Teil eines Werkes 
2. Band (1910) L bis Z
Entstehung
Seite
685-686
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685 Schaubrot

Schaukel 686

im 15. Jh. Schaube f., aus demselben roman. Stamme entl. wie Joppe(s d.) u. mhd. schöpe, schoppe, 1482 schob f.«Jacke, Wams». Anders Idg. Forsch. 17, 29.

Schaubrot, Schaubühne, s. Schau.

Schauder, m.(-J, Pl. wie Sg.): frostiges oder fröstelndes Uberlaufen; mit Uberlaufen verbundnes Gefühl der Furcht oder des Ent- setzens. In der 1. Bed. 1588 bei Tabernämon- tanus 839 E, in der 2. Bed. 1691 bei Stieler u. als Dim. Schauderlin 1575 im Garg. 320. Von schaudern, v., 1537 bei Dasypodius schau- deren, 1557 bei Heußlin Vogelb. 1332 geschu- deret werden, aus dem Ndd., ndrhein im 14. Jh. schadern«beben»(Karlmeinet 213, 3), clev. 1477 im Teuthonista schayderen neben schuyf veren(s. schauern), ndl. 1598, nd. schadderen czittern, beben, Iterativ zu mnd.-mndl. schaud- den eschütten, schütteln, zittern, beben(s8. schütten); dazu mengl. shudderen, shoddren, engl. Sshudder«schaudern»; dafür ahd. scutisôn schaudern. 43L. schauderhaft, adj., 1773 bei Herder v. d. Art u. Kunst 25. schauderig, adj., bei Voß 1, 94, schaudrigt bei Schiller 11, 193 u. Brockes 6, 198, in der Bed. cvor Frost zitternd» 1557 b. Heußlin Vogelb. 135 Schaude- rächt. schauderlich, adj., bei Goethe 1, 208. schauderös, adj.: schauderhaft. Urspr. stud. Bei Gaudy 1, 179.

schauen, s. Schau. 1Schauer, m.(-*s, Pl. wie Sg.): der Schauende, Beschauende, Be- sichtiger, mhd. schouzwcre, schouwer, ahd. scawari, scowari m.; b. Luther 2. Chron. 9, 29 & Prophet.

2Schauer, m. n.(*s, Pl. wie Sg.): Wetter- dach. Bei Luther Hiob 27, 18 Schaupr f., mhd. schür, ahd. schr m.«bedeckter Ort, Obdach, Schutz, Schirmy, and. scur, mnd. schär n., schüre f.«Schutz, Wetterdach, Scheuney, afrs. sküre, dän. skur, nisl. skürr m. neben ald. sc(i)ud f. (s. Scheuer). Gleichen Stammes wie afrs. scäle f.«Versteck», anord. sx†ο⁵ n. Schutz, Zufluchts- ort, skaunn m. Schilds; urverw. mit lit. skärd f. Fell, Tierhauts, lat. obscurus«unkel», aind. sku-(Präs. skunämi, skunomi) bedeckens. Weitres bei Walde. 4BL. schaurig, adj.: vor Wind und Wetter geschützt, md. und nd.

³Schauer, m.(-s, Pl. wie Sg.): großer Trink- becher. Bei Luther Sir. 50, 10 Schewer m., bei H. Sachs 2, 35 Schewwer f., bei Aventin 1, 395, 35 Scheirn, spätmhd. im 15. Jh. scheure(1431), schaur, schürre u. scheürre f.(Ehingen 25), md.

1517 bei Trochus S 32 schawer, mnd. schower

4 Schauer, m.(-s, Pl. wie Sg.): schnell kommendes u. vorübergehendes Sturm-, Guß-, Schlagwetter; plötzliche Erschütterung der Erde(Goethe Faust 6619, schon md. im 14. Jh.); frostiges od. fröstelndes UÜberlaufen der Haut (Schottel 1663); mit UÜberlaufen verbundnes Furchtgefühl(Günther 54), jetzt insbes. ehr- furchtsvolle Scheu; schnell kommender u. vor- übergehender Anfall(bes. nd., 1770 im Brem. Wb.). In der 1. Bed. mhd. schar, ahd. schr m. Sturm-, Hagelwetter?, neben vereinzeltem mhd. schare, schiure f., im 13. Jh. auch schour, schiuvwer m., im 14. Jh. schawer m.; dazu asächs. scir m.«Wetter», bildl.«Kampfessturm und Kampfwaffey, ndl. schoer Platzregen?, ags. scar(a) m.«Regenschauer, Sturm, Hagel⸗, bildlich«Hagel von Wurfgeschossen?, engl. shower cPlatzregen, Regenguß». anord. skůũr f. «Sturmwetter?, norw. skär, schwed. Slur &Regenschauer», got. sküra windis f.-Wind- böey. Urverw. mit lat. cauras m.«Nordost- winds, lit. ãuré f.«Norden»,&auris m.«Nord- winds, abg. severä m. Norden». Die Bedd. von Sch. berühren sich mit der von Schauder, doch bestehtkeine Verwandtschaft. 4B L. schauer- haft, adj.: Grauen verursachend, 1734 bei Steinbach. schauerlich, adj., 1691 b. Stieler. schauern, v.: frösteln(1504 bei Liliencron 2, 5042, 116), vor Furcht(Psalter 119, 120), clev. 1477 schugberen(s. schaudern); auch unpers. mich od. mir schauert(erstres 1711 b. Rädlein, letztres bei Goethe Faust 3831). Spätmhd. im 15. Jh. schawern«gewittern, hageln, blitzen?, mhd. beschiuren«mit Unwetter, Kampf be- fallen». schaurig, adj.: einen Frostschauer erregend, vom Wetter 1711 bei Rädlein. Vgl. auch ²chauer.

Schauerleute, Schauer, pl.: Klasse von Hafen- od. Schiffsarbeitern in Bremen u. Ham- burg. Aus dem Ndd. Ndl. schouzperman. Un- sichrer Herkunft. Man stellt es zu nd. Schau, ndl. schouwo«Kahnꝰ, 1598 bei Kilian schouuoe oder zu ndl. Sjouw f. charte Arbeit.

Schaufel, f.(Pl.-n): breites, flaches oder löffelförmiges Werkzeug, um etw. aufzunehmen u. fortzuschaffen. Mhd. schavele, schüfel, im 15. Jh. schaufel, ahd. schvala, scfla f.; dazu (and. scubila«pessulis) mnd. Schaf)fel, ndl. 1598 schuyffel, schoeffel, nndl. schoffel, ags. scofl f., engl. shovel. Zu schieben(s. d.). Vgl. Idg. Forsch. 14, 260. 4L. schaufeln, v., mhd. schüfeln. Schauflfer, m.: Schaufelhirsch, Damhirsch, 1746 bei Döbel Jägerpract. 1, 21.

(1364), schauwer m. Dunklen Ursprungsg. Schaukel, f.(Pl./): Sitz zu schweben-