699 Scherwenzel
Scheune 700
(8. d. u.«Schar, Pflugschars), denn der Maulwurf
wird in der Volksanschauung dem Ackerer ver- glichen, der die Erde durchschneidet.
Scherwénzel, s. Scharwénzel.
Scherz, m.(-es, Pl.-e): Außrung fröh- licher Laune zum Zwecke der Erheitrung, der Munterkeit. Mhd. im 13. Jh. scherz m. Vergnügen, Spiely. Dazu scherzen, v., mhd. scherzen«mutwillig, lustig springen, Mutwillen treiben?; mhd. schare m.«Sprungꝰ u. scharz m. Laufy, sowie die vereinzelte Präsensform schirzet lassen urspr. starke Biegung voraus- setzen. Wegen des späten Auftretens viell. aus schernzen zu ahd. skern«Scherz, Lust» u. dies zu ahd. skerôn, s. 2scheren. Viell. aber unmittelbar zu aind. Käürdati«springty. Vgl. Zupitza 155. Aus dem Deutschen entl. ital. scherzare«scherzen», scherzo m. Scherz, Schäkerei, Kurzweil). ZUS. mit Scherz: scherzhaft, adj., 1659 bei Butschky Kanzl. 339. Scherzrede, f., 1641 bei Schottel 354 b.
Scherzo, n.(-*s, Pl.-S u.-zi): Tonstück heitern Charakters. Im 18. Jh. aus ital. scherzo m.&Scherz, Spaßy, das dem Deutschen ent- stammt, s. Scherz.
Scheu, f.(ochne Pl.): Sichwegwenden wo- vor aus bangem Gefühl; solches Sichweg- wenden erzeugender Gegenstand(Ps. 31, 12, vgl. Scheuche). Bei Luther Scheuw, aber unver- kürzt Scheue noch bei Schiller 13, 290, Uhland, Rückert 1, 147, mit geschwundnem 5 aus mhd. schiuhe, md. schähe f.«Scheu, Abscheu», da- her bei Aventin 4. Bd. 1, 9, 36 Scheun f. u. im 15./16. Jh. öfter Scheuch m.(Luther 4, 511 ¹, H. Sachs Fastnachtsp. 6, 15, vgl. Abscheu m.), dem md. schähe entsprechend Schauw f.(Ring- waldt Wahrh.[1598] 309; dazu mnd. scha(aw) f., nnd.-märk. schuje f., wohl entl. schwed.-dän. sky. Eins mit Scheuche(s. d.). scheu, adj.: etwas furchtsam vermeidend od. fliehend, zu- rückschreckend; Scheu erregend, häßlich, fürchterlich(mhd. u. noch obd.). In der 1. Bed. mhd. schiech, schie(ke), 1488 schüch, md. im 15. Jh. schüche, 1537 bei Dasypodius scheüh, scheüch, bei H. Sachs scheuch, noch bayr. öst. schiech, bei Luther scheuo; dazu mnd. schaeoe), schügge, ndl. schuro, ags. scéch, engl. Shy, schwed. Skeν,(dän. skmν). Aus dem Germ. entl. ital. schivo, schifo, span. esquivo, afrz. eschiu «scheu». scheuen, v.: zurückgeschreckt meiden od. fliehen. Mhd. schiuhen, schiuwen u.(vom Adj. schiech gebildet) schiehen, md. schaüh.)en, schüuwen, ahd. sciuhan, schhan; dazu
mnd. schãzw)en, und.-mürk. schadjen, ndl. schu-
Wwen,(entl.) schwed.-dün. sky. Eins mit scheu- chen(s. d.). Aus dem Germ. entl. ital. schivare, schifare, span. port. esquiuar, afrz. eschiver(wor- aus engl. eschea), nfrz. équiver«meidenn. Z0S. Scheuklappe, f., Scheuleder, n., im 18. Jh.
Scheuche, f.(Pl.-n/): fliehen machende Schreckgestalt, Popanz. Mhd. schiuhe f., 1482 im Voc. theut. cc 5 b scheuhe(eins mit Scheu, s. d.). scheuchen, v.: schreckend fliehen machen, mhd. sciuhen(eins mit scheuen, s. d.), im 14. u. 15. Jh. u. b. Luther scheuchen. Schles. es scheucht«es spukt, es zeigt sich any(1787 bei Berndt 117), wie obsächs. es schécht. Viell. urverw. mit abg. Souti«hetzen», poln. sczut (Idg. Forsch. 10, 155). Anders Btr. 18, 232.
Scheuel, m.(-s, Pl. wie Sg.): Erregung von Schrecken u. Abscheu; Gegenstand der Furcht. Bei Luther Scherwel in beiden Bedd., spätmhd. im 15. Jh. Schaul m. Abscheu, Grausy. Von scheuen, wie Greuel von grauen.
scheuen, s. Scheu.
Scheuer, f.(Pl.-n): luftiges Gebäude für eingebrachtes Getreide, Stroh, Heu usw., zum Ziegelstreichen u. trocknen. Mhd. schiur(e) f., ahd. sciura, schra f., 1482 scheꝛore(wie noch bei Möser patr. Phant. 3, 101 Scheure f.), md. schär(e), weshalb 1540 bei Alberus dict. bb 4 b Schauwer f. u. noch wetterau. Schauer f., früh- mlat. scur(i)a f.«Hofgebäude für Garben u. Heu(in der Lex salica), entl. aprov. escara f. «Stally. Zu mhd. schör, ahd. scar m.«be- deckter Ort, Obdach»(s.* Schauer), gleichen Stammes wie Scheune(s. d.).
scheuern, v.: durch starkes Abreiben fegen od. reinigen. Ein md. u. nd. Wort. Alternhd. schewwren bei Luther, scheuern bei Mathesius Sar. 42 b, md. im 13. Jh. schären, mrhein. im Voc. ex quo 1469 scheyren, köln. im 15. Jh. schuiren, mnd. schären, nnd. schüren; dazu mndl. schueren, nndl. schuren, mengl. scouren, engl. scour, schwed. skura, dän. skure. Nach Weigand entl. aus glbd. afrz. escurer, jetzt écurer, das nebst ital. sgurare, span. escurar dem mlat. eæcurare«von Grund aus besorgen, gründlich reinigen?(im Lat.«genau besorgen, gut pflegen) entstammt. Nach Falk- Torp echt germ. u. zu anord. skora«scheuern, antreiben, fordern».
Scheune, f.(Pl.-n): Scheuer. Mhd. schiun e) u. schuhen f., md. schäne f. mit Ausstoßung des g aus ahd. scuginna, scugina, scugin f.; dazu mnd. schäne, nnd. schüne, schün f. Eng verw. mit Scheuer(s. d. u. 2 Schauer), falls das g in ahd. scuginna gleich) ist.


