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Schaube 684
Schatz, m.(-es, Pl. Schätze): Geldmasse; Reichtum an wertvollem Besitze; Auf bewah- rungsort der Kostbarkeiten(1. Kön. 7,51); wert- voller Besitz(Sirach 1, 31); köstlicher Gegen- stand(1498 bei Braunschweig Chirurgie 25²); hochwerte geliebte Person(im 15. Jh. bei Wolkenstein 11, 53 Anrede an die Geliebte u. bei der Hätzlerin 2, 33, 21 an den Geliebten). Mhd. schaz(Pl. schetze), ahd. scaz m. zunächst «Münze(bestimmtes Geldstück), Geldy, dann Reichtum an beweglichem u. unbeweglichem Besitze, Vermögen, Gewinn, Preis», erst im 13. Jh.«Reichtum mit dem Sinne der Nieder- legung u. Aufbewahrung», im Mhd. auch«Auf- lage, Tribut, Steuer; dazu asächs. scat m. Be- sitz, Geld, Geldmünze», ndl. Schat, ags. sceatt m. ckleine Münze, Geld, Vermögen, Lohn, Ge- schenk», anord. skattr m.«Tribut, Auflagey, schwed. skatt, dän. skat, got. skatts m.«Geld- stück, Geld, aber afrs. sket m.«Vieh, Geld, Geldmassen. Die Bed.«Viehy wird, wenn man das aus dem Germ. wahrscheinlich entl. abg. skotä m.«Vieh, Zugviehy, skofinica f.«Schatz- kammer», russ. skoti m. Tier, Vieb» vergleicht, die älteste sein, zumal daVieh das frühste Mitte! bei Schätzung(vgl. Ilias 6, 236), Kauf u. Ver- kauf bildete u. auch lat. pecania f.«Geldy auf pecus n.«Vieh», engl. fee«Bezahlung, Honorar, Trinkgeld, Eintrittsgeld», auf ags. feoh«Viehy zurückgeht. 4 BL. schatzen, v., mhd. schatzen, ahd. scazzon canhäufen, Gewinn ziehen, Geld- auflage ziehen», davon Schatzung, f.(Luk. 2, 2), mhd. schatzunge f.«Beschätzung, Abgabe, Steuer, Kontribution, Taxierung». schätzen, v., mhd. schetzen«nach Wert oder Zahl an- schlagen, erwägen, dafür halten, meineny; da- von Schätzung, f., mhd. schetzunge f.(in den- selben Bedd. wie mhd. schatzunge), u. schätz- bar, adj., 1669 im Simpl. 309, dafür mhd. im 14. Jh. schatzpœr«kostbar). ZUS. Schatz- gräber, m., im 16. Jh. in der Zimm. Chron. ² 4, 119, 18. Schatzkammer, f., mhd. schaz- kamer f. neben ältrem scazhäs n. Schatz- meister, m., bei Luther.
Schau, f.(ohne Pl.): Anblick, prüfende Be- sichtigung, mhd. schouawe) f.(auch«Aussehen, Gestalt»), ahd. scou f. Gestalt. Von schauen, v.: mit den Augen wahrnehmen, insbes. in fester Willensrichtung; mit Geistestätigkeit unmittel- bar erkennen. Mhd. schourwwen, auch schawen, ahd. scouzoon, scauavön, bayr. öst. bereits im 16. Jh. schaugen; dazu asächs. scawon, scauwoian, mndl. scauνwen, nndl. schouzwen, afrs. skauwia, skorwia, skua, ags. scéawian schaueny, engl.
Sheub, Shoo«zeigen», dän. Skue«schauen», got. in usskawai pl.«vorsichtig, nüchtern. Aus gleichem Stamme wie got. skuggwa m.«Spie- gel⸗, anord. skuggi m.«Schatten», skuggsj f. «Spiegel», Styn f. n.«Wahrnehmung», skygn «deutlich sehend), skoνna u. skoda«späher, ahd. schcar n. Spiegeb, sch(²⁰) m. und ags. sca*)a m.«Schattens; wohl urverw. mit gr. Guocxòoc m. Opferschauer», koeiv«schauen, erkennen», lat. cavére«sich vorsehen?. S. Walde. Dazu sehen(s. d.). ZUS. Schaubrot, n., von Luther, der Schawbrotschreibt, gebildet nach dem Sinne der hebr. Benennung lechem happãnim Brot (kollekt.) des Antlitzes», nämlich des Antlitzes Jahves, d. h. ein vor(gleichsam zum Schauen Jahves) u. für Jahve in der Stiftshütte, später dem Tempel der Juden von Sabbat zu Sabbat als Weihegabe aufgelegtes aus gesäuertem Teig von feinem Mehl gebacknes Brot(s. 3. Mos. 24, 5— 9). Schaubühne, f.: Theater, 1653 bei Rist friedejauchz. Teutschl. Vorbericht, dafür im 16. Jh. Schatohauß, im 17. Jh. Schauburg (Zesen Ibr. 1, 389) nach ndl. schowburg. Schau- essen, n.: Speise, die beim Festmahl nur als Zier aufgetragen wird, bei Luther 6, 244. Schaumünze, f.: Münze, die zur Schau, als Zierat getragen wird, 1741 bei Frisch, dafür bei Luther 8, 250 Shaawgroschen, spätmhd. schouepfennig«Probepfennig. Schauplatz, m., bei Luther 7, 2982 öffentlicher Platz, auf dem Schauspiele aufgeführt werden», Apostel- gesch. 19, 29 Theater», im allgemeinern Sinne um 1600 bei Ayrer Dram. 1310, 25. Schau- spiel, n., bei Luther Schazospiel, im 15. Jh. schowspil, clev. 1477 schouaospele«dramati- sches Spiel zur Schau», allgemeiner«Gegen- stand des Aufsehens» bei Luther 1. Cor. 4, 9, im engsten Sinne als Mittelgattung zwischen Trauer- u. Lustspiel 1776 bei Goethe 11, 406; davon Schauspieler, m., 1537 b. Dasypodius Schawspiler, 1541 bei Frisius 413 a Schau- spylerkunst. Schaustück, n., 1675 bei Weise kl. Leute 253.
Schaub, m.(-Le)s, Pl.[bayr. nur]-e, löst. nur] Schäahe): Strohbund,-büschel, wisch. Mhd. schoup m.(zum Decken von Gebäuden, als breite Unterlage, als Fackel, sowie als Zeichen, z. B. des Weinschanks), im 15. Jh. schaub, ahd. scoub, scoup m. Garbe, Strohwisch, Stroh- fackel»; dazu mnd. schöf, mndl. scõf, ags. scéaf m., engl. sheaf, anord. skauf n. Garbey. Von schieben(s. d.), urspr.«Lusammengeschobnes».
Schaube, f.(Pl.-n/): bis zu den Füßen geben- des weites Uberkleid. Mhd. Schobe, schoube,


