687 Schaum
Schedel 688
dem Hin- u. Herbewegen, 1663 bei Schottel Schaukel, bei Luther 7, 35 Schuckel, 1734 bei Steinb. Schockel f., zu mhd. schoc m. u. schocke f.«Schaukely, mhd. schoc m.«Windstoß⸗, ahd. scoc m.«schaukelnde Bewegung»(daher entl. frz. choc m. Stoß»), and. skoklca f.«schau- kelnde Bewegung». Weitre Anknüpfung ist, unsicher. Das u muß auf falscher Umsetzung von nd.(Schãkel aus schuxcal) beruhen. 4L. schaukeln, v., 1663 bei Schottel schaukelen, b. Luther 7, 236 b schückeln, 1495 in der Kölner Gemma P 74 u. 1505 in der Straßburg. Gemma r 7 Schockelen, zu mhd. schocken«sich schwin- gend bewegen, wiegend tanzen», mnd. schocken csich hin- u. her bewegen», schucken schluch- zen». ZUS. Schaukelpferd, n., 1771 beim j. Goethe 1, 256. Schaukelpolitik, f., im 19. Jh., vgl. Ladendorf.
Schaum, m.(-els, Pl. Schäume): auf be- wegter Flüssigkeit sitzende Bläschenmenge. Mhd. schüm, schoum, ahd. scum m.; dazu mnd. schümle), mndl. schuem, schuym, nndl. schuim m., mengl. Scum, scom, engl. scumn, anord. skim n., schwed.-dän. skum; entl. ital. schiuma, span.- port. escumd, franz. écume f. Schaum». Man stellt Sch. zur Wz. sku«bedecken»(s.2 Schauer), was aber sehr unsicher ist. 48 L. schäumen, v., mhd. schümen, ahd. schman, daher noch bei Logau 1, 8, 97 schaumen, mit Umlaut bereits im 14. Jh.; dazu mnd. schämen, nndl. Schuimen, engl. scum, schwed. skunm, dän. skumme. schaumig, adj., im 15. Jh. schamig, schaumig bei Diefenb. gl. 549. ZUS. Schaumgold, n.: Flittergold, bei Herder z. Lit. 13, 147 von 1793. Schaumwein, m m., im 18. Jh. bei Herder.
Schaumünze, Schauplatz usw., s. Schau.
schaurig, s. ². ⁴ chauer.
Schaute, Schote, m.(-n, Pl.-n): alberner lächerlicher Narr; schlechter Mensch. 1565 bei Kirchhoff Wendunm. 2, 469, mndl. bei Kilian sehadde. Jüd.-deutsch, aus jüd.-rabb. schoteh m. Narr, Unsinnigery(von unsern Juden schaute gesprochen), von jüd.-rabb. schätäãh«ein Narr werden», das unsre Juden schote aussprechen.
Schawélle, s. Schabélle.
Sche:-in(s. d.), Suffix zur Bezeichnung der weiblichen Person, der Frau, z. B. mund- artl. die Bäckersche, Schneidersche usw., ist nd. und nach Mitteldtschld. vorgedrungen; in der Wetterau tritt es nur an die auf-er ab- geleiteten Wörter für handelnde männliche Personen, während bei andern mask. Wörtern u. bei Familiennamen als weibliche Ableitungs- silbe-Se od.-sen(d. i. sin, aus-se u.-in) ge-
braucht wird, z. B. die Feldawebelse, die Kon- radse u. Konradsen. Dieses-Se kam aus frz. esse, ital.-essa, span.-isa,-esa, spätlat.-issa, gr. cca(z. B. Bachicca f.«Königin» von Bacu- Xeutc m.«Königs») durch Aufnahme romanischer Wörter schon früh ins Ndd. u. wurde auch an deutsche Wörter gehangen(im 11. Jh. bechersa Bäckerin», paffenesse«Priesterin, meierse «Meierinꝰ, cläsenerse«Klausnerin», im 15. Jh. wandelte sich-Se in-Sche). Seit 1300 erscheint dann-sin, sen u. mit Übergang des s in sch ’Schan,-schin,-Schen, z. B. 1352 rhein. reve- lersin«Frevlerinꝰ, im Voc. ex quo 1469 lant- lau«fersen«Landläuferiny u. webersen«Webe- riny, kurz nach 1300 Hmerschin Tänzerin⸗ (Herbert 9303, aus afrz. tumeresse), eptischin Abtissin»(Boner 48, 20), 1469 sniderschen «Schneiderin»(Voc. ex quo), vgl. aschwed. gõmerska f.«Hüterin»(Rietz 2245).
Schebe, s. Schäbe.
Schebécke, f.(Pl.-n): langes schmales dreimastiges Kriegsschiff, vornehmlich auf dem mittelländischen Meere. 1783 bei Jacobsson, aus glbd. frz. chebec m., ital. sciabecco(Stam-, zambecco) m., span. jabegque m., port. chaveco m., von arab. schehbäik«Schiff.
1Scheck, m.(-Lels, Pl.-e u.-s): Zahlungs- anweisung auf eine Bank. Aus glbd. engl. check in neurer Zeit.
2Scheck, m.(-en, Pl.-en) und(bayr. nur) Schecke, 1.(Pl.-n): weiß und andersfarbig geflecktes Tier, bes. ein solches Pferd. 1551 bei Petrarca Trostbücher 29 a Schäcke m., 1556 bei Frisius 791 b Schägg, m.«weißgeflecktes Roßy, 1663 bei Schottel Schalk, Schekk m., 1734 bei Steinbach Schecke f., von dem mhd. Adj. schecke gefleckty, wie es scheint einer Entl. aus frz. échec m.«Schach?(s. d.), ital. a scacchi«schachfeldfarben würfelig»(Dat. Pl. von scacco m.«Schachfeld), woher auch engl. checky ækarriert». 4 BL. scheckig, adj.: weiß u. andersfarbig gefleckt, 1695 bei Weise Comö- dienpr. 62, dafür älternhd.(1538) scheckecht, spätmhd. im 14. Jh. Scheckot. Dazu 1482 im Voc. theut. e 8 5 gescheckelt«verschieden- farbig gemalty, mit fremder Endung md. um 1300 underschackiret«verschiedenfarbig unter- mischt» u. mndl. schackieren«scheckig machen».
Scheckpfeife, f.: die kurze englische Ta- bakspfeife. Zgs. mit engl. shag(spr. schegg) cfeingeschnittner Tabak». 1906 bei Frenssen Peter Moor 124.,
Schedel, Schedul, f.(Pl.-n): Zettel. Bei Goethe Faust 6100 Schedel, 1727 bei Speran-


