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3, 706). schelmisch, adj.: schurkisch, hinter- listig(Garg. 248); neckisch(Gotter[178711, 276), im 15. Jh. in der Bed.«ansteckend»(Diefenb. gl. 146 2). ZUS. Schelmenlied, n.: neckisches Lied(Goethe 3, 31), bes. weltliches Volkslied (Goethes, 179). Schelm(en)stück, n. Streich eines Schelmen, in Fastnachtsp. des 15. Jh. 821, 14 schelmenstuch«böse, ruchlose Taty. Schelte, f.(Pl.-n): strafendes Wort, mhd. schelte, ahd. scelta f. Von schelten, v.(Präs. schelte, schiltst, schilt, Prät. schalt, Konj. schölte, Part. gescholten, Imp. schilt u. zuweilen schelte): verletzend, strafend, hart anrufen od. nennen; mit Worten strafen. Mhd. schelten, ahd. sceltan (Präs. 3 Sg. sciltit, Prät. Scalt, Pl. scultun, Part. giscoltan); dazu andfrk. sceldan, mnd.-mndl. schelden, afrs. sc(h)elda. Vielleicht verw. mit schalten(s. d.), urspr. cstoßen». 4B L. Schel-
ter, m., mhd. scheltœre, ahd. sceltari, and.
skeldari m. ZUS. mit Schelte: Scheltwort, n., mhd. Scheltebort, ahd. sceltzwort n.
Schema, n.(-S, Pl.-S u.-ta): Form, Vor- bild, Muster, Vordruck. 1703 bei Wächtler. Das gr. cxfuo n. Haltung, Grundriß, Ent- wurf», von éxelv chalteny. RA. Sch. F als Schlagwort bureaukratischer Schablonisierung in den 90 er Jahren des 19. Jhs. aufgekommen. Vgl. Ladendorf. Dazu schemätisch, adj., 1791 bei Roth. Schematismus, m., 1727 bei Sperander.
Schemel, m.(-s, Pl. wie Sg.): niedriger
dreibeiniger Stuhl ohne Lehne. Bei Duez 1664
u. Steinbach 1734 Schemmel, bei Maaler 1561, Frisch u. Adelung Schämel. Mhd. schamel, schemel, ahd. scamal, scamil m.; dazu asächs. fotscamel, ags. sceamol m. Aus glbd. spätlat. scamillus m. neben spätlat. scamillum, Sca-
mellum n., Dim. von lat. scamnum n. Bank, Schemel». Vgl. Schabelle.
Schemen, m.(-s, Pl. wie Sg.): Schatten-
bild. Bei Luther Scheme(n) m., spätmhd.-mnd. schem(e) m. f.«Schatten, Scheinbild, Larve, Maske(s. Schönbartspiel), im Mnd. auch «Dämmerung, Schimmer, Heiligenschein?, (aber nnd. schem n.«Schatten, Dämmerung»), ahd. scema f.«Larve», noch tirol. Schemen pl. «Masken», md. im 13. u. 14. Jh. schim(e) m.
«Schatten, Schattenbildy, noch schles. Schiem
m. Geisterschatten(1663 b. Gryphius Trauer- spiele 384 P). Gleichen Stammes wie schim- mern, scheinen(s. d.) u. mhd. schöme).
Schemper, n.(-“s): Dünnbier, fades Ge- tränk. In ndd. Ma. u. preuß. Mnd. schember; viell. entstellt aus Schenkbier.
Schenk, m.(en, Pl.-en): Diener(Beamter) zum Einschenken von Wein usw.; Wirt zu Kleinverkauf von Wein, Bier usw. Mhd. schenk(e) m. in beiden Bedd., ahd. scenco m. Diener od. Hofbeamter zum Einschenken); dazu asächs. scenkio m. ceinschenkender Diener?. Von schenken(s. d.). Aus dem Germ. entl. mlat. scancio m., afrz. eschangon, ufrz. échanson, span. escanciano m. Mundschenk». ZU0S. Schenkamt, n.(1. Mos. 40, 21), um 1450 schenckampt, aber schon mhd. 1215 daz schenken ampt.— Schenke, f.(Pl.-/): Geschenk; Wirtshaus, bude zum Kleinverkauf. In der 1. Bed. noch wetterau.; mhd. schenke f.«Gabe, zu entrichtendes Geschenk, Festschmaus»; in der 2. Bed. obsächs.-thür., im 15. Jh. schenk(e) auch schanck f., daher Schanlirt. Von schenken(s. d.).
Schenkel, m.(-s, Pl. wie Sg.): das Bein seiner Länge nach; Bein von der Hüfte bis zum Knie. Seite eines Winkels(1747 im Math. Lex.). Mhd. schenkel, schinkel m.; dazu and.? seinkel(Ahd. gl. 3, 363, 36), mnd. schinel, ndl. schinkel, schenkel; entsprechend and. skinka f. Schenkel», afrs. Skunkca, ags. scle)anca, sconca m., engl. shankc, schwed. skxänke, dän. Skank. Gleichen Stammes wie Schinken(s. d.). 4 BL. schenkelig, adj., b. Stieler 1691 schenkelicht.
schenken, v.: in ein Trinkgeschirr ein- gießend darreichen; zu trinken geben; wohl- wollend, unentgeltlich geben. In diesen Bedd. mhd. schenken(Prät. schancte, Part. geschenket, geschanct), ahd. scenken«zum Trinken ein- gießen, darreichen»; dazu afrs. skenka, ags. scencan, anord. skenlcja nur in der 1. Bed. Das Prät. lautet mhd. schancte(Part. ge- schenket, geschanct), noch im 17. Jh. schanckte (Schelmuffsky 83), daneben im 16. Jh. öfter schanck(Garg. 415) mit starker Flexion, die sich auch im Ndd. schunk, schonk zeigt(Part. schon mnd. geschunkcen, geschonken) u. im Ndl. (Schonk, geschonken) durchgedrungen ist. Das zugrunde liegende Wort ist vermutlich ahd. scanc, mhd.(md.) schanc m.«Schrank, Gitter- behälter mit verschließbarer Tür zur Auf- bewahrung von Geschirr(s. ²Schank). Vgl. AfdA. 21, 306. Aus dem Germ. entl. afrz. eschancier, span. escanciar«einschenkenꝰ, ital. Scancia, scansia f.«Gestell für Gläser u. Bücher». 4B L.(vgl. Schenke, Schenke): Schenker, m, mhd. im 14. Jh. schenker«Schenkwirt», in der Bed.«Schenkgeber 1648 b. Weckherlin 2, 308 F. Schenkung, f. mhd. 1333 schenkunge f. Ge- schenk». ZUS. Schenktisch, m.: Tisch, an


