stieler 1691 u. Frisch 1741, wohl eine nach Analogie von schwur gebildete Form. Alternhd. im 16. u. 17. Jh. öfter die Schreibung schären. RA. über einen Kamm scheren,«eins wie das andre behandeln», bei Fischart Bienk. 224b. 4BL. Scherer, m.: Tuch-, Bart-, Feld-, Schaf- scherer, mhd. scherœre, scherer«Bartscherer, Barbiery, spätmhd.«Wundarzty, ahd. scerari Schafscherer». Vgl. Feldscher. Schereréi, f.: verdrießliche Mühe, Hudelei, 1664 bei Duez Scheerereg. EUS. Schermesser, n., mhd. schermezzer; dafür ahd. scarasahs,-sah, mhd. scharsahs u. scharsach n.(s. Messer).
2 scheren, v.(Prät. scherte, Part. geschert): (refl.) sich fortmachen, sich packen. Schon im 15. Jh. bei Wolkenstein 6, 21. Dazu mnd. scheren«gehen, eilen, laufenꝰ, ndl. Sich Sscheren «sich packeny. Viell. zu ahd. scerbn causge- lassen sein» u. dies weiter wohl zu gr. ckuipeiv chüpfen, springen, tanzenꝰ, abg. skori«schnelb. Die Bed.«sich um etwas kümmern» kann aus 2Sch., aber auch aus 1sch. entwickelt sein.
Scherf, m.(-Lels, Pl.-e): ½ Heller. Bei Luther Luk. 12, 59 Scherff m., mhd. scher(p)f n., spätahd. scerf, scherf n.«minutum», mnd. scharf, scherf n.«halber Pfenning, die kleinste Scheidemünze». Gleichen Stammes wie Scherbe (s. d.) u. ags. sceorfan«abbrechen, abbeißen», anord. skarfr m.«schräg geschnittnes End- stück eines Brettesy. Urspr.«Bruchteil», mit gleicher Begriffsentwicklung wie Deut(s. d.) u. gr. epha n. Abschnitt, kleines Stück, kleines Geldstück». 4B L. Scherflein, n., bei Luther Mark. 12, 42 Scher/lin.
Scherge, m.(-n, Pl.-/): Gerichts-, Polizei- knecht. Mhd. scherge, scherje m. Gerichts- diener, bote, niedrer Ausrichter peinlicher Gerichtspflege, Vollstrecker des Strafspruchs, auch«Heroldy, ahd. scar()o m.«Scharführer, Hauptmann⸗. Von 2 Schar.
Schermaus, f.(Pl.-mãuse): der Maulwurf. Obd. Mhd. schermüsf. neben einfachem scher(e) m., ahd. scero, noch bayr. Scher m. Von scheren


